Der Tag der VfL-Eigengewächse: Knoche und Arnold treffen

Wolfsburg  Beide Profis des VfL Wolfsburg widmen ihre Tore beim 3:0-Sieg in der Bundesliga gegen Mainz 05 ihren Familien.

Robin Knoche erzielte gegen Mainz sein erstes Saisontor für den VfL Wolfsburg.

Robin Knoche erzielte gegen Mainz sein erstes Saisontor für den VfL Wolfsburg.

Foto: Darius Simka / regios24

. Sowohl Robin Knoche als auch Maximilian Arnold haben sich am Samstag beim 3:0-Sieg gegen Mainz 05 in die Torschützenliste des VfL Wolfsburg eingetragen. Es war der Tag der Eigengewächse des Fußball-Bundesligisten, auf den beide lange warten mussten – und ihre Familien auch. Besonders bei Arnold war’s am Essenstisch schon unruhig geworden.

Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte zuletzt vor mehr als einem Jahr bei der 1:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt getroffen. Seitdem musste er aufs nächste Tor warten und mit ihm auch seine Familie, die ihn mit dem Thema offenbar triezte. „Jetzt nervt der engere Kreis zumindest nicht mehr damit, ob ich nicht mehr wisse, wo das Tor steht. Da sind die echt gnadenlos“, erzählt er. „Zum Glück waren sie im Stadion und haben es gesehen, sonst hätten sie es mir vielleicht nicht geglaubt.“

Die Anekdote gab Arnold nach dem deutlichen Sieg mit einem breiten Grinsen im Gesicht zum Besten, aber ein Stück Wahrheit steckt ja in fast jedem Triezen. Der Mittelfeldspieler hat mit der Zeit seine Torgefahr verloren. Drei Tore erzielte er in seiner ersten Saison, danach sieben, dann vier, drei, und in den beiden Relegations-Spielzeiten waren es je nur noch zwei Treffer. In der Partie gegen Mainz arbeitete er nun direkt daran, diese maue Statistik aufzuhübschen. Drei Bälle feuerte er aufs 05-Tor ab, einer ging rein. Dennoch war er am Ende der VfLer mit den meisten Abschlüssen. Ein Schritt in die richtige Richtung, der auch mit einer Positionsumstellung einhergeht.

Seit Josuha Guilavogui zurück ist, spielt Arnold im 4-3-3-System wieder eine Halbposition offensiver. Die Rochade kommt der ganzen Mannschaft zugute. Als der 24-Jährige den Franzosen ersetzte, „musste ich mein Spiel schon umstellen“, sagt er. „Wenn ich da die Mittellinie überquerte, bekamen die Innenverteidiger schon Schnappatmung und riefen mich zurück. Als Achter habe ich ganz andere Freiheiten.“ Diese will er nun im Saisonendspurt nutzen, um sein zweites Tor zu erzielen – und seiner Familie zu beweisen, dass es nicht nur Glück war gegen Mainz.

Auch Knoche widmete sein Tor der Familie, genauer gesagt: der Verlobten. Nach seinem Treffer zum 3:0 richtete er einen Gruß ins Publikum. „Wir haben uns im Sommer verlobt, und ich wollte mir etwas einfallen lassen, wenn ich ein Tor erziele“, sagt der 26 Jahre alte Innenverteidiger. „Ich bin ganz froh, dass ich mich daran erinnert habe. Es hat ja nun doch ein wenig gedauert mit dem Treffer.“ Stimmt. Sein letztes Tor hatte er im Relegations-Spiel bei Holstein Kiel erzielt. Auf Vorlage von Arnold übrigens.

Doch Knoche hatte nicht nur den Treffer zu feiern, sondern auch ein Jubiläum. Die Partie gegen Mainz war seine 150. in der Bundesliga für den VfL. Ein Tag wie gemalt? „Dass er so endet, hätte ich nicht gedacht. Aber ich nehme das natürlich gerne so mit“, sagt Knoche. „Wichtig war der Heimsieg und dass unsere Fans auf ihre Kosten gekommen sind. Den Tag kann man auf jeden Fall unter dem Stichwort ,besonders’ einordnen.“

Bleibt zu hoffen, dass die Eigengewächse mit ihren nächsten Treffern nicht wieder so lange warten.

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