Warum VfL-Torfrau Abt aktuell „Nasenlänge“ vor Lindahl ist

Wolfsburg.  Trainer Stephan Lerch erklärt den Torwartwechsel beim Wolfsburger Frauenfußball-Bundesligisten. So kommt die Geisterspielkulisse an.

Gut zu hören: VfL-Trainer Stephan Lerch (hinten) muss sich erst an die Stille gewöhnen.

Gut zu hören: VfL-Trainer Stephan Lerch (hinten) muss sich erst an die Stille gewöhnen.

Foto: Darius Simka / regios24

Die Zufriedenheit über den geglückten Wiederauftakt war Spielerinnen und Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 4:0-Heimsieg über Köln anzuhören. Die beiden Hauptthemen beim Tabellenführer der Frauenfußball-Bundesliga waren jedoch die ungewohnte Geisterspielkulisse und der überraschende Wechsel auf der Torwartposition.

Die Geisterspielkulisse

„Es war ungewohnt, wir hatten unsere Fans nicht im Rücken. Es hat sich angefühlt wie auf neutralem Boden“, bilanzierte Svenja Huth, die mit einem sehenswerten Flugkopfball getroffen hatte. „Es ist sehr, sehr komisch. Man hört es hallen hier im Stadion. Das ist ein anderes Gefühl. Aber wir sind so fokussiert, dass man es eh ausblendet. Trotzdem hätten wir natürlich lieber Fans im Stadion“, sagte Alexandra Popp.

Für Trainer Stephan Lerch war es „eine sehr spannende Erfahrung“. In der Aufwärmphase sei es mit Ausnahme der Masken, die einige trugen, noch gar nicht so viel anders als sonst gewesen. Aber: „Die Anweisungen“, stellte er fest, „bekommen nun alle im Stadion mit, auch die gegnerischen Trainer.“ Der hieß im Kölner Fall Sascha Glass und saß wegen einer Rotsperre diesmal nur auf der Tribüne. Selbst dort konnte er aber alles mithören. „Darauf muss man sich einstellen, um nicht dem Gegner alles auf dem Silbertablett zu servieren“, sagte Lerch. Deshalb arbeite er nun auch mit Zeichen und verdeckten Ansprachen. „Und nach dem Spiel fehlt einem Nähe, wenn man das Team nicht einmal in den Arm nehmen kann.“

Der Torhüterinnenwechsel

Erstmals überhaupt durfte Friederike Abt (25) in der 1. Bundesliga für den VfL ran, nachdem zuvor immer Hedvig Lindahl (37) gespielt hatte. „Aktuell ist es so, dass aufgrund der letzten Eindrücke im Training ,Rieke’ eine Nasenlänge voraus war. Deshalb ist es die logische Konsequenz, dass sie den Vorzug bekommen hat“, erklärte Lerch.

Abt freute sich sehr über das Vertrauen. „Die erste Aktion in der ersten Minute hat mir sehr geholfen. So war ich direkt im Spiel“, schilderte sie die Szene, in der Kölns Amber Barrett einen allerdings auch haltbaren Schuss abgab. „Ich habe versucht, jede Minute wachsam zu sein. In Wolfsburg gibt es nicht so viele Aktionen für einen Torwart. Ich bin froh, dass es zu Null ausgegangen ist. Aber das ist ein Verdienst des ganzen Teams.“

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