Pandemie

Corona-Impfung: Diese Medikamente sollte man nicht nehmen

Lesedauer: 5 Minuten
Corona-Infektion trotz Impfung: Diese Personen sind betroffen

Corona-Infektion trotz Impfung: Diese Personen sind betroffen

Die Impfkampagne zur Eindämmung der Corona-Pandemie läuft auf Hochtouren. Jedoch haben einige Menschen trotz Impfung keinen vollen Impfschutz. Mehr dazu im Video.

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Berlin.  Nicht alle Medikamente vertragen sich mit einer Corona-Impfung. Welche Mittel auch bei Nebenwirkungen nicht eingenommen werden sollten.

  • Nicht wenige Menschen haben nach ihrer Corona-Impfung Nebenwirkungen
  • Doch Experten raten davon ab, deswegen gleich zu Medikamenten zu greifen
  • Grund dafür sind mögliche Wechselwirkungen. Lesen Sie hier, bei welchen Präparaten Sie vorsichtig sein müssen

Ein pochender Schmerz an der Einstichstelle, Fieber, Schüttelfrost – nach der treten diese und andere Symptome bei vielen Menschen auf. Die Impfreaktionen können unangenehm sein, sind aber in der Regel ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem reagiert. Betroffene sollten meist nicht gleich zu Medikamenten greifen, raten Expertinnen und Experten. Das könnte die Impfung abschwächen. Ein Überblick:

Schmerzmittel: Paracetamol und Co.

Gegen Schmerzen und Fieber infolge einer Impfung helfen Mittel wie Paracetamol – darauf weißt selbst das Robert Koch-Institut (RKI) im offiziellen Aufklärungsmerkblatt für die Covid-19-Schutzimpfung hin. Womöglich schwächen diese Mittel, zu denen auch Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac zählen, aber die Immunantwort auf die Corona-Impfung.

Ob und wie stark dies der Fall ist, ist laut einem Bericht des „Deutschen Ärzteblatts“ jedoch bislang unklar. Zitiert wird eine Studie von 2014, dass eine sofortige Gabe von Paracetamol nach einer Impfung eine abschwächende Wirkung hatte. Nach sechs Stunden sei aber kein Einfluss mehr feststellbar gewesen.

Die US-Seuchenschutzbehörde CDC empfehle demnach, vor oder unmittelbar zur Impfung keine fiebersenkenden Mittel einzunehmen – an den Tagen danach spreche jedoch nichts dagegen. Wissenschaftliche Untersuchungen zu fiebersenkenden Schmerzmitteln und Covid-19-Impfungen gibt es bislang nicht.

Allergien

Impfungen und eine Hyposensibilisierung per Spritze – das passt nicht zusammen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) rät zu einem Mindestabstand von einer Woche.

Eine Hyposensibilisierung mit Tabletten oder Tropfen sollte laut DAAB mindestens ein bis zwei Tage nach einer Corona-Impfung ausgesetzt werden. Grund: So lassen sich mögliche Reaktionen infolge der Impfung von der Allergie-Therapie unterscheiden.

Einen Abstand von etwa einer Woche sollten demnach auch Patientinnen und Patienten zwischen einer Behandlung mit sogenannten Biologika etwa gegen schweres Asthma und der Corona-Impfung einhalten.

Gegen antiallergische Medikamente wie Antihistaminika oder Cortison-Nasensprays lägen laut DAAB keine Daten vor, die gegen eine Einnahme vor oder nach der Corona-Impfung sprechen. Auch Asthma-Patienten sollten laut DAAB weiter ihre Cortison-Medikamente einnehmen, damit das Asthma gut kontrolliert ist.

Wichtige Ausnahme: Ist es womöglich schon einmal wegen einer Impfung zu einer allergischen Reaktion gekommen, sollen Antihistaminika oder Cortison-Medikamente nicht zur Prophylaxe eingesetzt werden. Dadurch können Hautreaktionen unterdrückt werden. Sie sind ein Frühwarnsystem für einen allergischen Schock. Betroffene sollten bis zu 30 Minuten nachbeobachtet werden. Zudem müsse eine Notfallmedikation vorbereitet werden

Corona-Infektion trotz Impfung: Diese Personen sind betroffen
Corona-Infektion trotz Impfung: Diese Personen sind betroffen

Herzerkrankungen

Die Deutsche Herzstiftung weißt darauf hin, dass die Gefahr für chronisch Kranke deutlich höher ist, an Covid-19 zu versterben – und rät daher zur Impfung. Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte darauf achten, dass der Blutdruck gut eingestellt ist. Blutdruckmedikamente sollten auf keinen Fall eigenmächtig abgesetzt werden.

Wer Blutverdünner wie Marcumar zur Thromboseprophylaxe einnimmt, könne sich auch ohne Probleme impfen lassen, so die Herzstiftung. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfehle in diesem Fall eine möglichst feine Kanüle. Im Anschluss sollten Patientinnen und Patienten die Einstichstelle etwa fünf Minuten lang komprimieren. Auch wird bei Menschen mit Gerinnungshemmung dazu geraten, die Nachbeobachtungszeit auf bis zu 30 Minuten zu verlängern.

Patientinnen und Patienten, die neue Gerinnungshemmer wie Eliquis einnehmen, sollten laut Herzstiftung mit ihrem behandelnden Kardiologen abstimmen, ob sie am Morgen des Impftages eventuell eine Dosis auslassen.

Einer Corona-Impfung und der gleichzeitigen Therapie mit Aspirin 100mg stehe nichts im Wege – die Stiftung sieht hier keine Einschränkungen.

Hohe Cholesterinwerte

Wer unter Hypercholesterinämie leidet und deshalb die Medikamente Statine, Aspirin-Cardio oder Ezetrol einnimmt, muss keine Wechselwirkungen mit den Corona-Impfstoffen befürchten. Darauf weißt die Deutsche Herzstiftung hin. Sie rät Betroffenen zu einer Impfung, da mögliche Folgekrankheiten der Hypercholesterinämie ein Risikofaktor für schwere Verläufe von Covid-19 seien.

Immuntherapie / Multiple Sklerose

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft hat erste Daten zusammengetragen, wie sich verschiedene Immuntherapien und die Corona-Impfung vertragen. Demnach ist in vielen Fällen eine verminderte Impfantwort zu erwarten. In einigen Fällen fällt diese teils deutlich geringer aus, in anderen wird der Impferfolg als ausreichend angesehen.

Eine MS-Therapie sollte dennoch nicht unterbrochen werden, so die Organisation: Die möglichen Folgen einer Unterbrechung könnten schwerer wiegen als eine verminderte Immunantwort auf die Covid-19-Schutzimpfung. (aky)

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