Popp: Wir haben abgeklatscht, sie hat sich entschuldigt

San Sebastian/Wolfsburg.  Die VfL-Anführerin spricht nach dem verlorenen Königsklassen-Endspiel über ihre Begegnung mit der Ex-Wolfsburgerin Gunnarsdottir.

Es hat wieder nicht gereicht: Alexandra Popp während der Siegerehrung nach dem verlorenen Endspiel gegen Olympique Lyon.

Es hat wieder nicht gereicht: Alexandra Popp während der Siegerehrung nach dem verlorenen Endspiel gegen Olympique Lyon.

Foto: Pool / Getty Images

Es hätte der Schlusspunkt hinter eine großartige Saison werden können, doch im 41. Spiel in Folge riss die Unbesiegt-Serie der Wolfsburger Fußballerinnen – natürlich gegen das Überteam Olympique Lyon, das am 27. März 2019 für die bis Sonntag letzte Niederlage verantwortlich zeichnete. Zu den Gründen, warum es im fünften Anlauf in Serie wieder nicht reichte, sagte Coach Stephan Lerch: „Vielleicht haben uns ein paar Prozent gefehlt: in der Defensive bei den Gegentoren, und in der Offensive in der zweiten Halbzeit um den Ausgleich zu erzielen.“

Und so war der VfL-Trainer sehr zwiegespalten, als er zur Pressekonferenz mit Alexandra Popp aufs Podium stieg. Einerseits, so sagte er, „bin ich unheimlich stolz auf meine Mannschaft, die nach dem 0:2 super zurückgekommen ist. In der zweiten Halbzeit haben wir mit viel Herz Fußball gespielt und viel Druck aufgebaut. Es ist schade, dass wir nicht ein Tor nachlegen konnten, um zumindest in die Verlängerung zu kommen.“ Andererseits, so gab der Coach nach seinem persönlich zweiten verlorenen Endspiel nach Kiew 2018 zu, „ist das für uns eine große Enttäuschung, dass wir es nicht geschafft haben, den Titel zu holen.“

Denn die Chance dazu war da, wie auch Popp fand: „Wenn wir Lyon unter Druck gesetzt haben, haben wir gezeigt, dass man sie schlagen kann. Leider haben wir zu spät damit angefangen, um als Sieger vom Platz zu gehen.“ Doch auch sie fand trotz dieser erneut so bitteren Niederlage: „Die Mannschaft hat eine Wahnsinnssaison gespielt. Da kann man stolz sein, dazuzugehören.“

Bis Ende Juni hatte auch Sara Gunnarsdottir dazugehört. Dass die isländische Mittelfeldspielerin nun auf der Seite des Siegers stand, diesem obendrein den Erfolg mit dem Tor zum 3:1 gesichert hat, war umso tragischer – da tröstete es kaum, dass Gunnarsdottir auf einen Torjubel verzichtete. Popp traf sie nach Spielschluss kurz, sagte über die Begegnung: „Natürlich haben wir kurz abgeklatscht, ich habe sie beglückwünscht – sie hat Entschuldigung gesagt.“ Allein die Fußballerinnen hatten für dieses Finalturnier eine Ausnahme bekommen, auch neue Spielerinnen einzusetzen, obendrein solche, die sich mit ihren Ex-Klubs auch für das Geister-Turnier im Baskenland qualifiziert hatten.

Die Wolfsburgerinnen werden am heutigen Montag zurückreisen, am Dienstag ist noch trainingsfrei. Am Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf den Bundesliga-Auftakt am Freitag gegen die SGS Essen. Viel Zeit, dieser großen Chance auf den dritten Champions-League-Titel der Klubgeschichte nachzutrauern, ist also nicht.

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