Bruma: Ich brenne und muss jetzt spielen

Wolfsburg  Der Niederländer kehrt nach seiner Schalke-Leihe zurück zum VfL. Doch lange wird er wohl nicht bleiben.

Jeffrey Bruma.

Jeffrey Bruma.

Foto: Darius Simka/regios24 / regios24

Im Februar traf Jeffrey Bruma auf Fußball-Giganten: Kun Aguero, Raheem Sterling, David Silva und Co. Im Achtelfinale der Champions League trat der 27 Jahre alte Niederländer für den FC Schalke, an den ihn der VfL Wolfsburg im Winter für ein halbes Jahr ausgeliehen hatte, gegen Manchester City an. Zwar setzte sich der englische Meister von Trainer Pep Guardiola mit 3:2 und 7:0 eindeutig gegen die Königsblauen durch, doch Bruma freute sich, dass er einem Klub mal wieder wichtig war.

In der Rückrunde absolvierte er in Bundesliga, DFB-Pokal und Königsklasse zwölf Spiele für S04 . Eins weniger als insgesamt für den VfL in den 18 Monaten zuvor. Die Leihe endet aber nun, die vereinbarte Kaufoption in Höhe von 3,5 Millionen Euro zieht Schalke nicht. Der Verteidiger kehrt demnach zurück zum VfL, bei dem er noch einen Vertrag bis 2021 besitzt. „Beim Trainingsstart am 30. Juni bin ich sicher dabei“, sagt Bruma. „Ich fange erst mal an, danach schauen wir, was die beste Lösung für alle ist.“

Denn ähnlich wie bei seinem niederländischen Landsmann Riechedly Bazoer , der von seiner Zwischenstation beim FC Utrecht wiederkommt, ist die Perspektive bei Bruma schwierig. Schon in der vergangenen Saison hatte Trainer Bruno Labbadia keine Verwendung für den Abwehrspieler, nur ein einziges Mal berief er ihn in den Bundesliga-Kader (beim 2:2 gegen 1899 Hoffenheim im Dezember). Ansonsten musste Bruma von der Tribüne aus zusehen, wie Robin Knoche, John Anthony Brooks, Marcel Tisserand oder Felix Uduokhai in der Abwehrkette ihrem Job nachgingen.

Eine zutiefst unbefriedigende Situation für den 25-maligen Nationalspieler. Daher gilt für ihn nun: „In meinen Augen macht es nur Sinn, in Wolfsburg zu bleiben, wenn ich eine realistische Chance habe, regelmäßig zu spielen. Wenn man mich nicht mehr braucht, habe ich auch kein Problem damit, wie schon im Winter wegzugehen.“

Derzeit ist es nur schwer vorstellbar, dass Bruma diese realistische Chance unter dem neuen VfL-Trainer Oliver Glasner erhält . In der internen Verteidiger-Hierarchie liegt der Niederländer derzeit hinter seinen vier Kollegen. Und: Die Verantwortlichen sollen zusätzlich noch nach einem weiteren zentralen Abwehrspieler suchen. Gibt es eine „vernünftige Möglichkeit“ für alle drei an einem Transfer beteiligten Parteien – also den Spieler, den VfL und einen möglichen neuen Klub –, „dann wünsche ich mir eine faire und ehrliche Besprechung“, sagt Bruma.

Die Zeichen stehen nun endgültig auf Trennung. Denn die Wolfsburger werden dem Niederländer keine Steine in den Weg legen. Das sollen sie ihm auch schon in den vergangenen beiden Transferperioden mitgeteilt haben. Doch bisher kam ein endgültiger Wechsel auch deswegen nicht zustande, weil es ums Geld ging. Bis Jörg Schmadtke vor einem Jahr die Geschäftsführung des VfL übernahm, hatte der Klub jenen Spielern, die wechseln sollten und wollten, aber bei ihrem möglichen neuen Klub Gehaltseinbußen hinnehmen mussten, oft noch einen finanziellen Abschiedsgruß mit auf die Reise gegeben. Doch diese Praktik ist mittlerweile Geschichte in Wolfsburg. Daher war es in den vergangenen Wechselperioden schwierig für Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer, sehr gut verdienende Spieler wie eben Bruma oder etwa Paul-Georges Ntep zu verkaufen.

Aber Bruma ist keiner, der seinen Vertrag aussitzen will. „Ich brenne, ich will spielen, ich bin fit“, sagt er. Dann fügt er noch hinzu: „Ich muss spielen.“ Denn er ist mittlerweile 27 Jahre alt. Jetzt muss sein nächster Karriereschritt folgen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Wo könnte es ihn hinziehen? „Ich war ganz lange nur auf die Bundesliga fokussiert“, sagt er. „Aber jetzt nicht mehr. Wenn man sich auf eine einzige Option beschränkt, verpasst man nur andere gute Chancen.“

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