Turhan-Truppe siegt auswärts 4:3

Wolfenbüttel.  Videoanalyse im Training wird zum Erfolgsfaktor im Spiel. Doppelpack durch Heike.

Rico-René Frank (vorn, hier im Spiel gegen Eintracht  Northeim in der vergangenen Saison) bewies in Spelle seine Joker-Qualitäten und traf wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum 4:2.

Rico-René Frank (vorn, hier im Spiel gegen Eintracht Northeim in der vergangenen Saison) bewies in Spelle seine Joker-Qualitäten und traf wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum 4:2.

Foto: Strauß / regio-press

Da hat sich die rund 270 Kilometer lange Anreise ins Emsland gelohnt: Fußball-Oberligist MTV Wolfenbüttel feierte am zweiten Spieltag einen umkämpften 4:3-Erfolg beim SC Spelle-Venhaus.

SC Spelle-Venhaus – MTV Wolfenbüttel 3:4 (1:1). Tore:

Nach der laut Trainer Habil Turhan „unnötigen Niederlage“ zum Auftakt gegen Freie Turner Braunschweig wartete auf seine Elf im zweiten Saisonspiel ein harter Brocken: Spelle-Venhaus stellte in der vergangenen Spielzeit das beste Rückrunden-Team und schloss als Tabellendritter ab. Die Mannschaft von Trainer Hanjo Vocks, der bereits im Jugendbereich beim VfL Osnabrück und SV Meppen arbeitete, war mit einem 3:0-Heimsieg gegen Lupo Martini Wolfsburg in die Saison gestartet.

In Spelle fehlten erneut Thomas Reiswich und Philippe Buschmann, zudem musste Turhan auf Jan-Hendrik Wrobel und Johannes Patz verzichten. Dafür beorderte der Coach Alban Minlin und Mark-Philipp Wolf in die Startelf. Auch auf der Torwart-Position gab es einen Wechsel: Marvin Hoffmann nahm auf der Bank Platz, Philipp Steinke durfte zwischen den Pfosten beginnen. „Ich habe zwei fantastische Torhüter. Egal, wen von beiden ich aufstelle, es ist immer die richtige Entscheidung. Nun hat Philipp eben den Vorrang bekommen“, erklärte Turhan.

Nach rund vierstündiger Anfahrt starteten die Wolfenbütteler hellwach in die Partie. Dabei wurde den Gastgebern ein eigener Eckball zum Verhängnis. Der MTV kombinierte sich mit schnellem Umschaltspiel nach vorne und setzte Neuzugang Tim Heike in Szene. Der aus der U19 von Eintracht Braunschweig gekommene Stürmer blieb im 1-gegen-1 gegen SC-Keeper Bernd Düker cool und netzte flach rechts unten zur Führung ein.

Diese konterte Spelle nach einer halben Stunde allerdings sehenswert: Linksverteidiger Niklas Hoff nahm sich ein Herz und nagelte das Spielgerät aus 20 Metern in den Winkel. „Das war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Spelle hat uns über die Außen massiv unter Druck gesetzt und sehr offensiv agiert“, berichtete der MTV-Trainer.

Dies veranlasste Turhan, noch vor der Pause einen Systemwechsel vorzunehmen. Von einem 4-2-3-1 stellte er auf eine Fünferkette um. Daher musste Mittelfeldmann Alban Minlin für den defensiveren Tobias Block weichen. „Es tut mir für Alban leid, das hatte nichts mit seiner Leistung zu tun“, so Turhan.

Die Zuschauer erlebten eine turbulente zweite Halbzeit. Den Anfang machten die Gäste: Innenverteidiger Niklas Hermann köpfte nach Freistoß-Flanke ein. Zuvor hatten die Gastgeber beste Chancen leichtfertig liegenlassen oder scheiterten am gut aufgelegten Steinke. Der SC ließ nicht locker und kam mit einem schönen Volley zum verdienten Ausgleich. Das 2:2 läutete eine spannende Schlussphase ein. Nur drei Minuten später konterte der MTV stark, Heike blieb gegen Düker erneut Sieger. Direkt danach wechselte Turhan den Doppelpacker aus und brachte mit Rico-René Frank den besten MTV-Torjäger der vergangenen Saison. Und Frank lieferte direkt ab: Wieder zogen die Lessingstädter das Konterspiel auf und steckten für den Stürmer in die Tiefe. Frank ließ noch einen Gegenspieler stehen und markierte das 4:2.

„Wir haben unter der Woche per Videoanalyse des Turner-Spiels intensiv an Umschaltsituationen gearbeitet. Das hat die Mannschaft gut umgesetzt, wir haben viel geradliniger und klarer nach vorne agiert“, freute sich Turhan. Und da den Gastgebern in der Nachspielzeit nur noch der Anschlusstreffer gelang, konnte es sich der MTV auch erlauben, einige Kontermöglichkeiten ungenutzt zu lassen.

MTV:

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