Streit um VW Käfer: Designer-Erbin scheitert mit Klage

Berlin  Der Käfer ist ein Klassiker, aber wer hat das Design verantwortet. Ein Gericht hat geklärt, ob der Familie des Designers Geld zusteht.

Der VW Käfer 1302 – gesehen am 13.10.1974 in Wolfsburg – gilt als eines der markantesten Designs der Automobilgeschichte.

Der VW Käfer 1302 – gesehen am 13.10.1974 in Wolfsburg – gilt als eines der markantesten Designs der Automobilgeschichte.

Foto: imago stock&people / imago/Rust

Er gehört zu den Ikonen der Auto-Geschichte – aber wer hat sein Design eigentlich verantwortet? Der VW Käfer war Gegenstand eines Rechtsstreits , in dem die Tochter des Porsche-Designers Erwin Komenda gescheitert ist. So konnte die Familie des Designers nicht nachweisen, dass er der Urheber des legendären Designs war.

Im Streit um die Urheberrechte für das Design des Käfers und des Nachfolgers New Beetle wurde am Mittwoch am Landgericht Braunschweig eine Entscheidung gefällt.

Familie von Porsche-Designer will Ansprüche klären – Fairnessausgleich gefordert

Die Familie des früheren Porsche-Designers Erwin Komenda (1904-1966) wollte klären lassen, ob sie für die Modelle Ansprüche erheben kann. Ingrid Steineck, die Tochter des Designers, forderte einen Fairnessausgleich – gewissermaßen eine Nachvergütung für den großen Erfolg des kleinen Flitzers in den vergangenen sieben Jahrzehnten.

„Meiner Mandantin geht es in erster Linie um eine Anerkennung der Lebensleistung ihres Vaters“, hatte ihr Anwalt Peter Lutz im November vor dem Landgericht Braunschweig gesagt. Nach seinen Angaben ging es in dem Verfahren um fünf Millionen Euro.

Gespaltener VW Bulli fährt trotzdem noch

Wie die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet, konnten Zeichnungen eines Ur-Käfers zwar Komenda zugeordnet werden. Auch gilt als gesichert, dass er als Abteilungsleiter der Karosserie-Konstruktion eines Porsche-Unternehmens an der Entwicklung des Käfers beteiligt war. Doch ob er maßgeblich an einem Exposé von Firmenchef Ferdinand Porsche aus dem Jahr 1931 und der endgültigen Version des Käfers beteiligt war, konnte nicht geklärt werden.

Zudem verwies das Gericht darauf, dass es zu der Zeit auch bereits Fahrzeuge mit ähnlichem Design gegeben habe. Einige Merkmale des Ur-Käfers seien zudem technischen Entwicklungen und nicht einer Design-Vorgabe geschuldet gewesen.

Fronten zwischen Familie und Volkswagen sind verhärtet

In der mündlichen Verhandlung im November war aber klar geworden, dass die juristischen Fronten zwischen VW und der Familie des früheren Porsche-Designers Komenda verhärtet sind. Ansätze für eine gütliche Einigung sahen beide Seiten nicht.

Konzipiert worden ist der Käfer von Ferdinand Porsche, die Serienproduktion begann 1945. Zehn Jahre später rollte der millionste Käfer vom Band. Er war das damals meistgebaute Auto der Welt.

Das Auto von Volkswagen war Trendsetter. Wie der Käfer offen wurde – Kurze Geschichte des Cabriolets. Derweil muss sich der frühere VW-Chef Winterkorn vor Gericht verantworten – wegen Betrugs. Kürzlich kritisierte der VW-Betriebsratchef auch, dass der Konzern „Milliarden versenkt“ habe. (ses/dpa)

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