Ab Flughafen BER starten künftig VW

Wolfsburg.  Der Autobauer will auf dem ungenutzten Flughafen Autos parken, die auf die Freigabe des WLTP-Tests warten.

Der Südpier des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg. Auf dem Gelände will VW Autos parken, die auf die Freigabe des WLTP-Tests warten.

Der Südpier des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg. Auf dem Gelände will VW Autos parken, die auf die Freigabe des WLTP-Tests warten.

Foto: Bernd Settnik / dpa

Nicht ganz freiwillig sorgt Volkswagen dafür, dass der unvollendete Flughafen Berlin-Brandenburg – kurz BER – doch noch sinnvoll genutzt wird, wenn auch nicht von Flugzeugen. Der Autobauer sucht nämlich riesige Stellflächen, um dort Autos zu parken, die auf die Freigabe des WLTP-Tests warten. Ab 1. September dürfen neue Modelle nur noch zugelassen werden, wenn sie dem Standard des neuen Verbrauchs- und Abgas-Tests entsprechen. WLTP steht für „Worldwide Harmonized Light Duty Vehicles Test Procedure“ – weltweit abgestimmtes Testverfahren für leichte Fahrzeuge.

Wegen der WLTP-Einführung kommt es bei Volkswagen zu erheblichen Verzögerungen. Etliche Autos können nur verspätet produziert und ausgeliefert werden. VW hat bereits angekündigt, dass deshalb die Produktion in den Fahrzeugwerken Wolfsburg und Zwickau nach den Werksferien tageweise unterbrochen wird. Auch die angeschlossenen Komponentenwerke – unter anderem in Braunschweig und Salzgitter – werden wohl betroffen sein.

Nach Angaben eines VW-Sprechers sind die neuen Tests zur Ermittlung der Verbrauchs- und Abgaswerte aufwendiger als das bisherige Verfahren. So müssten mehr Modellvarianten getestet werden. Dabei geht es immer um Motor-Getriebe-Kombinationen und die verschiedenen Ausstattungsmerkmale wie zum Beispiel Schiebedach, Felgen oder Infotainment-System. Beim bisherigen Verfahren habe es genügt, je Modell die jeweilige Motor-Getriebe-Variante einmalig zu testen.

Künftig sei es erforderlich, von jeder Motor-Getriebe-Kombination mindestens die Einstiegs- und die Vollausstattungsvariante zu testen, um Verbrauch und Abgaswerte zu ermitteln. Die Werte für die zahlreichen Ausstattungsmöglichkeiten, die zwischen Einstiegs- und Vollausstattung liegen, würden wiederum errechnet. All das koste Zeit.

Der Sprecher sagte unserer Zeitung, dass von den Verzögerungen etwa 200 000 bis 250 000 Autos betroffen seien. Davon müsse ein Teil zwischengelagert werden. Die Autos könnten erst ausgeliefert werden, wenn die Freigabe durch das Kraftfahrt-Bundesamt erfolgt sei. Geparkt werden die Autos nach den Werksferien nicht nur am – hoffentlich – künftigen Flughafen BER, sondern auch auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien im Kreis Gifhorn. Zusätzlich prüfe VW die Anmietung weiterer Flächen.

Wann die Freigabe final abgeschlossen ist, steht im Moment noch nicht fest. Sollte BER aber wie zuletzt geplant im Jahr 2020 doch noch für den Flugverkehr geöffnet werden, dürften die letzten dort geparkten VW-Modelle schon längst gestartet sein.

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