Den Bulettenball wird es in Wolfenbüttel nicht mehr geben

Wolfenbüttel  Traditionell war die Veranstaltung der Bäcker- und Fleischerinnung ein Höhepunkt. Nach 42 Jahren ist Schluss.

2017 kamen etwa 750 Menschen zum Bulettenball.

Foto: Udo Starke

2017 kamen etwa 750 Menschen zum Bulettenball. Foto: Udo Starke

Ein Leser, der anonym bleiben möchte, fragt auf unserem Aufregerportal Alarm 38:

Warum gab es in diesem Jahr keinen Bulettenball?

Die Antwort recherchierte Maria Böhme

Viele Jahre war der Bulettenball der Wolfenbütteler Bäcker- und Fleischer-Innung ein Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt. Am zweiten Samstag im Januar feierten Hunderte Wolfenbütteler 42 Jahre lang ausgelassen in der Lindenhalle. Doch dieses Jahr fiel der Ball aus – und das wird wohl auch so bleiben. Aufgefallen ist das allerdings, bis auf unserem Leser, nicht vielen Wolfenbüttelern.

„Ich habe mich schon gefragt, wann der erste kommt und wissen will, was los ist“, sagt Frank Heine, stellvertretender Obermeister der Fleischer-Innung. Bis jetzt hätten er und seine Fleischer-Kollegen kaum Reaktionen bekommen. „Wir haben lange überlegt, ob wir mit dem Ball aufhören.“ Die Entscheidung fiel im Herbst vergangenen Jahres, bis dahin hatte es noch keine einzige Anfrage für eine Karte gegeben. Doch die fehlende Resonanz sei nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen. Auch wenn die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen haben. „Vor ein paar Jahren waren es noch über 1000 Gäste. Die Lindenhalle war stets ausverkauft“, sagt Heine. Doch aufgehört hätten sie, weil die Bäcker nicht mehr mitmachen.

Denn die Wolfenbütteler Bäcker-Innung will Teil der Bäcker-Innung Braunschweiger Land werden – und das auch schon zum 1. Januar 2018. Das hieße, dass das Bulettenball-Festkomitee nur noch aus vier Fleischern besteht. Zuvor war die Runde achtköpfig durch die Bäcker. „Das finanzielle Risiko war einfach zu groß“, so Heine. Man hätte sonst weitere Fleischer-Innungs-Mitglieder verpflichten müssen, aber nicht alle hätten Interesse an der Veranstaltung – und man wolle die Mitglieder nicht aus der Innung vertreiben. Der Vorstand der Bäcker-Innung war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Immer wieder habe es mit den Gästen auch Diskussionen wegen der Ticketpreise gegeben, die zuletzt zwischen 40 und 50 Euro lagen. Heine erklärt, dass die Kosten auch gestiegen seien: „Die Lindenhalle ist teurer als vor ein paar Jahren, man braucht Security und Feuerwehrleute.“ Auch das Programm – die große Band in der Halle, die kleine Kapelle im Foyer und der DJ –seien nicht billig.

Auch der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen, Michael Wolff, bedauert, dass es den Bulettenball nicht mehr gibt. „Wir waren die letzte Ball-Veranstaltung.“ Aber die Zeiten hätten sich eben geändert. Offiziell ist die Wolfenbütteler Bäcker-Innung übrigens noch nicht in der Braunschweiger aufgegangen. Am 20. Februar soll es eine Fusionsversammlung geben.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (2)