Philipps Doppelpack macht die Champions League perfekt

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Volley abgezogen: Leipzigs Marcel Sabitzer (links) kann beim wunderschönen Tor zum 1:0 am vorletzten Spieltag durch Maximilian Philipp nur zuschauen. Mit dem 2:2 bei RB machte der VfL Wolfsburg die Champions League klar.

Volley abgezogen: Leipzigs Marcel Sabitzer (links) kann beim wunderschönen Tor zum 1:0 am vorletzten Spieltag durch Maximilian Philipp nur zuschauen. Mit dem 2:2 bei RB machte der VfL Wolfsburg die Champions League klar.

Foto: Darius Simka / regios24

Wolfsburg.  Der 27-Jährige erzielt beim 2:2 in Leipzig die Tore der Saison. In der Königsklasse droht dem VfL Wolfsburg eine Hammer-Gruppe.

Der VfL Wolfsburg hat die Erwartungen übertroffen. Als Tabellenvierter hat sich der Klub für die Champions League qualifiziert. Doch nicht alles lief nach Plan. In einer losen Serie blicken wir auf diese historisch gute Spielzeit des Bundesligisten zurück. Im letzten Teil geht es um die Tore der Saison.

Sie fielen am vorletzten Spieltag, Torschütze war jeweils Maximilian Philipp. Es stand noch 0:0 im Gastspiel bei RB Leipzig, als die inzwischen fest verpflichtete Leihkraft in der elften Minute traumhaft traf. Auf Höhe des Strafraums bugsierte Philipp den Ball bei der Annahme ein wenig in die Luft, um ihn dann volley im Winkel des RB-Gehäuses zu platzieren. Und kurz vor der Halbzeitpause entwischte der 27-Jährige seinem Bewacher und verlängerte eine Hereingabeclever mit der Pike ins Tor.

Schäfer: „Wir sind unheimlich stolz“

Warum diese Treffer die Tore der Saison sind? Weil der VfL mit ihnen das große Ziel perfekt machte: die Teilnahme an der Champions League. Einen Punkt hatten die Wolfsburger vor dem vorletzten Spieltag noch gebraucht. Leipzig gelang zwar in der zweiten Halbzeit noch der Ausgleich. Aber mehr auch nicht. Nach dem Abpfiff feierten die Grün-Weißen ausgelassen auf dem Platz. „We are back“, stand auf den T-Shirts, die sie trugen. Wir sind zurück.

Es folgte eine lange Party-Nacht. „Wir freuen uns und sind unheimlich stolz“, sagte VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer, einer der Architekten des Erfolgs. Der Ex-Profi erinnerte daran, was hinter dem Klub liegt. Drei Jahre zuvor wäre er beinahe abgestiegen. „Wir wissen, wo wir herkommen“, erklärte Schäfer. „Die Champions League ist ein riesiger Schritt für uns.“

Am 26. August erfährt der VfL seine Gegner

Zum dritten Mal nach 2009 und 2015 werden sich die Wolfsburger auf der ganz großen europäischen Bühne zeigen. Auch als Tabellenvierter starten sie direkt in der Gruppenphase, müssen durch keine der Quali-Runden, die bereits Anfang Juli beginnen. Ein großer Vorteil, ansonsten hätte das die Vorbereitung unter dem neuen Trainer Mark van Bommel ziemlich durcheinandergewirbelt. So ist der erste Termin, der wichtig ist, die Auslosung, die am 26. August steigt. Dann gibt’s die VfL-Gegner.

Die werden auf jeden Fall hochkarätig sein. Denn aufgrund des niedrigen Uefa-Koeffizienten, der sich aus dem internationalen Abschneiden berechnet, landet das Wolfsburger Los in Topf 4. Dazu wird dann jeweils ein Los aus einem anderen der drei Töpfe gezogen. Ein Beispiel: Möglich wäre tatsächlich eine Hammer-Gruppe mit dem FC Chelsea, dem FC Barcelona und dem FC Porto. Oder mit Manchester City, Juventus Turin und Ajax Amsterdam. Oder mit Atletico Madrid, Paris Saint-Germain und Atalanta Bergamo.

Finanziell lohnt sich die Königsklasse in jedem Fall

Wie viele Fans die Spiele live im Stadion werden sehen dürfen, ist allerdings noch unklar. Aber auch ohne die Zuschauereinnahmen lohnt sich die Teilnahme an der Königsklasse für den VfL. Allein als Startprämie überweist die Uefa etwas mehr als 15 Millionen Euro. Borussia Mönchengladbach kam in der vergangenen Saison bis ins Achtelfinale und erhielt dafür insgesamt mehr als 46 Millionen Euro.

Durch die 2:3-Niederlage am letzten Spieltag waren Philipps Tore in Leipzig in der Tat die, mit denen die Grün-Weißen die Champions League klargemacht haben. Auch für den Torschützen hatte die Saison ein Happy End. Sein Wunsch ging in Erfüllung, er darf in Wolfsburg bleiben. Aus der Leihe wurde ein Kauf, rund 7 Millionen Euro zahlte der VfL an Dinamo Moskau. Philipp unterschrieb einen Vertrag bis 2025 – nicht nur, aber auch dank seiner Tore in Leipzig.

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