24 000 Kilometer zur WM in Afrika

Wolfenbütteler David Gohla ist mit dem Auto von Hamburg nach Johannesburg gefahren

David Gohla übt in der Würste Namibias schon mal für die Fußball-WM in Johannesburg.

David Gohla übt in der Würste Namibias schon mal für die Fußball-WM in Johannesburg.

Foto: privat

Fußball ist eine Sprache, die jeder versteht – von Hamburg bis Südafrika. Diese Strecke ist der Wolfenbütteler David Gohla mit dem Auto gefahren. Pünktlich zum Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft ist er in Johannesburg angekommen.

Rund 24 000 Kilometer hat Gohla in den vergangenen drei Monaten zurückgelegt. "Ich möchte keinen Moment der Reise missen", sagt der 29-Jährige. Unterwegs war er mit "Road to South Africa" – einer Gruppe von insgesamt 17 Frauen und Männern, die von mehreren WM-Sponsoren finanziert wurde und drei Autos zur Verfügung hatte. Über ihre Erlebnisse berichten die Reisenden im Internet unter www.road-to-south-africa.de

Gohla ist nun zurück in Deutschland und hat seine Eltern in Wolfenbüttel besucht. 17 afrikanische Länder, so viele Eindrücke – wo soll man anfangen zu erzählen? Vielleicht damit, dass in manchen Ländern mitten durch den Dschungel eine Autobahn führt. Aber dass man im Kongo nicht einmal 30 Kilometer am Tag schafft. Gohla lacht. "Alle paar Meter ist das Auto im Schlamm steckengeblieben", sagt er.

Der 29-Jährige ist fasziniert von Afrika, von den vielen ethnischen Gruppen und dem Wirrwarr an Sprachen. Gastfreundlich und hilfsbereit seien die Menschen gewesen. Als gefährlich habe er die Reise nicht empfunden. Gohla: "Man muss eben ein paar Regeln einhalten. Nachts kein Auto fahren zum Beispiel, oder in abgesicherten Hotelanlagen oder Herbergen übernachten."

An seine Grenzen ist der 29-Jährige in der Sahara in Mauretanien gestoßen. Gohla: "Bis zu 54 Grad wird es dort heiß. Und dann bleibt das Auto im Sand stecken."

Die Gruppe hat auf ihrer Reise gemeinnützige Projekte besucht und dort Hilfsgüter der Sponsoren verteilt. In Johannesburg angekommen hat das WM-Eröffnungsspiel die Reisenden für die Strapazen der Fahrt belohnt. "Obwohl Fußball in Afrika kein Nationalsport ist, sind die Leute verrückt danach. Und sie sind unglaublich stolz darauf, Gastgeber der WM zu sein", sagt Gohla. Das deutsche Sommermärchen von 2006 auf afrikanisch.

Zurück nach Deutschland ging es mit dem Flugzeug. Gestern ist der 29-Jährige nach Hamburg gefahren. Dort hatte er vor der Reise seinen Job gekündigt. Nun möchte er mit seinen Freunden erst einmal die übrigen WM-Spiele schauen.

"Ich bin gespannt, ob die Begeisterung anhält, falls Deutschland nicht weiterkommt", sagt Gohla. Die Afrikaner jedenfalls habe ihr Ausscheiden in der Vorrunde kaum beeindruckt.

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