Der Name fürs Wir-Gefühl: Renate Rudolph

Wolfenbüttel.  Die Delegiertenversammlung des MTV Wolfenbüttel ernannte ein neues Ehrenmitglied – weitere Vereintaten werden folgen.

Aufsichtsrat mit Dame: Die Herren (von links) Friedrich-Carl Heidebroek, Heinz Dieter Eßmann (Vorsitzender), Michael Müller, Klaus Dünwald (Vorstand) und Werner Sperlich umrahmen Renate Rudolph.

Aufsichtsrat mit Dame: Die Herren (von links) Friedrich-Carl Heidebroek, Heinz Dieter Eßmann (Vorsitzender), Michael Müller, Klaus Dünwald (Vorstand) und Werner Sperlich umrahmen Renate Rudolph.

Foto: Frank Wöstmann

Es ist nicht leicht, einen Großverein mit mittlerweile 5702 Mitgliedern so zu führen und zu organisieren, dass die Identifikation der Aktiven über die reinen drei Großbuchstaben hinausgeht. Diese Erfahrung macht der MTV Wolfenbüttel seit einigen Jahren – und diese Betrachtung stellte der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Dieter Eßmann in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen zur Delegiertenversammlung am Dienstag.

Heute hat der MTV 30 Abteilungen, außer 9 hauptamtlichen Sportlehrern arbeiten 180 nebenberufliche Übungsleiter mit. Vorstand Klaus Dünwald gebietet zudem über ein Dutzend angestellter Platzwarte, Hausmeister und Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle – da kann das Wir-Gefühl schon mal ein bisschen verloren gehen.

Umso mehr plädierte Eßmann dafür, den Verein wieder als Gemeinschaft und als „soziale Komponente in unserer Stadt“ wahrzunehmen. Er wies auf die große MTV-Schau hin, die es am 11.11. in der Lindenhalle aus Anlass des 170-jährigen Vereinsbestehens (gegründet 1848) geben wird. Er kündigte ein filmisches Porträt des MTV an, das derzeit produziert werde. Er warb für den Besuch des Vereinsheims als „unsere gute Stube“ – und dann zog der Ex-Bürgermeister noch ein ganz passendes Vorbild aus dem Ärmel, quasi als Sinnbild des Wir-Gefühls im MTV: Renate Rudolph wurde unter großem Applaus zum Ehrenmitglied ernannt. „Sie war ab Januar 1968 unsere erste Sekretärin“, erinnerte Eßmann, „damals hatten wir keine 1000 Mitglieder.“ Es sei zu der Zeit weniger darum gegangen, wer dieses Amt ausfüllen könne, sondern wer den Mut habe, sich auf dieses Abenteurer einzulassen. „Renate hatte den Mut, die Leidenschaft und das Bekenntnis zum MTV, um unsere darauf folgende explosionsartige Entwicklung zu begleiten – mit Fleiß, Engagement und einem dicken Fell.“

Die Geehrte steht kurz vor ihrem 79. Geburtstag, als Zehnjährige wurde sie MTV-Mitglied. Außerdem gelang ihr ein besonderes Kunststück: „Noch heute“, schloss Eßmann schmunzelnd, „kommt sie gelegentlich in die Geschäftsstelle und ist dort stets willkommen – also wenn das kein Beweis für Respekt und Sympathie ist.“

Die Regularien des Abends wickelte Eßmann gewohnt routiniert ab. Turnusmäßig wurden Werner Sperlich und F.-C. Heidebroek im Aufsichtsrat bestätigt. Sowohl Haushalt 17/18 (in Höhe von gut 1,6 Millionen Euro) als auch Voranschlag 18/19 (mit rund 1,76 Millionen Euro) wurden von den Delegierten freigegeben, zudem Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entlastet. Bemerkenswert: Die Ausgaben für den Sportbetrieb des MTV haben im vorigen Jahr erstmals die Millionenmarke geknackt.

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