Im Europapokal müssen die Fans des VfL Wolfsburg wieder raus

Wolfsburg.  Die Uefa erlaubt keine Zuschauer, wenn es am Donnerstagabend in der Quali in der VW-Arena gegen Desna Chernihiv geht.

500 Fans durften die Bundesliga-Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen am Sonntag im Stadion beobachten. 

500 Fans durften die Bundesliga-Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen am Sonntag im Stadion beobachten. 

Foto: Darius Simka / regios24

500 Fans des VfL Wolfsburg waren beim 0:0 gegen Bayer Leverkusen dabei. Bis zu 6000 sollen im nächsten Bundesliga-Heimspiel am Sonntag, 4. Oktober, in der VW-Arena sitzen und die Grün-Weißen gegen den FC Augsburg anfeuern. Dazwischen gibt es am Donnerstag aber noch ein Pflichtspiel in der VW-Stadt, das wieder ganz ohne Zuschauer stattfindet: die Europa-League-Quali-Partie des VfL gegen Desna Chernihiv (20.15 Uhr, Sport 1).

Uefa-Vorgabe: keine Fans

Der europäische Fußballverband (Uefa) hat die Geisterspiele vorgegeben, weil es sich, so Geschäftsführer Jörg Schmadtke, „um eine länderübergreifende Problematik handelt“. Auf europäischer Bühne sollen Standortvorteile wegfallen für Klubs, in deren Ländern die Veranstaltungsregelungen wegen der Corona-Pandemie weniger streng sind. Daher setzt die Uefa hier Grenzen, die die VfL-Fans am Donnerstagabend aufs Sofa zwingen.

Für Schmadtke waren die 500 Zuschauer am Sonntag gegen Leverkusen schon ein Zugewinn. „Es war toll“, sagt der Geschäftsführer, der spürte, „dass sich alle sehr gefreut hatten, wieder in unserer Arena dabei sein zu können“. Nicht nur für die Fans, auch für die Mannschaft sei es positiv gewesen. „Ich hatte das Gefühl, dass sich unser Team darüber auch sehr gefreut hat“, sagt Schmadtke. Am Donnerstag allerdings schauen Spieler wie Fans wieder in die Röhre.

Desna fehlt der Torjäger

Dabei würde den Wolfsburgern in der Partie gegen Desna jede Unterstützung guttun. Denn die Ukrainer gelten als äußerst unangenehme Widersacher. Sie sind mit einem Sieg und zwei Remis in die neue Saison der Premjer-Liha gestartet und haben in diesen drei Partien schon ihre größte Stärke gezeigt: die defensive Organisation. Mit hoher Disziplin und großem Engagement tritt das Team von Trainer Oleksandr Ryabokon auf, das allerdings gegen den VfL auf seinen besten Torjäger verzichten muss. Oleksandr Filippov ist gerade für 1,5 Millionen Euro Ablöse nach Belgien zum VV St. Truiden gewechselt.

Trotz dieses personellen Verlustes kann sich Oliver Glasners Mannschaft auf einen physisch starken Konkurrenten einstellen. Gut, dass der VfL-Trainer nun schon zum dritten Mal innerhalb eines Jahres auf eine ukrainische Mannschaft trifft. „Mit denen bekommen wir es häufiger zu tun, das macht den Reiz des europäischen Wettbewerbs aus“, sagt Schmadtke. Erst ging es in der Vorsaison gegen PFK Oleksandriya in der Gruppenphase (3:1, 1:0), dann gegen Schachtar Donezk im Achtelfinale (1:2, 0:3). Lehren und Vergleiche können die Wolfsburger eher aus den Duellen mit Oleksandriya ziehen, denn Donezk nimmt mit seinen vielen Brasilianern eine Sonderstellung in der Ukraine ein.

VfL ist haushoher Favorit

Für den VfL zählt am Donnerstag unabhängig von der Klasse des Gegners ohnehin nur eines: das Weiterkommen. Gegen Desna ist der Bundesligist der haushohe Favorit. Wie schon in der Vorwoche gegen den FK Kukesi aus Albanien (4:0) wird dem VfL aber nicht der rote Teppich ausgerollt werden. Unterstützung von den Rängen hätte gutgetan. Aber das erlaubt die Uefa nicht.

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