Jahrelang eine feste Größe in der Bundesliga

Wolfenbüttel  Aus Anlass der Spielpause vor den Playoffs: Rückschau auf 50 Jahre Spitzen-Basketball in Wolfenbüttel.

Die Mannschaft des MTV Wolfenbüttel 1966 im Gründungsjahr der Bundesliga (von links): Siggi Scharf, Hartmut Weihe, Udo Tetzel, Peter Ammon, Manfred Ammon, Volkmar Knopke, Klaus Jansen, Holger Schulze-Koch, Harald Roder, Jürgen Wohlers und Kapitän Peter Burghardt.Foto: Kertscher

Die Mannschaft des MTV Wolfenbüttel 1966 im Gründungsjahr der Bundesliga (von links): Siggi Scharf, Hartmut Weihe, Udo Tetzel, Peter Ammon, Manfred Ammon, Volkmar Knopke, Klaus Jansen, Holger Schulze-Koch, Harald Roder, Jürgen Wohlers und Kapitän Peter Burghardt.Foto: Kertscher

Die augenblickliche Spielpause für die MTV Herzöge in der 2. Bundesliga Pro B zwischen Hauptrunde und Playdowns ist ein willkommener Anlass für einen Blick zurück in die Basketball-Bundesliga-Geschichte: Vor 50 Jahren wurde sie zweigeteilt in Nord- und Südstaffel aus der Taufe gehoben. Und von Anbeginn an waren die Basketballer des Männerturnvereins Wolfenbüttel dabei – und zwar sehr erfolgreich. 19 Jahre lang im Stück übrigens.

Blicken wir also an den Beginn der Saison 1966/67. Da hatten sich aus den Oberliga-Bereichen Nord und West diese zehn Teams für das neue Oberhaus qualifiziert: VfL Osnabrück, SSV Hagen, MTV Wolfenbüttel, Oldenburger TB, ATV Düsseldorf, TuSa Düsseldorf, ASC Gelsenkirchen, Post Hannover, Hellas Göttingen und der TSV 1860 Hagen.

Trainer war Klaus Nürnberger

Für den MTV Wolfenbüttel hatte Klaus Nürnberger als Trainer zum Saisonstart am 1. Oktober 1966 folgende elf Akteure im Aufgebot: Peter Burghardt, Klaus Jansen, Harald Roder, Udo Tetzel, Manfred und Peter Ammon, Holger Schulze-Koch, Hartmut Weihe, Siggi Scharf, Volkmar Knopke, Helmut Stolte.

Man trug einheitliche Sportkleidung, ein Trikot und einen Trainingsanzug noch ohne Sponsoren-Werbung, allerdings mit dem Emblem des MTV Wolfenbüttel auf der Brust. Hinzu kam für jeden der Bundesliga-Spieler eine Adidas-Tasche, allererste zaghafte Leistung eines Sponsors. Leistungsmäßig gehörten die Lessingstädter von Anbeginn an zum Spitzentrio der Nordstaffel. Das bestand aus dem VfL Osnabrück, SSV Hagen und dem MTV Wolfenbüttel.

Am Ende der ersten Bundesliga-Saison, also im März 1967, somit vor genau 50 Jahren, standen Hagen und Wolfenbüttel punktgleich auf Rang zwei. Also musste ein Entscheidungsspiel her, wer in die deutschen Endrundenspiele durfte. In dieser Partie setzten sich die Hagener auf neutralem Boden in Osnabrück am Abend vor dem Viertelfinalspiel hauchdünn durch.

Wolfenbüttel blieb also der undankbare dritte Platz der Bundesliga-Nordstaffel. Im Jahr zuvor war es ebenso knapp zugegangen. Da hatten Wohlers, Ammon und Co. die Endrunde erreicht, wo sie in der ersten Runde auf den MTV Gießen trafen.

Spektakuläre Endrunde gespielt

Diese Hin- und Rückspiele sind in die Basketball-Geschichte eingegangen, nicht nur für die Wolfenbütteler Basketballfans. Eine Parallele zur Champions-Liga im Fußball in dieser Woche zwischen Paris und Barcelona, als ein 4:0 durch ein 6:1 im Rückspiel pulverisiert wurde. Wolfenbüttel verlor in Gießen mit 27 Punkten, schien aussichtslos vor dem Rückspiel, siegte dann am Landeshuter Platz aber sage und schreibe mit ebenfalls dieser Differenz von 27 Punkten. Der Rechenschieber wurde gezückt: Gießen hatte den besseren Quotienten, kam ins Halbfinale, dann ins Finale und wurde sogar Deutscher Meister. So dicht dran an der Deutschen Meisterschaft wie damals war Wolfenbüttels Herrenteam erst wieder 1976 gegen Leverkusen.

Im Pokalwettbewerb war der hiesige MTV bekanntlich erfolgreicher: Fünfmal im Finale: 1972 gegen Hagen und 1982 gegen Köln sogar als Sieger und damit Deutscher Pokalsieger! 1989 kehrten die hiesigen Basketballer noch einmal für eine Saison in die 1. Bundesliga zurück, allerdings mit der Erkenntnis: Da oben konnte Wolfenbüttel nun nicht mehr mithalten. Seither ist Zweitliga-Basketball angesagt, seit einigen Jahren in der Pro B, zwischendurch auch Regionalliga.

Jetzt drücken alle Basketballfans der Region den Herzögen die Daumen, damit der Klassenerhalt geschafft und ein weiteres Bundesliga-Kapitel geschrieben werden kann.

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