Niedersachsen Verband setzt Handball-Spielbetrieb aus

Braunschweig.  Wegen steigender Corona-Fallzahlen soll frühestens 2021 wieder Handball in den Klassen von der Oberliga abwärts gespielt werden.

Das Landesliga-Derby zwischen den Handballern von Eintracht Braunschweig und dem MTV III ist ins kommende Jahr verschoben.

Das Landesliga-Derby zwischen den Handballern von Eintracht Braunschweig und dem MTV III ist ins kommende Jahr verschoben.

Foto: Daniel Reinelt

Die gerade erst begonnene Saison in den Handball-Ligen der Region wird wegen der Corona-Pandemie jäh unterbrochen. Das hat der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) mitgeteilt. Die Einschränkungen, die per Beschluss der Minister der Länder am gestrigen Nachmittag für den November gefasst wurden, unterstrichen diese Entscheidung noch am selben Tag.

Der Mitteilung des Verbandes vom Mittwochmorgen zufolge wird der Spielbetrieb der Jugend und der Senioren in den Ober-, Verbands- und Landesligen sowie der Landesklassen, die in Obhut des Verbandes stehen, mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Zunächst gilt der Pflichtspielstopp bis zum 31. Dezember. „Freundschaftsspiele können ausgetragen werden, solange die gesetzlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind und die gültigen Hygienevorschriften der örtlichen Behörden eingehalten werden“, teilte ein HVN-Verantwortlicher außerdem mit.

Braunschweigs Handball-Teams zeigen Verständnis

Schon am vorherigen Spieltag war es den Vereinen, die aus Bereichen, die eine Inzidenz von über 35 Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche melden, freigestellt, die Spiele auszutragen oder zu verlegen. Das gleiche Recht räumte das Präsidium Mannschaften ein, die gegen Teams aus Risikogebieten antreten sollten.

In den Spielklassen unterhalb der Landesligen, die zur Handball-Region Südost-Niedersachsen gehören, werden, sofern die Saison fortgesetzt werden kann, die Rückspiele ersatzlos gestrichen. Das betrifft etwa Teams wie den Lehndorfer TSV, den HC Braunschweig oder den MTV Hondelage. In den Spielklassen von der Landesliga aufwärts gibt es dazu noch keine Entscheidung – aber ein eindeutiges Meinungsbild der Vereine, was die Unterbrechung betrifft.

Markus Schiefke, Trainer der Landesliga-Frauen des MTV Braunschweig, rechnete schon zu Wochenbeginn mit einer langfristigen Absage der Partien. „Wir haben schon beim Training darüber gesprochen. Es ist die richtige Entscheidung. Die Saison hätte angesichts der Fallzahlen und der Ansteckungsgefahr bei unserem Sport mit Gegnerkontakt nie angepfiffen werden dürfen“, sagt er.

Gesundheit der Handballspieler geht für Braunschweigs Vereine vor

Bei Eintracht Braunschweig sieht man die Situation rund um die Absagen ähnlich. Frank Pausewang, Coach der Landesliga-Herren, will seine Spieler schützen. „Die Gesundheit geht vor. Meine Spieler sind berufstätig, und Handballspielen ist eben nur ein Hobby“, sagt er. Die Möglichkeit, Spiele relativ formlos verschieben zu können, sei in den vergangenen Wochen bereits positiv aufgenommen worden. „Es ergibt keinen Sinn, mit 28 Menschen in eine Sporthalle zu gehen, wenn im privaten Bereich Treffen mit mehr als zehn Personen vermieden werden sollen“, stellt der Eintracht-Trainer klar. Dass das Derby gegen den MTV III, das am Wochenende angestanden hätte, nun ausfällt, ist für die Blau-Gelben in Ordnung.

Bei der zweiten Mannschaft des MTV, die höchstspielende Mannschaft, die von der Regelung des Verbands betroffen ist, sieht man die Notwendigkeit des Pflichtspielstopps ebenfalls ein. „In der derzeitigen Situation sind die Absagen folgerichtig. Der Vorteil ist, dass es nun eine einheitliche Regelung gibt. Jetzt hat der Verband mindestens zwei Monate Zeit, um einen Modus zu entwickeln, der allen Mannschaften gerecht wird, was Auf- und Abstieg betrifft“, sagt Stephan Kohn, der Coach des MTV II.

Die Hoffnung auf einen halbwegs normalen Trainingsbetrieb über den Winter sind damit erheblich geschrumpft.

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