Eine Heimat für das Frauenteam des VfL Wolfsburg

Wolfsburg.  Für die erfolgreichen Wolfsburgerinnen wird das ehemalige Leistungszentrum am Elsterweg umgebaut. Bis Sommer soll alles fertig sein.

Bekommen eine neue Heimat: Pernille Harder und die VfL-Fußballerinnen ziehen ins alte Leistungszentrum auf dem Gelände am Elsterweg.

Bekommen eine neue Heimat: Pernille Harder und die VfL-Fußballerinnen ziehen ins alte Leistungszentrum auf dem Gelände am Elsterweg.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Wer an der Spitze bleiben will, der darf sich nicht zurücklehnen, sondern muss investieren. Nach diesem Motto handelt auch der VfL Wolfsburg. Die Fußballerinnen der Grün-Weißen gehören national wie international zur Elite, sammeln Titel um Titel. Damit das in Zukunft so bleibt, müssen viele Faktoren stimmen – unter anderem die Infrastruktur. Dafür nimmt der VfL nun Geld in die Hand und erfüllt dem Team von Coach Stephan Lerch den großen Wunsch nach einer neuen Heimat.

Viermal deutscher Meister, fünfmal DFB-Pokalsieger, zweimal die Champions League gewonnen: Die Wolfsburger glänzen in sportlicher Hinsicht. Doch die Infrastruktur hat mit den Erfolgen nicht Schritt gehalten. Die Räumlichkeiten der VfL-Frauen am Elsterweg versprühen statt Glanz eher Baustellen-Charme. Pernille Harder, Europas Fußballerin des Jahres, und ihre Kolleginnen ziehen sich in Containern um. „Wir wussten, dass wir etwas optimieren müssen“, sagt Tim Schumacher, als Geschäftsführer beim VfL für die erfolgreichen Frauen zuständig.

Nun bekommen Harder und Co. ihre eigene Heimat auf dem Gelände am Elsterweg. Sie ziehen in das ehemalige Leistungszentrum, und zwar in die Räume, in denen zuletzt die Reha-Abteilung des VfL e.V. zu Hause war. Anfang 2019 sollen die Handwerker anrücken, umfangreiche Umbaumaßnahmen wird es geben. „Einige Räume sind in einem guten Zustand, andere sind in die Jahre gekommen“, erklärt Schumacher. Bis zum Sommer, so der Plan bei allen Unwägbarkeiten, soll der Umbau abgeschlossen und der Umzug vollzogen sein.

Für die VfL-Frauen wird es auf jeden Fall ein Schritt nach vorn. Es wird neue Umkleiden geben, neue Räume für die Physios, für die Fitnessgeräte, auch für Trainer Lerch und seinen Staff. „Wir werden uns deutlich vergrößern“, sagt Schumacher. Rund doppelt so groß wird die Fläche sein, die den Wolfsburgerinnen dann zur Verfügung steht. Es soll ein richtiges Zuhause werden – für die Mannschaft, die den VfL und Wolfsburg in den vergangenen Jahren so erfolgreich vertreten hat, auch auf internationaler Bühne. Die Zeit in der Containern geht damit endgültig vorbei.

Diese Maßnahme ist auch insofern überfällig, als dass sie wichtig für die zukünftige Konkurrenzfähigkeit des Klubs ist. Denn die Rivalen haben aufgeholt und den VfL teils schon überholt. Auf nationaler Ebene ist vor allem der FC Bayern zu nennen, der ähnliche Rahmenbedingungen hat. International, vor allem in England, bieten die Vereine den Spielerinnen schon Bedingungen wie bei den Männern. Mit dem Umzug in neue und größere Räume kann der VfL sicherstellen, auch in Zukunft wieder Top-Kräfte nach Wolfsburg zu lotsen.

„Das ist natürlich auch ein Faktor“, gibt Schumacher zu. „Bisher ist uns das gut gelungen, und wir sind in dieser Hinsicht sicher besser aufgestellt als die meisten anderen Klubs.“ Wolfsburg ist für den VfL-Geschäftsführer ein „traditioneller Frauenfußball-Standort“ – und soll auch zukünftig oben mitspielen, am liebsten natürlich in Liga, Pokal und Champions League. Die Investition in die neue Infrastruktur „ist auch ein Baustein dafür“, macht Schumacher klar.

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