VW fährt Produktion neuer Batteriesysteme in Braunschweig hoch

Braunschweig.  Am Freitagmorgen eröffnete VW in Braunschweig seine neue Komponentenfabrik. Bis zu 500.000 Batteriesysteme sollen pro Jahr dort entstehen.

Seit 2013 fertigt das VW-Werk in Braunschweig schon Batteriesysteme. Die neue Fertigungslinie baut nun Batterien für den modularen Elektrobaukasten.

Seit 2013 fertigt das VW-Werk in Braunschweig schon Batteriesysteme. Die neue Fertigungslinie baut nun Batterien für den modularen Elektrobaukasten.

Foto: Philipp Ziebart / BestPixels.de

Der VW-Konzern ist in die Produktion von Batteriesystemen für seine neue Elektroauto-Familie ID. eingestiegen. Am Freitag eröffnete das Unternehmen die Fertigungslinien in der neu gebauten Produktionshalle in Braunschweig. 300 eigens dafür qualifizierte Mitarbeiter sollen dort im Einsatz sein. Nach der vollständigen Hochlaufphase ab 2021 werden laut VW täglich 2000 Batteriesysteme vom Band laufen, 500.000 pro Jahr. Die Fertigung ist nach Angaben von VW zu 95 Prozent automatisiert.

Thomas Schmall, Vorstandschef der VW-Komponentenfertigung, nannte den Produktionsstart am Freitag „einen großen Tag für den Standort und für Braunschweig“. Der VW-Konzern investierte in den Neubau insgesamt mehr als 300 Millionen Euro. Spatenstich war im März 2018. VW-Fahrwerk-Chef Otto Joos erinnerte daran, dass die Entscheidung für die Investitionen nicht einfach gewesen sei. „Wir haben lange gekämpft“, sagte er. Das Braunschweiger VW-Werk sei nun ein wichtiger Bestandteil der Elektro-Offensive des Konzerns. Bisher werden in Braunschweig vor allem Fahrwerke, Lenkungen und Achsen gebaut. Seit 2013 entwickelt und produziert der Standort zudem Batteriesysteme für Elektroautos wie den E-up oder den E-Golf. Sie werden auf Basis des sogenannten Modularen Querbaukastens (MQB) gebaut, die neue ID.-Familie fußt nun auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB). Die Batteriesysteme dafür werden in Braunschweig gebaut, aber auch samt Hardware und Software entwickelt.

Die Batterien sollen zunächst ausschließlich nach Zwickau gehen, wo der ID.3 – das erste, golfähnliche Fahrzeug der neuen E-Auto-Serie des Konzerns – gebaut wird. Die Produktion des Stromers startete dort Anfang November. Die Batteriezellen bezieht Volkswagen von dem südkoreanischen Hersteller LG Chem. Perspektivisch sollen sie aus Salzgitter kommen, wo VW seit kurzem in einer Pilotanlage in Kleinserie Batteriezellen baut. Zudem tut sich der Konzern mit dem schwedischen Batteriebauer Northvolt für die Fertigung von Batteriezellen in Salzgitter zusammen. Der Bau der Fabrik soll 2020 beginnen.

Im chinesischen Werk Anting startete Volkswagen mit dem Joint-Venture-Partner SAIC quasi zeitgleich die Vorproduktion eines vollelektrischen ID.-Modells für den chinesischen Markt. Im Oktober 2020 soll die Fertigung in Serie gehen. Der Konzern rechnet mit einem Volumen von 22 Millionen Elektrofahrzeugen weltweit bis 2028, wie VW-Chef Herbert Diess in Anting laut Mitteilung erklärte. Mehr als die Hälfte davon würden auf Chinas Straßen unterwegs sein.

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