Chaos bei den Herzögen: Lukic kündigt

Wolfenbüttel  Wolfenbüttels Zweitliga-Basketballer ProB stehen einen Tag vor dem wichtigen Spiel bei den BSW Sixers ohne Trainer da.

Nach Maximilian Pink und Tony Granz ging nun auch Trainer Predrag Lukic bei den MTV Herzögen von Bord.

Nach Maximilian Pink und Tony Granz ging nun auch Trainer Predrag Lukic bei den MTV Herzögen von Bord.

Foto: Olaf Hahn

Kurz vor 21 Uhr platzte Freitagabend die Bombe: Predrag Lukic ist nicht mehr Trainer des Basketball-ProB-Zweitligisten MTV Herzöge Wolfenbüttel. Damit steht der Tabellenelfte der Staffel Nord vor dem so wichtigen Spiel bei den BSW Sixers am Samstag (18 Uhr) plötzlich ohne Coach da.

Wie Lukic berichtete, habe es am Freitagnachmittag ein Gespräch mit Vereinspräsident Burkhard Junger gegeben, bei dem es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sei. „Dadurch sah ich mich gezwungen, zu kündigen“, sagte Lukic im Telefonat mit der WZ-Sportredaktion.

„Es ist einfach zu viel zusammengekommen in den vergangenen Wochen. Vereinbarungen wurden nicht eingehalten, dann die Querelen mit Lamonte Thomas – die Personalsorgen wurden nicht geringer. Das hat alles dazu beigetragen, dass ich meinen Job nicht richtig machen konnte“, beschrieb der Coach, der erst Mitte November bei den Lessingstädter angeheuert hatte. Das heutige Gespräch habe schließlich das Fass zum Überlaufen gebracht.

Er habe seinen Spielern am Abend noch persönlich seine Entscheidung mitgeteilt. „Das war mir sehr wichtig“, so Lukic. „Es tut mir für sie wirklich sehr leid, weil sie trotz der widrigen Umstände alles getan haben, um meine Vorgaben bestmöglich umzusetzen. Wir haben Siege geholt, mit denen niemand gerechnet hatte – wie zuletzt mit sechs Spielern gegen Herten.“

Doch genau hier liege einer der Knackpunkte. „Wir konnten mit den Siegen gegen Schwelm und Herne die Probleme nur kaschieren. Denn wenn man aber über Wochen hinweg mit nur sechs oder sieben Spielern trainiert, dann fehlt einfach die Grundlage, um vernünftig arbeiten zu können“, sagte Lukic. „Die Spieler und ich haben viel investiert. Aber die Perspektive hat sich einfach nicht verbessert.“

Zwar habe der Verein in der Winterpause mit den Nachverpflichtungen von Arber Tolaj und Ismar Seferagic reagiert. Doch nach den Abgängen von Tony Granz, Maximilian Pink und dem Abschied von Lamonte Thomas in Richtung Katar hätte der Herzöge-Kader selbst bei der Rückkehr der langzeitverletzten Marius Pöschel und Marcel Schwarz wieder nur acht Spieler umfasst.

Herzöge-Präsident Burkhard Junger wollte sich am Abend auf Anfrage unser Redaktion nicht zur Kündigung des Trainers äußern. Auch die Frage, wer das Team morgen in Sandersdorf betreut, blieb vorerst unbeantwortet.

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