Joao Victor: Eher Stamm- als Spezialkraft beim VfL Wolfsburg

Wolfsburg.  Der Brasilianer hat sich hohe Ziele für die neue Saison gesetzt: Neun Tore und fünf Vorlagen sollen es sein. Und mehr Einsätze über 90 Minuten.

Gegen Bayer Leverkusens Kerem Demirbay kam Wolfsburgs Joao Victor nicht durch. Dennoch präsentiert sich der Brasilianer sehr spielfreudig am Saisonbeginn des VfL. 

Gegen Bayer Leverkusens Kerem Demirbay kam Wolfsburgs Joao Victor nicht durch. Dennoch präsentiert sich der Brasilianer sehr spielfreudig am Saisonbeginn des VfL. 

Foto: Darius Simka / regios24

Oliver Glasner neigt nicht dazu, seine Spieler nach starken Leistungen verbal in den Himmel zu heben oder sie im gegensätzlichen Fall niederzuschmettern. Der 46 Jahre alte Österreicher tritt bei konkreten Nachfragen zu Personalien eher nüchtern, zurückhaltend und vage auf. So verhielt sich der Trainer des VfL Wolfsburg auch vor eineinhalb Wochen, als sein Team im DFB-Pokal mit 4:1 gegen Union Fürstenwalde aus Liga 4 gewann.

Angesprochen auf den Doppeltorschützen Joao Victor sagte Glasner zunächst, „ich will Joao nicht von den anderen Spielern unterscheiden. Ich erwarte von jedem Einzelnen, dass er sich verbessert“. Aber dann ging der VfL-Coach doch noch expliziter auf seinen Schützling ein. „Joao hat in der Vorbereitung gezeigt, dass er sich immer besser an das körperbetonte Spiel gewöhnt hat. Ich denke, wir werden in dieser Saison viel Freude mit ihm haben.“

Mehr Freude als in der ersten VfL-Spielzeit des Brasilianers, hoffen alle Beteiligten. Auch der Spieler selbst. „Ich will es besser machen als in meinem ersten Jahr“, sagt der 26 Jahre alte Angreifer – übrigens in sehr gutem Deutsch. Aber nicht falsch verstehen: Victor, den Glasner vom Linzer ASK mitgebracht hatte, enttäuschte in seiner ersten Saison keinesfalls. Er stand in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League sogar 41 Mal für die Wolfsburg auf dem Rasen und steuerte fünf Tore und vier Assists bei. Aber jetzt will er mehr. „In den vergangenen Jahren war immer mein Ziel, alle drei bis vier Spiele ein Tor zu machen“, sagt Victor. Bedeutet konkret: „Ich nehme ich mir neun Tore und fünf oder sechs Assists vor.“

Zwei Treffer im DFB-Pokal hat er schon erzielt, dazu kommt eine Vorlage für Wout Weghorst im Europa-League-Quali-Spiel beim FK Kukesi. Gegen Leverkusen hatte er einen Treffer Admir Mehmedis vorbereitet, der aber wegen einer leichten Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde. Sonst wäre Victor schon einen weiteren Schritt vorangekommen. Beim Erreichen dieses Ziels würde ihm eine Rollenanpassung guttun.

Denn Victor will nicht nur mehr Tore erzielen und vorbereiten, sondern auch weniger ein- und ausgewechselt werden. „Ich war glücklich, dass ich so viele Pflichtspiele gemacht habe und einige Erfahrungen sammeln konnte. Wir haben einen großen Kader mit viel Qualität.“ Aber: „Ich will öfter über 90 Minuten spielen.“ In seinen 44 Pflichtspielen im Wolfsburger Trikot stand Victor nur zehnmal über die volle Spielzeit auf dem Rasen. Sonst war er immer der Lieblings-Joker Glasners. Aber Victor will nun lieber Stamm- als Spezialkraft sein.

Im vergangenen Sommer wagte Victor den großen Schritt aus Linz nach Wolfsburg, hinterließ in seinem ersten Jahr aber noch keine bedeutenden Fußspuren. Das soll sich nun ändern. Seine Ziele sind hoch – und die ersten Zeichen gesetzt mit den Toren im Pokal und der Vorlage in der Europa-League-Quali. Geht es so weiter, behält Glasner recht.

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