Entscheidung zu VW-Werk in der Türkei binnen zwei Wochen

Wolfsburg.  Ein Jahr nach dem Start einer neuen Strategie zieht VW am Donnerstag ein Zwischenfazit. Bis 2025 soll die Produktivität um 25 Prozent steigen.

Der Produktionschef der Marke VW Pkw, Andreas Tostmann, informiert nach einem Führungskräftetreffen in Berlin über den bisher erreichten Stand (Symbolbild).

Der Produktionschef der Marke VW Pkw, Andreas Tostmann, informiert nach einem Führungskräftetreffen in Berlin über den bisher erreichten Stand (Symbolbild).

Foto: Fabian Bimmer / Reuters

Die Autoproduktion bei der Kernmarke von Volkswagen ist seit dem Start einer neuer Strategie vor einem Jahr deutlich effizienter geworden. 2019 werde man die Produktivität um mehr als sechs Prozent steigern können, sagte der zuständige Vorstand Andreas Tostmann am Donnerstag am Rande einer VW-Managerkonferenz in Berlin. In diesem Jahr könnten so etwa 500 Millionen Euro an Kosten eingespart werden und das Ergebnis verbessern. Die Herstellungskosten je Fahrzeug würden zudem zum ersten Mal seit 2013 wieder abnehmen.

Eine höhere Gewinnkraft der Marke VW Pkw ist eines der Hauptziele von Vorstandschef Herbert Diess. Vor einem Jahr hatte Tostmann das Ziel ausgegeben, die Produktivität im Schnitt aller Standorte bis 2025 um insgesamt 30 Prozent zu steigern. Daran halten die Wolfsburger fest. Hintergrund der Maßnahmen sind etwa die hohen Investitionen, die der Wandel zur E-Mobilität und zum automatisierten Fahren nötig macht. Auch die Zahl der Ausstattungs- und Modellvarianten soll sinken.

Neues Werk in der Türkei?

Volkswagen will seine Entscheidung über ein mögliches Werk in der Türkei in Kürze bekanntgeben. „Wir sind jetzt in den finalen Gesprächen für eine neue Fabrik“, sagte der Produktionsvorstand der Kernmarke VW Pkw, Andreas Tostmann, am Donnerstag in Berlin. Letzte Vertragsdetails würde derzeit besprochen, ein Ergebnis liege noch nicht vor. „Wir gehen davon aus, dass es innerhalb der nächsten zwei Wochen kommt“, meinte der Manager mit Blick auf eine Fabrik bei Izmir. Die dort geplanten Modelle wären der neue Passat und der Skoda Superb. In den vergangenen Monaten soll zunächst auch ein VW-Standort in Bulgarien im Rennen gewesen sein.

VW-Werk Emden wird zweite reine E-Auto-Fabrik - keine Verbrenner mehr

Nach Zwickau soll der Standort Emden das nächste reine Elektroauto-Werk von Volkswagen werden. Der Produktionsvorstand der Kernmarke VW Pkw, Andreas Tostmann, bekräftigte am Rande eines Managertreffens am Donnerstag in Berlin geplante Investitionen von „ungefähr einer Milliarde Euro“ in Emden. Die Fabrik in Ostfriesland, in der bisher der Passat hergestellt wurde, solle wie das Werk Zwickau vollständig auf Modelle des Modularen Elektrobaukastens (MEB) umgestellt werden.

„Diese Festlegung ist jetzt im Wesentlichen getroffen“, berichtete Tostmann. Der Nachfolger des Passat werde andernorts angesiedelt - hierfür ist ein mögliches Werk in der Türkei im Gespräch. „Emden hat eine gute Perspektive als Transformationswerk“, sagte der Manager. Modelle mit Verbrennungsmotoren würden dort nicht mehr geplant.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (1)