Bestätigter WM-Eliminator: Riesenfreude bei Wojcicki

Wolfsburg.  Patrick gegen Patrice – der Wolfsburger Boxer hat den bedeutendsten Kampf seiner Profikarriere mit WM-Eliminator gegen Volny endlich vor Augen.

Der Wolfsburger Boxer Patrick Wojcicki steht mit dem nun bestätigten WM-Eliminator gegen den Kanadier Patrice Volny vor der größten Herausforderung seiner Profikarriere.

Der Wolfsburger Boxer Patrick Wojcicki steht mit dem nun bestätigten WM-Eliminator gegen den Kanadier Patrice Volny vor der größten Herausforderung seiner Profikarriere.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Die ewig lange Wartezeit ist endlich zu Ende, Patrick Wojcicki hat seit Dienstagabend endlich wieder ein konkretes Ziel vor Augen. Seit November 2019 hat der Wolfsburger Profiboxer keinen Kampf mehr bestritten, seit Jahresbeginn waren die Planungen konkreter geworden, dass als nächstes ein WM-Ausscheidungsfight für den Mittelgewichtler steigen soll. Dann sorgte Corona für sportlichen Stillstand, die Verhandlungen über den sogenannten Eliminator-Kampf gestalteten sich mehr als schwierig. Auch dem 29-Jährigen selbst fiel es zwischenzeitlich schwer, noch an ein solches Duell zu glauben. Seit Dienstag steht fest: Es wird passieren. Im Oktober, spätestens Anfang November soll der 29-Jährige gegen den Kanadier Patrice Volny boxen. Der Sieger darf den kasachischen Superstar Gennady Golovkin, unter anderem Champion des Weltverbands IBF, herausfordern. Wojcicki sagt: „Ich freue mich riesig!“

Es ist ein Kampf mit einer langen Vorgeschichte aus Sicht des Wolfsburgers: Seit rund einem Jahr ist klar, dass dieser IBF-Eliminator der nächste Schritt sein soll. Der Kampf gegen Robert Swierzbinski im November 2019 in Hamburg, den Wojcicki vorzeitig gewann, sollte allein für zwischenzeitliche Ringpraxis vor der richtig großen Herausforderung sorgen. Doch es folgte eine quälend lange Pause: Eine Eliminator-Anfrage aus Kanada im Februar, wo der Kasache Janibek Alimkhanuly lebt, war so unattraktiv, dass Wojcicki ablehnte. Dann sollte es der Brasilianer Esquiva Falcao werden, doch die Corona-Pandemie stoppte die Pläne.

Wojcickis WM-Eliminator: Frühzeitige Planungen

Während andere Boxställe schon wieder durchstarteten, musste sich Wojcicki in Geduld üben. Im Juli nahm ihm die IBF seinen Interconti-Gürtel ab, den sich inzwischen Vincent Feigenbutz gesichert hat, der wie der Wolfsburger für den Berliner Sauerland-Boxstall kämpft. Falcao stand weiterhin nicht zur Verfügung, so dass der Weltverband nun Wojcicki gegen Volny, Patrick gegen Patrice, anordnete. Das entsprechende Schreiben erreichte Sauerland nun am Dienstag. Weitsichtig hatten beide Parteien schon im Vorfeld die Rahmenbedingungen abgeklopft, so dass es mit der Verkündung plötzlich schnell ging. „Ich bin froh, dass wir es jetzt so gut hinbekommen haben“, sagt Freddy Ness, Berater von Sauerland.

Und jetzt? Geht es in die genauen Planungen, in denen das Tempo der vergangenen Tage beibehalten werden soll. Ness führt Gespräche mit TV-Partner Sport1, prüft gleichzeitig, wo und wann der Kampf steigen kann. Wolfsburg und Düsseldorf sind in der ganz engen Auswahl. „Wolfsburg ist meine Heimat, diesem Kampf hier zu haben, wäre ein Traum“, so der 29-Jährige. Coronabedingt wären im Congresspark allerdings wohl nicht mehr als 500 Zuschauer möglich. Ende Oktober, spätestens Anfang November soll das Duell steigen. Mit einer Entscheidung ist zeitnah zu rechnen.

Kurze Vorbereitung, aber Wojcicki fühlt sich „richtig gut“

Denn für die Sportler ist die Vorbereitungszeit mit fünf bis sieben Wochen knapp bemessen. Aber Wojcicki, der bereits seit gut einer Woche in der intensiveren Trainingsphase ist, sagt: „Ich habe zwischenzeitlich auch mal pausiert, inzwischen fühle ich mich im Training richtig gut.“ Ein Eindruck, der sich auch im Sparring am Olympia-Stützpunkt der Amateurboxer in Hannover bestätigt hat. Der Boxer und sein Coach Antonino Spatola werden sich nun akribisch auf Volny vorbereiten. „Ich kenne ihn noch nicht so gut, habe mir kurz ein Video angesehen, aber das werden wir in unserer Analyse noch vertiefen“, sagt Wojcicki.

Der 30-jährige Kanadier, der auch als Coach arbeitet, hat seine 15 Profi-Kämpfe allesamt gewonnen, neun davon vorzeitig. Top-Gegner sucht man allerdings vergebens. In der Deckung zeigte er sich sehr offen, hat aber lange Arme und mutmaßlich Reichweitenvorteile. Die zu überwinden, dürfte eine große Aufgabe in der Vorbereitung sein. „Ich werde probieren, meinen Stil durchzubringen. Ich sehe eine große Chance, ihn zu besiegen“, so der 29-Jährige selbstbewusst. Auch sein Promoter Nisse Sauerland ist optimistisch: „Wir rechnen uns für Patrick große Chancen aus und sind ebenfalls überzeugt davon, dass er den Kampf gewinnen wird und dann endlich um eine WM boxen kann.“

Mit Golovkin-Kampf ginge ein Traum in Erfüllung

Den möglichen WM-Kampf hat Wojcicki im Hinterkopf, seine Vorbereitung wird er davon nicht beeinflussen lassen. Mit Blick auf die Machtverhältnisse im Mittelgewicht der vergangenen Jahre sagt er über Golovkin und den gleichfalls überragenden Saul Alvarez (Mexiko). „Ich vergleiche das immer mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, nach ihnen kommt auch lange nichts. Gegen so einen Superstar zu kämpfen, war immer ein Traum von mir.“ Jetzt kann er Wirklichkeit werden, seit Dienstag ist er nur noch einen Schritt davon entfernt.

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