Boeing-Flugverbot droht Tui das Sommergeschäft zu verhageln

Hannover.  Das Startverbot für Boeings 737 Max 8 mindert den Gewinn des Reiseveranstalters TUI. Er rechnet mit einem Einbruch von bis 26 Prozent.

Eine Boeing 737 von Tui steht in einem Hanger. Durch das Flugverbot für diesen Modelltyp rechnet der Reiseveranstalter Tui mit hohen Gewinneinbußen.

Eine Boeing 737 von Tui steht in einem Hanger. Durch das Flugverbot für diesen Modelltyp rechnet der Reiseveranstalter Tui mit hohen Gewinneinbußen.

Foto: Dirk Waem / dpa

Das Startverbot für Boeings neue Mittelstreckenjets droht dem weltgrößten Reisekonzern Tui den Gewinn so stark zu verhageln wie befürchtet. Wenn bis Ende Mai nicht hinreichend sicher sei, dass die Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max wieder abheben können, werde Tui Ersatzmaßnahmen wie Leasingverträge für andere Jets für den Rest des Sommers vollständig verlängern müssen, teilte der Konzern bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Mittwoch in Hannover mit. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September rechnet Tui-Chef Fritz Joussen beim operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) mit einem Einbruch um bis zu 26 Prozent.

Nettoverlust stieg deutlich

Im vergangenen Winterhalbjahr bis Ende März trieb das Flugverbot für die Boeing-Maschinen den Tui-Konzern bereits tiefer in die roten Zahlen. Der saisontypische Nettoverlust stieg um mehr als ein Fünftel auf 341 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um knapp zwei Prozent auf fast 6,7 Milliarden Euro stieg. Angesichts der jüngsten Pleiten und Übernahmen im Luftfahrtgeschäft sieht Joussen den Konzern aber gut gerüstet: „Aus der derzeitigen Konsolidierung der Branche in Europa wird Tui stärker, effizienter und profitabler hervorgehen.“

Buchungen drei Prozent hinter Vorjahreswert

Das Geschäft für den Sommer läuft allerdings nicht so gut an. Die Buchungen lägen drei Prozent niedriger als im Vorjahr, die Preise ein Prozent höher, hieß es. Zugleich seien die Gewinnspannen für den Veranstalter geringer als noch 2018. dpa

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