Kostic: Zurück im Rampenlicht

Wolfsburg  Der Serbe glänzt bei Frankfurt, wäre im Sommer aber beinahe beim VfL gelandet.

Filip Kostic.

Filip Kostic.

Foto: Jan Huebner/Hufnagel / imago/Jan Huebner

. Eintracht Frankfurt gehört zu den Überraschungs-Teams der Saison. Ein Trainerwechsel im Sommer, dazu der Abflug von einigen absoluten Leistungsträgern wie Kevin-Prince Boateng, Lukas Hradecky oder Marius Wolf. Aber die Hessen haben sich nach einem Stotterstart gefangen, sind auf Kurs Champions-League-Qualifikation und als letzter deutscher Vertreter noch im Europapokal dabei. Jörg Schmadtke sagt über den nächsten Gegner seines VfL Wolfsburg: „Das ist eine gierige Truppe. Sie spielen eine extrem starke Saison.“ Der Geschäftsführer weiter: „Die müssen wir bearbeiten.“

Wird über die Frankfurter Stärke gesprochen, fällt fast immer die Bezeichnung „Büffelherde“. Die bulligen Angreifer Luka Jovic (17 Tore, sechs Vorlagen in der Bundesliga), Sébastien Haller (14 Tore, neun Vorlagen) und Ante Rebic (neun Tore, vier Vorlagen) stechen heraus. Darüber hinaus hat der neue Trainer Adi Hütter aber auch ein funktionierendes Defensivkonzept entwickelt, in dem mit Makoto Hasebe ein ehemaliger Wolfsburger eminent wichtig ist – und mit Filip Kostic einer glänzt, der im Sommer beinahe beim VfL und nicht bei der Eintracht gelandet wäre.

Nach dem Abstieg des Hamburger SV, für den Kostic seit 2016 gespielt hatte, war der Serbe auf dem Markt, und der VfL beschäftige sich mit ihm. Bruno Labbadia sagt: „Ich wollte ihn 2016 schon unbedingt zum HSV holen.“ Damals hatte der Trainer Erfolg, Kostic kam für rund 14 Millionen Euro vom VfB Stuttgart an die Elbe. „Das war“, sagt Labbadia im Rückblick, „ein Problem für ihn, die hohe Ablöse hat ihn belastet.“ Der Linksaußen konnte in Hamburg nicht an seine Leistungen aus Stuttgart, wo er reihenweise starke Auftritte ablieferte, anknüpfen – und bald war der Trainer, der ihn unbedingt haben wollte, weg. Labbadia wurde im September 2016 entlassen. Dennoch verfolgte er Kostic’ Weg weiter. Im Sommer jedoch entschied dieser sich gegen den Wechsel zu seinem ehemaligen Förderer nach Wolfsburg und für Frankfurt.

Bei der Eintracht schenkte ihm der neue Trainer Hütter sofort das Vertrauen und schickte ihn auf eine neue Position. Im 3-1-4-2-System beackert der Serbe den linken Flügel und erfüllt sogar seine defensiven Ausgaben mit Bravour. „Dass er das so schnell adaptiert hat, ist schon eine kleine Überraschung“, sagt Labbadia. An der grundsätzlichen Leistungsfähigkeit des Serben hatte er hingegen nie Zweifel. „Filip hat Power ohne Ende und eine unheimliche Bereitschaft zur Arbeit. Die veränderte Position kommt ihm zudem entgegen. Er kann mit seiner hohen Geschwindigkeit von hinten in die Tiefe gehen“, sagt der Trainer.

Auf die rechte Wolfsburger Abwehrseite wird am Ostermontag (20.30 Uhr, VW-Arena) einiges zukommen. Kostic (fünf Tore, elf Vorlagen) ist in Topform – und zeigt, warum Labbadia ihn im Sommer gerne zum VfL geholt hätte. Zurück im Rampenlicht.

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