VfL Wolfsburg: Die leeren Ränge könnten zum Problem werden

Wolfsburg.  Die fallenden Zuschauerzahlen beim Bundesligisten VfL Wolfsburg werden heiß diskutiert. Trainer Labbadia sieht seine Mannschaft in Vorleistung.

Die Nordkurve ist immer gut besucht. Die Auslastung der übrigen Tribünen lässt dagegen oft zu wünschen übrig.

Die Nordkurve ist immer gut besucht. Die Auslastung der übrigen Tribünen lässt dagegen oft zu wünschen übrig.

Foto: Darius Simka / regios24

Der VfL und die leeren Ränge: Der Besuch beim Heimspiel gegen Mainz am Samstag und die allgemein negative Entwicklung der Zuschauerzahlen in der Arena sorgen für Diskussionen im und rund um den Bundesligisten. Die Wolfsburger steuern auf den schlechtesten Zuschauerschnitt seit der Spielzeit 2006/07 zu. Das kann für die großen Pläne der Grün-Weißen zu einem Problem werden.

Nur 20.334 Fans, darunter rund 400 aus Mainz, hatten am Samstag den Weg in die VW-Arena gefunden und damit einen neuen Negativrekord in dieser Saison aufgestellt. Aktuell liegt der Durchschnitt damit bei 24.302 Besuchern. Er könnte jedoch noch weiter fallen. Denn die Gegner in den verbleibenden Heimspiele versprechen aus Erfahrung nicht gerade volle Ränge. Ausnahmen sind sicherlich die Partien gegen Werder Bremen und Hannover 96, vielleicht auch gegen Eintracht Frankfurt.

Geschäftsführer Jörg Schmadtke nervt dieses Thema, auch Profi Maximilian Arnold hatte sich kritisch zum Verhalten einiger Zuschauern geäußert, die die Arena trotz einer 3:0-Führung vorzeitig verlassen hatten. Coach Bruno Labbadia erklärt: „Wir haben immer gesagt, dass wir nach zwei schweren Jahren die Leute zurückgewinnen müssen.“ Doch sein VfL ist aktuell Sechster, spielt um Europa mit und bietet ansehnlichen Fußball. Nur der Effekt bleibt bislang aus.

Das lässt auch Labbadia mit den Achseln zucken. „Die Mannschaft ist in Vorleistung getreten. Seit dem Sommer macht sie das komplett. Es gab kein Spiel, in dem sie nicht versucht hat, alles zu geben. Zudem spielt sie guten Fußball“, sagt der 53-Jährige, der das Thema aber nicht zu hoch hängen will. „Wichtig ist, dass die, die da sind, uns unterstützen. Die Unterstützung ist da, von daher ist das okay. Alles andere können wir nicht beeinflussen.“

Aber wie bekommt der VfL sein Stadion wieder voller? Diese Frage wird auch auf der Facebook-Seite unserer Zeitung heiß diskutiert. Für die einen ist klar, dass es am sportlichen Abschneiden der vergangenen zwei Jahre liegt. Für andere kommen da viele Faktoren zusammen, unter anderem die Kündigung der Dauerkarten von Vereinsseite, falls das Saisonticket nicht ausreichend oft genutzt wurde. Wieder andere empfinden die Preise als zu hoch. Allerdings hat der VfL trotz einer geplanten Anhebung zur kommenden Saison mit die preiswertesten Karten im Ligavergleich.

Klar ist: Die eine Lösung wird es nicht geben. Aber für die Weiterentwicklung des Klubs sind die fallenden Zuschauerzahlen ein Problem. So ist der neue Geschäftsführer Michael Meeske auch angetreten, um den VfL international wie regional besser zu vermarkten. Im Interview mit unserer Zeitung sagte er: „Vor allen Dingen brauchen wir ein volles Stadion, denn das ist sicherlich ein wichtiger Schlüssel für alles andere.“ Doch von dem Ziel scheinen die Wolfsburger aktuell deutlich weiter entfernt zu sein, als es ihnen lieb sein kann.

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