„Zweite Halbzeit war unterirdisch“

Jan-Hendrik Vahldiek (hier im Auftaktspiel bei der SG Zweidorf/Bortfeld am Ball) war mit neun Toren bester HG-Angreifer.

Jan-Hendrik Vahldiek (hier im Auftaktspiel bei der SG Zweidorf/Bortfeld am Ball) war mit neun Toren bester HG-Angreifer.

Foto: Henrik Bode

Schöningen.  Eine Halbzeit lang war es ein ordentlicher Auftritt, doch was der Handball-Landesligist HG Elm gegen den Aufsteiger MTV Vorsfelde II nach der Pause veranstaltete, machte Trainer René Libbe sprachlos. „Ich habe den Jungs nach dem Spiel gesagt, dass ich mega enttäuscht bin. Die zweite Halbzeit war unterirdisch“, kritisierte der Coach.

Zu viele technische Fehler

Der 39-Jährige hätte mit der Niederlage leben können, wenn die Gäste aus Wolfsburg in Vollbesetzung angetreten wären: „Dann kann das eine richtig gute Truppe sein.“ Taten sie an diesem Tag aber nicht. Ausnahme: Niehls Kahler, der in der vergangenen Saison noch gemeinsam mit HG-Torhüter Florian Meyer für den VfB Fallersleben in der Verbandsliga aufgelaufen war.

Nachdem die Elmer in der Frühphase der Partie (10:24 Minuten) mit 6:2 und auch zur Pause knapp vorne gelegen hatten, „haben wir unfassbar viele technische Fehler produziert und Ballverluste in unserem Spiel gehabt“, haderte der HG-Coach, und gab ein Beispiel: „Beim Stand von 26:26 sieben Minuten vor Schluss unterhalten sich die beiden gegnerischen Torhüter an der Auswechselbank. Wir erobern den Ball, doch anstatt die Situation in Ruhe auszuspielen, werfen wir von der eigenen 14-Meter-Linie aufs Tor, und schon ist der Ball wieder weg.“

Zudem mussten die Gastgeber in den letzten 15 Minuten auf Rückraumspieler Marvin Gode verzichten, der sich die dritte Zwei-Minuten-Zeitstrafe einhandelte und mit Rot des Feldes verwiesen wurde. „Marvin, der am Anfang in der Deckung wichtig war und auch gut getroffen hat, hätte uns am Ende geholfen“, so Libbe, der die Disqualifikation überzogen fand: „Wenn man beim Handball den Arm am Oberkörper hat, ist das ok. Da waren aber Schläge dabei, die die Schiedsrichter nicht gesehen haben. Reno Thiele hatte nach dem dritten Angriff schon ein blaues Auge.“

Auch der Coach sieht Gelb

Der Trainer handelte sich ebenfalls eine Karte ein, und zwar die Gelbe, weil an der Seitenlinie ein bisschen zu viel meckerte. An der Leistung der Unparteiischen wollte er den Ausgang der Partie aber nicht festmachen. „Es war einfach ein gebrauchter Tag“, sagte Libbe.

Da passte folgender Fauxpas perfekt ins Bild: Der Coach legte die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch, um eine Auszeit zu nehmen. Da aber das Kampfgericht zu lange für den Pfiff brauchte und die Elmstädter mittlerweile einen Angriff erfolgreich abgeschlossen hatten, zählte das Tor nicht.

Stichwort Tore: Die gelangen in der entscheidenden Phase nicht Thiele, nicht Valerica Marian Tirna, nicht Christopher Fock, sondern nur Jan-Hendrik Vahldiek.

Ganz abhaken wollte Libbe den schwachen Auftritt in Hälfte zwei nicht: „Trotzdem wissen wir, dass wir es besser können.“

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