VfL Wolfsburg: Brekalo macht Labbadia das Leben schwer

Wolfsburg.  Der Kroate des VfL Wolfsburg scheint seine Talsohle durchschritten zu haben. Aber was passiert mit Brekalo, wenn Mehmedi wieder fit ist?

Zurück im Team: Josip Brekalo (rechts) durfte in Freiburg mal wieder von Anfang an ran - und überzeugte auf dem linken Flügel. 

Zurück im Team: Josip Brekalo (rechts) durfte in Freiburg mal wieder von Anfang an ran - und überzeugte auf dem linken Flügel. 

Foto: Darius Simka / regios24

Josip Brekalo kann wieder lachen. Zuletzt war das dem 20-Jährigen schwer gefallen. In der Hinrunde lange Zeit Teil der Startelf, hatte der 20-Jährige in den zurückliegenden Wochen stets auf der Bank des VfL Wolfsburg Platz nehmen müssen. „Das hatte weniger mit seinem Spiel zu tun“, sagt Bruno Labbadia, der Trainer des Fußball-Bundesligisten. Vielmehr sei Brekalo Opfer des neuen Systems geworden. Beim 3:3 am Samstag in Freiburg spielten die Grün-Weißen wieder ohne Raute im Mittelfeld und stattdessen in einer 4-3-3-Formation – und prompt lief es besser für den Kroaten, der unter Beweis stellte, dass er lernwillig ist.

Zum ersten Mal seit dem 0:1 gegen DortmundAnfang November stand Brekalo in der ersten Elf und zeigte, dass er auf dem linken Flügel ein ständiger Unruheherd sein kann. Diese Umtriebigkeit hatte ihm zuletzt nach den Einwechslungen gefehlt, da hatte er fast ein wenig teilnahmslos gewirkt, auch die Rückwärtsbewegung passte oft nicht. Anders das Bild in Freiburg. Brekalo bereitete nicht nur das wichtige 1:0 durch Jérôme Roussillon vor, sondern war sichtlich bemüht zu zeigen, dass er gelernt hat. Zwölf Kilometer spulte der Flügelflitzer ab, mit Yannick Gerhardt (12,56) war nur ein anderer Wolfsburger mehr unterwegs. Er zog die drittmeisten Sprints seines Teams an (25) und – das ist besonders erwähnenswert – gewann hinter Roussillon die zweitmeisten Zweikämpfe (15).

So ist Brekalo ein Faktor für den VfL. „Er hat es gut gemacht, definitiv“, lobt Labbadia, der in den vergangenen Wochen oft auf den 20-Jährigen angesprochen wurde. Denn wenn der Unterschied zwischen Talent und Einsatzzeit so groß ist wie bei ihm, führt das zwangsläufig zu Fragen. Zumal sich Brekalo durch seine Auftritte in der Hinrunde erstmals für die Nationalelf seiner Heimat empfohlen hatte. Doch seit seiner Berufung für die Spiele in der Nations League gegen Spanien und England, in denen ihm prompt eine Torvorlage gelang, zeigte die Formkurve beim VfL nach unten. „Diese Diskrepanz“ zwischen der Nationalmannschaft und dem Klub, so Labbadia, „war natürlich sehr groß. Aber das sind Prozesse“, weiß der Coach, „die ein junger Spieler durchmachen muss.“

Entscheidend ist, wie der Betroffene darauf reagiert. Bei Brekalo hat’s offenbar ein bisschen Zeit gebraucht. Er ist ehrgeizig, will hoch hinaus – und fand sich doch plötzlich auf der Bank wieder. Zwar als Einwechselspieler Nummer 1, aber auch das war kein Trost. In Freiburg passte nun die Reaktion. Auch defensiv ackerte der Kroate. „Es war wichtig, dass er gut verteidigt und Bälle behauptet, aber auch Tempo reingebracht hat“, sagt Labbadia, der weiß, dass Spieler wie Brekalo mit ihrem technischen Können den Unterschied machen können. „Ich hoffe, dass er so weitermacht. Wir brauchen seine Fähigkeiten, das haben wir immer wieder gesagt. Es ist gut, dass er jetzt so einen Start hatte“, erklärt der Coach, der bekannt dafür ist, junge Profis zu fördern.

Doch Brekalo hat natürlich harte Konkurrenz, wenn alle fit sind. Aus dem Offensivtrio Wout Weghorst, Daniel Ginczek und Admir Mehmedi fehlen zwei Drittel verletzt. Dieser Umstand hat sein Startelf-Comeback zumindest begünstigt, zumal Yunus Malli als Zehner im System mit Raute nicht überzeugen konnte. Daher kehrte Labbadia in Freiburg zum 4-3-3 zurück – und damit zu der Formation, in der Brekalo seine Stärken auf dem Flügel am besten zur Geltung bringen kann. Doch wie sieht es am Samstag aus? Möglicherweise ist Mehmedi nach seiner Zerrung fürs Heimspiel gegen Mainz 05 wieder fit. Dann steht Labbadia eine schwere Entscheidung bevor.

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