Der Turm aus Toulon – Guilavogui bleibt unbesiegt

Wolfsburg  Labbadia hebt die Leistung des VfL-Kapitäns gegen Mainz hervor. Der Mittelfeldspieler schweigt über seine Serie lieber.

Josuha Guilavogui.

Josuha Guilavogui.

Foto: Joachim Sielski / imago/Joachim Sielski

. Nein, keine Chance, Josuha Guilavogui ist ein sehr abergläubischer Mensch und fordert das Schicksal nicht heraus. Daher will er keine Silbe über seine Serie in der Fußball-Bundesliga im Trikot des VfL Wolfsburg verlieren. Wobei verlieren genau das richtige Stichwort ist. Denn der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler hat in dieser Saison noch kein einziges Spiel verloren. Steht er auf dem Platz, holt der VfL mindestens einen Punkt. Sieben Partien, fünf Siege, zwei Remis – das ist Guilavoguis Bilanz, zu der er am Samstag mit dem klaren 3:0 gegen Mainz 05 den nächsten Dreier hinzufügte – und er hatte daran großen Anteil. „Josh hat eine tolle Partie gemacht“, lobt Bruno Labbadia.

Der VfL-Trainer hatte den Franzosen im 4-3-3-System im zentralen defensiven Mittelfeld aufgestellt, Guilavoguis Lieblingsposition. „Er hat das gemacht, was die Mannschaft gebraucht hat und was wir von ihm verlangt hatten“, sagt Labbadia. „Besonders in unserem System mit zwei Stürmern und einem Zehner dahinter ist der Sechser lebenswichtig für die ganze Verteidigung. Und Josh hat da wie ein Turm gestanden.“ Guilavogui ist der Turm aus Toulon, seiner Heimatstadt.

Dass der Franzose Mitte Februar erst sein achtes Bundesliga-Spiel absolviert hat, liegt an seiner Verletzungsmisere. Am 1. Spieltag gegen Schalke 04 riss sein Kreuzband, eine viele Monate lange Pause wurde befürchtet. Doch schon im November stand er wieder für den VfL auf dem Rasen. Er hatte sich nicht wie sonst üblich operieren lassen, sondern Muskulatur aufgebaut, um die Bänder im Knie zu entlasten. „Er hat seine Verletzung bearbeitet mit unheimlich hohem Aufwand. Und es ist schön zu sehen, dass sich der Fleiß nun auszahlt. Klasse, wie er sich für seine harte Arbeit belohnt“, sagt Labbadia.

Guilavogui, der zuletzt muskuläre Probleme im Oberschenkel hatte und im Mainz-Spiel in Hälfte 2 wieder schmerzhaft in der Kniegegend erwischt wurde, gab direkt nach der Partie Entwarnung. „Es hat ein bisschen wehgetan, aber es geht schon. Wenn ich einen Schlag hinnehmen muss und wir dafür 3:0 gewinnen, mache ich das jedes Wochenende.“ Das würde wohl auch Maximilian Arnold unterschreiben. Der Mittelfeld-Kollege Guilavoguis beschreibt dessen Einfluss aufs eigene Team so: „Spieler wie Josh und auch Ignacio Camacho hauen sich überall rein. Man kann sich schon den einen oder anderen Ballverlust leisten, wenn man weiß, dass die hinter einem abräumen.“

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