Handball-Landesligen

Deutliche Siege für HG Elm und HSV Warberg/Lelm II

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Einer der jüngsten, aber einer der treffsichersten für die HG Elm: Gerrit Gerloff (Mitte) war für seine Mannschaft beim Sieg gegen die HSG Plesse-Hardenberg II neunmal erfolgreich.

Einer der jüngsten, aber einer der treffsichersten für die HG Elm: Gerrit Gerloff (Mitte) war für seine Mannschaft beim Sieg gegen die HSG Plesse-Hardenberg II neunmal erfolgreich.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Helmstedt.  Auf eigenem Parkett waren die Landesliga-Handballer der HG Elm und des HSV Warberg/Lelm II erneut nicht zu schlagen.

Der HSV Warberg/Lelm II machte in der Handball-Landesliga Süd aus einem guten einen sehr guten Saisonstart. Am dritten Spieltag gelang dem HSV der dritte Sieg. Die HG Elm feierte ihren zweiten Sieg im zweiten Heimspiel, während der VfL Lehre in der Staffel Ost eine Heimniederlage hinnehmen musste.

Staffel Süd

HSV Warberg/Lelm II – HSG Bad Harzburg/Vienenburg 34:21 (15:11). Drei technische Fehler, ein vergebener Siebenmeter, ein freier Wurf neben das Tor – der HSV legte einen Katastrophenstart (0:6, 7. Minute). „Das kann passieren“, sagte Trainer Heiko Böhm, der eine Auszeit nahm und taktisch wie personell nachjustierte. Mit der nun praktizierten 5:1-Abwehr stoppte der HSV die Gästeangriffe frühzeitig, fing Bälle ab, lief Tempogegenstöße und war beim 5:6 (12.) wieder dran.

Der erste Führungstreffer des HSV durch Thimo Rustenbach zum 10:9 (20.) veränderte die Statik des Spiels komplett. Warberg/Lelm enteilte nun Tor um Tor. Nach 39 Minuten stand es 22:14, in der 48. Minute 27:17. „Gut war mal wieder unser Deckungsverhalten“, sagte Böhm. „Gut ist auch, dass wir Tiefe im Kader haben.“ Jeder Spieler müsse sich nur 35 bis 40 Minuten verausgaben, weil ausreichend Wechselpersonal auf der Bank sitzt.

Böhm fand aber auch Kritikpunkte. „Wir spielen unsere Tempogegenstöße nicht genug in die Breite, setzen uns schlecht ab. Da sind wir im Kopf noch zu langsam. Unser Spiel läuft noch nicht in allen Bereichen so, wie ich es mir vorstelle.“ Auch wolle er die drei Auftaktsiege nicht überbewerten. Die echten Prüfungen würden noch auf sein Team warten, betonte Böhm – zum Beispiel am nächsten Spieltag bei der HSG Schoningen/Uslar/Wiensen. „Danach wissen wir ungefähr, wo wir stehen.“

HSV: Schenke, Kroll – Rustenbach 6, Pfützenreuter 5, F. Rosenblatt 3, Matschulla 6, Wawryk 2, Motzko 2, Pissarczyk 4, K. Rosigkeit 1, Feller 2, N. Rosigkeit 3, Müller, Boese.

HG Elm – HSG Plesse-Hardenberg II 34:27 (18:14). Trotz des vor allem aus personeller Sicht unruhigen Saisonstarts feierte die HG im dritten Spiel den zweiten Heimsieg und bügelte damit die Scharte der 22:43-Abfuhr in Söhre an Spieltag 2 wieder aus. „Mit nun 4:2 Punkten können wir etwas beruhigter in die nächsten Wochen gehen“, stellte Trainer Andreas Simon fest, dessen Arbeit bei der HG, so sagt er selbst, derzeit aus 50 Prozent Improvisation bestehe. Immer wieder fallen kurzfristig Stammkräfte aus. Wie genau sich der Kader zusammensetzt, wird oft erst am Spieltag klar.

Gegen Plesse musste mit Maurice Liebelt der einzige gelernte Kreisläufer im HG-Kader wegen Schulterproblemen passen. Simon bot Youngster Jordan Maack auf dieser Position auf, der jedoch oftmals von der Versorgung mit Zuspielen abgeschnitten war – auch eine Folge der fehlenden Eingespieltheit in dieser Konstellation. In der Schlussphase beorderte Simon den körperlich robusteren Lars Albrecht an den Kreis. „Dabei hätte ich ihn auch im Rückraum gut gebrauchen können“, sagte der Coach.

Es dauerte bis weit in die zweite Halbzeit, ehe die HG den Gegner und damit das Spiel im Griff hatte. Bis zum 18:18 (32.) hielten die mit nur neun Spielern angereisten Gäste mit – auch, weil die Elm-Angreifer Plesses Torhüter Christian Wedemeyer glänzen ließen. „Ob von den Außenpositionen oder bei Tempogegenstößen – meine Jungs haben ihm immer wieder auf die Füße geworfen“, berichtete Simon.

Trotz aller Defizite im eigenen Spiel setzten sich die Gastgeber in der Schlussphase ab. Das Trio Jan-Hendrik Vahldiek, Gerrit Gerloff und Martin Schoel entwickelte Spielfreude und Torhunger. Beim Stand von 30:23 (53.) war der Widerstand der Gäste gebrochen.

HG: Meyer, Höcherl – Gerloff 9, Scheller 2, J.-H. Vahldiek 11, Al­brecht 1, K. Vahldiek 3, J. Maack 1, Schoel 7, S. Maack, Deupert.

Staffel Ost

VfL Lehre – SG Zweidorf/Bortfeld 28:34 (10:17). Früh zeichnete sich in der „Rosine“ ein Trend ab. Der VfL fand so gar nicht ins Spiel, während die Zweidorfer nach zwei Niederlagen zum Auftakt ihre Krisenbewältigung vehement vollzogen. Nach 15 Minuten lagen die Lehrschen mit 2:8 zurück. Wirklich in Schlagdistanz zu ihren Gästen kamen sie auch in der Folgezeit nie. Die SG agierte, der VfL reagierte.

„Unsere Einstellung hat nicht gepasst“, stellte VfL-Spieler Jan Lewerdomski fest und sprach damit nicht nur die Offensivleistung seiner Mannschaft an. Auch im Abwehrverbund agierten die Lehrschen zuweilen körperlos, wodurch die Gäste zu vielen einfachen Toren kamen. „Entweder über Tempogegenstöße, wenn wir vorne mal wieder den Ball verloren hatten“, sagte Lewerdomski, „oder aber, weil wir in der Abwehr nicht wach genug waren. Zweidorf/Bortfeld war sicher keine Übermannschaft – sie entsprach ungefähr unserer Kragenweite –, aber wir haben ihnen das Siegen viel zu leicht gemacht.“

Bitter sei, so Lewerdomski weiter, „dass wir nicht auf den Punkt da waren. So einfach wie in diesem Spiel dürfen wir die Punkte nicht herschenken. In Durchgang 2 war die Hypothek dann einfach zu groß.“

VfL: Lempart – Fischer 1, Jacobitz 11, Alcape Meyer 2, Schmidt 5, Margraf 1, Gottsknecht 3, Urban, Rothermund 3, Lewerdomski 1, B. Rockar, Wenzel.

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