Aufstiegscoach Scheer geht zurück nach Salzdahlum

Fümmelse.  Der SV Fümmelse spielt künftig in der Fußball-Bezirksliga und könnte dort auf den Ex-Trainer treffen, der in Salzdahlum den Umbruch mitgestaltet.

Sören Brück (am Ball) und die gesamte Bank des SV Fümmelse (im Hintergrund) kann jetzt über den Aufstieg in die Bezirksliga jubeln.

Sören Brück (am Ball) und die gesamte Bank des SV Fümmelse (im Hintergrund) kann jetzt über den Aufstieg in die Bezirksliga jubeln.

Foto: Bastian Lüpke / regio-press

Das ist eine Überraschung: Der Fußball-Nordharzligist SV Fümmelse wird den Kontrakt mit Trainer Julian Scheer trotz des Erfolges nicht verlängern. Mit dem NFV-Entschluss vom Wochenende, dass alle Teams, die auf Relegationsplätzen stehen, aufsteigen, steht fest, dass der SV künftig in der Bezirksliga spielt

„Durch die Corona-Pandemie und dem daraus resultierenden Stopp des Spiel- und Trainingsbetriebs ist die Planung zur kommenden Saison etwas durcheinandergekommen. Nicht wie üblich in einem persönlichen Gespräch, sondern über die sozialen Medien sollten sich die Spieler über ihre Pläne für einen Verbleib oder Vereinswechsel äußern, auch ohne zu wissen, wann und vor allem wie es mit der angebrochenen Saison weitergeht“, berichtet Scheer

Er habe den Fußballabteilungsleiter Joshua Junicke und seinen Co-Trainer Magnus Düe nach deren Plänen zur neuen Spielzeit gefragt, sagt der Ex-Trainer. Bis auf drei sehr wichtige Spieler, die Anfragen anderer Vereine hätten, und dem feststehenden Abgang des Co-Trainers Düe zur Reserve des MTV Wolfenbüttel hätten alle Spieler ihre Zusage erteilt. Im ersten Ansatz sei es nun die Aufgabe des Fußballabteilungsleiters und Scheers gewesen, diese Spieler vom Verbleib zu überzeugen, was gelungen sei. „Da ich aktuell in der Vorbereitung für den Hausbau stecke, bot ich dem Verein nach erfolgter Kaderplanung für die neue Saison an, mich zurückzuziehen und mein Amt als Hauptverantwortlicher niederzulegen und führte noch Gespräche mit potenziellen Kandidaten. Mein ehemaliger Verein, der MTV Salzdahlum, mit dem es Anfang April eine lose Kontaktaufnahme gab, wollte mich als Co-Trainer für den Aufbau der im Umbruch befindlichen Fußballabteilung sowie ein Neuaufbau der ersten Herrenmannschaft gewinnen“, berichtet Scheer weiter.

Erster Ansprechpartner sei für ihn aber Fümmelse gewesen. Als die Gespräche über einen Nachfolger in Fümmelse in der Endphase aber noch nicht spruchreif gewesen seien, stellet Scheer fest, dass sich der Hausbau verzögerte und er bot an, das Traineramt weiter zu bekleiden.

Er habe dem Verein mitgeteilt, dass es in dessen Interesse liegen würde, wenn er seine Arbeit unter geänderten Rahmenbedingungen fortsetzte. Der Verein habe im ersten Ansatz laut Scheer nicht auf die Anfrage reagiert. Erst Ende Mai habe es ein Telefongespräch mit dem Fußballabteilungsleiter gegeben, in dem er Scheer der Entschluss mitteilte, den Vertrag zum 30. Juni zu kündigen. Die Gründe seien Punkte im Hinblick auf die Disziplin in der Trainingsintensität gewesen. Zudem sei es darum gegangen, dem Team neue Impulse zu geben. „Das war schwer nachvollziehbar für mich und unverständlich. So habe ich mich dann entschlossen, mich der Aufgabe in Salzdahlum zu stellen.“ Mit dem jetzt feststehenden Fümmelser Aufstieg und dem Salzdahlumer Nicht-Abstieg könnte es schon in der kommenden Saison zum Wiedersehen kommen, falls beide Mannschaften der selben Staffel zugeteilt werden.

„Nach langen Überlegungen haben wir uns in der Fußballabteilung letztendlich dazu entschieden, den Vertrag von Julian Scheer nicht zu verlängern“, sagt Abteilungsleiter Junicke. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Eine positive Entwicklung der Mannschaft sei deutlich gewesen. „Ich habe die Zusammenarbeit mit Julian stets geschätzt – egal ob als Spieler, Co-Trainer oder Fußballabteilungsleiter. Trotz allem sind wir nach Reflektion der aktuellen Saison und allen weiteren Umständen davon überzeugt, dass unsere junge Mannschaft neue Impulse benötigt, um einen weiteren Schritt nach vorne machen zu können. Wir sind zudem der Meinung, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, eine neue Richtung einzuschlagen. Eine mutige, aber aus unserer Sicht notwendige Maßnahme.“

Den Bezirksliga-Aufstieg betitelt Junicke als unglaublichen Erfolg für den gesamten Verein. „In Fümmelse wurde zuletzt im vergangenen Jahrtausend Bezirksliga gespielt“, sagt der Abteilungsleiter. Selbstverständlich hätte der Verein die Saison gerne auf sportlichem Wege beendet. „Dennoch bin ich der Meinung, dass wir verdient aufgestiegen sind. Lediglich eine Niederlage aus 15 Saisonspielen - das spricht für sich. Die gute Arbeit der vergangenen Jahre hat sich erneut ausgezahlt. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und das, was wir gemeinsam erreicht haben. Wir freuen uns extrem auf die Herausforderung in der kommenden Saison und werden alles geben, um auch in der Bezirksliga für Furore zu sorgen“, kündigt Junicke an.

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