Profi-Boxer Rokohl lässt für Video-Game die Muskeln spielen

Braunschweig.  Der Braunschweiger Kämpfer Patrick Rokohl hielt strenge Diät vor virtuellen Duellen im englischen Sheffield.

Für die Videoaufnahmen schlüpfte Patrick Rokohl in einen speziellen Anzug. So ließ sich der Braunschweiger bei verschiedenen Bewegungen filmen, damit er im Videospiel authentisch dargestellt wird.

Für die Videoaufnahmen schlüpfte Patrick Rokohl in einen speziellen Anzug. So ließ sich der Braunschweiger bei verschiedenen Bewegungen filmen, damit er im Videospiel authentisch dargestellt wird.

Foto: Privat

Normalerweise quält sich Patrick Rokohl vor seinen Kämpfen, um im Ring eine gute Leistung zu zeigen. Jetzt hat der Profiboxer eine ganz neue Erfahrung gemacht: 13 Tage lang hielt er eine strenge Diät ein, um seinen Körper einen Tag lang so perfekt wie möglich präsentieren zu können. Im englischen Sheffield fotografierten Spezialisten eines Softwareentwicklers den Körper des Braunschweigers ab und filmten seine Bewegungsabläufe. Grund: Rokohl wird einer von 60 bis 70 Charakteren einer Box-Simulation, die zum Jahresende als PC- und Anfang 2021 als Konsolen-Spiel erscheinen soll.

Dass der 32-Jährige Teil des Abenteuers werden würde, stand bereits im April fest – unsere Zeitung berichtete schon damals. Jetzt wurde es Zeit für die Umsetzung. Eigentlich hatte Rokohl bereits im Sommer nach England fliegen sollen. Doch da standen im August seine Reha in Hessen und schließlich sein Kampf in Braunlage auf dem Programm. „Ich wollte Vorbereitung und Kampf nicht durch mögliche Quarantänen gefährden“, erläutert der Sportler. Also machte er sich vor einigen Tagen auf die Reise.

Schuften für die Top-Figur

Zuvor jedoch war Schuften für die Top-Figur angesagt. „Wenn ich so etwas mache, dann richtig“, erklärt der Braunschweiger. Ein befreundeter Bodybuilder stellte Rokohl einen Plan zusammen, damit dieser seinen Körper in wenigen Tagen trimmen konnte. „Erst habe ich täglich nur Fleisch und Fisch gegessen. Am Ende habe ich nichts mehr getrunken und massiv Kohlenhydrate zugeführt“, berichtet der Boxer. Der Effekt: Seine Muskeln wirkten praller als sonst und traten besser hervor. Auch zum Friseur ging Rokohl vor seiner Abreise. „Aber da bin ich sowieso alle zehn Tage“, sagt der Boxer schmunzelnd.

Kurz darauf ging es los. An einem Tag der Flug nach London, anschließend die dreistündige Zugfahrt nach Sheffield. Am nächsten Tag folgten die Studioaufnahmen. „Erst musste ich posieren und wurde von knapp 200 Kameras aus allen möglichen Perspektiven aufgenommen. Später habe ich einen speziellen Anzug übergezogen und verschiedene Bewegungsabläufe simuliert“, erklärt Rokohl. So wurden verschiedene Schlagtechniken gefilmt, aber auch das Einlaufen vor einem Kampf und das Sitzen in der Ringecke.

Mehr als fünf Stunden im Aufnahme-Studio

Mehr als fünf Stunden verbrachte Rokohl im Studio. Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Deutschland. „In ein bis zwei Wochen soll ich erste Ergebnisse zugeschickt bekommen“, sagt der Halbschwergewichtler, der im Studio auf Eddie Hall traf. Der englische Strongman ist ehemaliger Weltrekordhalter im Kreuzheben. „Wir haben einen Kaffee zusammen getrunken“, berichtet der Braunschweiger. Zum Armdrücken mit dem 165-Kilo-Mann sei es nicht gekommen. „Das hat er sich offenbar nicht getraut“, scherzt Rokohl.

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