Gerücht schwebt über dem Spiel der VfL-Frauen in Hoffenheim

Wolfsburg.  Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg kann einen Konkurrenten um die CL-Plätze abhängen. Aber auch dessen Torjägerin abwerben?

Bisher ging Hoffenheims Nicole Billa (vorn) in den Spielen ihrer TSG gegen Wolfsburg nie als Siegerin vom Platz. Spielt sie bald für den VfL?

Bisher ging Hoffenheims Nicole Billa (vorn) in den Spielen ihrer TSG gegen Wolfsburg nie als Siegerin vom Platz. Spielt sie bald für den VfL?

Foto: imago/foto2press

Bei einem der Mitfavoriten auf die seit dieser Saison erstmals drei Champions-League-Plätze tritt der VfL vor der Länderspiel-Pause noch an. Am Sonntag von 14 Uhr an gastiert der Wolfsburger Frauenfußball-Bundesligist bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Personell gibt es nur wenig Entspannung der Personallage im Team des Meisters. Gegen die nach einer Auftaktniederlage unter Druck stehenden Gastgeberinnen muss es der dezimierte Kader richten. Der könnte jedoch vor Transferschluss noch einmal verstärkt werden. Ausgerechnet eine Hoffenheimerin wurde vom Frauenfußball-Internetportal Soccerdonna als Pernille-Harder-Ersatz ins Spiel gebracht.

Zweite hinter Harder

Die österreichische Nationalstürmerin Nicole Billa (60 Länderspiele, 25 Tore) hat aber noch ein Jahr Vertrag bei der TSG. Das hatte Harder in Wolfsburg auch, wochenlanges Quengeln und 350.000 Euro Ablöse – und plötzlich war der Kontrakt vorzeitig aufgelöst und die Dänin in London bei Chelsea. Fakt ist: Mit 18 Bundesliga-Treffern in der Saison 2019/20 lag Billa hinter Harder (27) und vor der derzeit verletzten VfLerin Ewa Pajor (16) auf Rang 2 der Torjägerinnen-Liste. Eine Verpflichtung, die Sinn machen würde.

Darauf angesprochen, dementierte Trainer Stephan Lerch das Gerücht nicht, sondern sagte stattdessen: „Wir sind weiter auf der Suche. Das Transferfenster ist noch bis Oktober offen.“ Allerdings ist Billa Hoffenheims Faustpfand im Kampf um einen Champions-League-Platz. Ihre Verpflichtung dürfte nicht billig werden und einen nennenswerten Teil der Harder-Ablöse verschlingen. Vielleicht sind die TSG-Verantwortlichen verhandlungsbereiter, wenn ihr Team gegen den VfL verloren und die Chancen auf Rang 3 oder besser durch den dann perfekten Fehlstart stark gesunken sind.

1:3 zum Auftakt

Vergangene Saison hatte die TSG lange mit Bayern München um Platz 2 hinter dem VfL gerungen. Erst in der Schlussphase ließ das Team abreißen und wurde Dritter. Dieser Rang würde am Ende dieser Spielzeit zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigen. Nach der 1:3-Niederlage in Potsdam am ersten Spieltag drohen die Hoffenheimerinnen aber, den Anschluss nach oben zu verpassen.

Während der VfL im Sommer prominente Ab- und Zugänge verzeichnete, hielt die TSG ihren Kader weitgehend zusammen. Einzig der Wechsel der erfahrenen Abwehrspielerin Leonie Pankratz (30) zum französischen Erstligisten Montpellier schmerzt. Im Gegenzug erhielt der neue Trainer Gabor Gallai nur zwei junge Talente von extern. Pech, dass U20-Nationalspielerin Michaela Specht wegen eines Schienbeinbruchs auf unbestimmte Zeit ausfällt.

Zwei VfL-Siege zuletzt

Mit ähnlichem Aufgebot wie in diesem Jahr verlor Hoffenheim in der vergangenen Saison in Wolfsburg mit 0:3 und zu Hause mit 2:5. Sechs der acht VfL-Tore schossen aber die diesmal fehlenden Pernille Harder (4/nach Chelsea gewechselt), Ewa Pajor (Knie-Operation) und Fridolina Rolfö (Gehirnerschütterung). Und ganz so deutlich, wie die Ergebnisse vortäuschen, waren die Spielverläufe nicht. „Das Hinspiel war sehr eng, Hoffenheim hatte sogar etwas mehr Ballbesitz als wir“, erinnert sich Lerch. Zudem ist Neuzugang Pauline Bremer (Sprunggelenk) angeschlagen, der Trainer rechnet aber mit ihrem Einsatz.

Vor 200 Besuchern darf in Baden-Württemberg gespielt werden, 70 Tickets gingen aber nur in den freien Verkauf. Beim Rest des Publikums handelt es sich um Angehörige der Spielerinnen. „200 Zuschauer sind besser als keine“, sagt Lerch und genießt wie seine Spielerinnen nach all den Geisterspielen seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Rückkehr der Fans in die Stadien.

Erstes Etappenziel nah

Sein erstes Etappenziel vor der Länderspielpause lautet sechs Zähler. Dazu fehlt nach dem 3:0-Auftakterfolg gegen Essen ein Sieg über Hoffenheim. „Wir haben eine gute Chance, gegen ein Team, das einen der ersten drei Plätze erreichen kann, auf sechs Punkte wegzuziehen.“ Klappt das, steigen vielleicht auch die Chancen auf eine Billa-Verpflichtung...

TSG Hoffenheim – VfL Wolfsburg, Sonntag, 14 Uhr (live im Netz auf DFB-TV).

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