Ranogajec rettet den MTV-Handballern das Remis

Braunschweig.  Beim 27:27 gegen Hamburg Barmbek fühlen sich die Braunschweiger benachteiligt.

Mit der letzten Aktion des Spiels traf Vlatko Ranogajec zum 27:27 und rettete einen Punkt.

Mit der letzten Aktion des Spiels traf Vlatko Ranogajec zum 27:27 und rettete einen Punkt.

Foto: Darius Simka / regios24

Als der Ball im Netz landete, kannte der Jubel in der Sporthalle Alte Waage keine Grenzen mehr, und Torschütze Vlatko Ranogajec wurden unter einem Knäuel von Mitspielern begraben. Wie einen Sieg feierten die Drittliga-Handballer des MTV Braunschweig das 27:27-Remis gegen HG Hamburg Barmbek. Kurz vor Schluss hatten sie wie die sicheren Verlierer ausgesehen, doch dann mit viel Moral und etwas Glück noch einen Punkt ergattert, weil Rechtsaußen Ranogajec sich in buchstäblich letzter Sekunde noch einmal durchtankte und mit dem Schlusspfiff zum Ausgleich traf.

Dass die Braunschweiger und ihre Fans am Samstag diesen späten Treffer so frenetisch feierten, hatte auch mit dem Schiedsrichter-Gespann zu tun. Die Unparteiischen pfiffen so viele Situationen gegen die Heimmannschaft, dass viele Zuschauer das Gefühl hatten, ihr Team würde sieben gegen acht spielen. Und so war es ja auch fast, denn die Unparteiischen verteilten sieben Zwei-Minuten-Strafen an die Braunschweiger und gleich zwölf Siebenmeter an die Gäste.

Mudrow hat Redebedarf mit den Schiedsrichtern

MTV-Trainer Volker Mudrow wollte den Schiedsrichtern zwar nicht die alleinige Schuld dafür geben, dass seine Mannschaft in einer Partie, die sie zumindest in der ersten Hälfte bestimmte und in der sie lange führte, noch ins Hintertreffen geriet. Trotzdem hatte er nach dem Schlusspfiff noch erheblichen Redebedarf und war über die Leistung der Schiedsrichter entsprechend aufgebracht. „Es gab bei uns für jede Kleinigkeit Siebenmeter. Ich weiß nicht, wie man bei so einem Spiel, wo wir nicht besonders hart gespielt haben, zwei zu zwölf Siebenmeter gegen uns pfeifen kann“, fragte sich Mudrow entrüstet.

Natürlich, das gab der Coach zu, hätte seine Mannschaft gleichzeitig einiges besser machen können. „Wir haben manche Chancen nicht genutzt, und es lief bei uns nicht immer alles rund, aber es wurde uns auch oft der Schwung genommen“, ärgerte er sich.

Torwart Kominek hält überragend

Nach der ersten Hälfte hätten die Braunschweiger eigentlich höher als 14:13 führen können. Sie waren ein deutliches Stück besser als die Hamburger und hatten mit Jan Kominek einen überragenden Torwart zwischen den Pfosten. Doch auch dieser konnte bei der Flut an Siebenmetern, die gegen sein Team gepfiffen wurde, nicht alle Gegentreffer verhindern.

Das wurde in der zweiten Hälfte nicht besser. Dazu hagelte es einige umstrittene Zeitstrafen gegen den MTV. Allerdings erwischten die Braunschweiger auch eine Phase, in der bei ihnen offensiv kaum etwas zusammenlief. „Da hat der Hamburger Torwart ein paar Mal sehr gut gehalten“, erkannte Bela Pieles an, der mit sieben Treffern bester Torschütze des MTV war.

Ranogajec tankt sich noch einmal durch

In der Kombination führte das dazu, dass die Gäste in der 40. Minute zum ersten Mal in Führung gingen und diese zwischendurch – erneut durch viele Siebener – auf zwei Tore ausbaute. Doch die Braunschweiger ließen nicht locker, kämpften und hatten nun Glück, dass die Hamburger ihre Überzahlzeiten nicht besser nutzten.

37 Sekunden vor Schluss führten die Gäste trotzdem mit zwei Treffern. Eigentlich eine klare Sache. Doch Pieles traf zum 26:27 und anschließend passierte Unerwartetes. Hamburg vergab leichtfertig den Ballbesitz, hatte dazu auch mal Pech mit einer Schiedsrichterentscheidung. Beim Konter tankte sich Ranogajec mit Willen durch: Treffer, vorbei, grenzenloser Jubel und ein versöhnliches Ende für den MTV nach einem ärgerlichen Spielverlauf. „Im Handball ist immer vieles möglich. Aber so ein entscheidendes Tor in der letzten Minute ist eher selten, dafür umso schöner“, brachte es Pieles auf den Punkt.

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