In der Offensive fehlt bei den Turnern der Spielwitz

Braunschweig.  Die Freien Turner trennen sich in der Fußball-Oberliga 0:0 von Lupo Wolfsburg

Der junge Maximilian Moslener (vorne links) hat sich bei den Turnern in die erste Elf gespielt. Hier kämpft er gegen Lupos Andrea Rizzo um den Ball.

Der junge Maximilian Moslener (vorne links) hat sich bei den Turnern in die erste Elf gespielt. Hier kämpft er gegen Lupos Andrea Rizzo um den Ball.

Foto: Darius Simka / regios24

Nach einem Unentschieden kann das Glas – je nach Sichtweise – entweder halb leer oder halb voll sein. Für Kosta Rodrigues, Trainer von Fußball-Oberligist Freie Turner, war es nach dem 0:0 gegen Lupo Martini Wolfsburg eher halb voll. „Mit dem heutigen Ergebnis kann ich besser leben als mit dem 1:1 gegen Wolfenbüttel vor einer Woche“, meinte er.

Und auch die Partie selbst war fußballerisch besser anzusehen als der Heimauftakt gegen die Lessingstädter. Zu einem richtig begeisternden Spiel gehören aber nun mal auch packende Torszenen und Treffer als solche. Und die fehlten auf beiden Seiten. „Im vordersten Drittel im sogenannten Zehnerraum haben wir nicht so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten“, erklärte Rodrigues. Sein Team sei in vielen Offensivszenen zu langsam im Kopf gewesen. Es habe der nötige Spielwitz gefehlt, um des Gegners kompakte Defensive noch mehr in Verlegenheit zu bringen.

Die zweite Hälfte gehört den Turnern

In der Auftaktviertelstunde hatten die Hausherren noch etwas Probleme, ins Spiel zu finden. Und auch in den Schlussminuten schienen die Wolfsburger trotz der zwischenzeitlich coronabedingten Quarantäne-Pause mehr Puste zu haben. Doch ansonsten waren es die Gastgeber, die etwas mehr vom Spiel hatten und dem 1:0 näher waren. Vor allem die zweite Hälfte gehörte den Turnern. Doch bei den Angriffsaktionen war immer ein Fuß oder ein Kopf eines Gästeakteurs im entscheidenden Moment dazwischen, so dass die ganz klaren Abschlüsse ausblieben.

Moslener gehört zu den positiven Überraschungen

Allerdings ließ die Rodrigues-Elf hinten auch so gut wie nichts zu. Die Innenverteidigung mit den gegen Wolfenbüttel ausgefallenen Marvin Fricke und Hendrik Neumann arbeitete souverän. Über außen ließen Fabian Mastel und Maximilian Moslener nichts anbrennen. Letzterer gehört in dieser Spielzeit bislang zweifelsfrei zu den positiven Überraschungen. Der 19-Jährige gehört zu jenen Talenten, die im Sommer aus der U19 in den Oberliga-Kader aufrückten. Und in den ersten drei Ligapartien stand er stets auf dem Platz, wenngleich er von der Verletzung von Marcel Schreyer im Spiel bei Egestorf-Langreder profitierte. „Ich freue mich darüber, war aber bisher auch bei jedem Training dabei“, sagte der Rechtsaußen. Ein gutes Spiel habe das Team gegen Lupo hingelegt, meinte Moslener, auch wenn der letzte Pass nicht angekommen sei.

Nach drei Spiele noch ohne Sieg, aber auch ohne Niederlage

Rodrigues sprach von einem „intensiven Spiel auf hohem Oberliganiveau“. Allerdings: Ziel der Turner ist das Erreichen der Aufstiegsrunde, was ohne Sieg nicht klappen wird. Die nächste Chance dazu bietet sich am kommenden Sonntag in Gifhorn. Bislang steht die Mannschaft nach drei Spielen noch ohne Dreier da. Man könnte aber auch feststellen: Sie ist nach drei Begegnungen noch ohne Niederlage – je nachdem, ob man das Glas als halb voll oder halb leer betrachtet.

Freie Turner: Venancio – Moslener, Fricke, Neumann, Mastel – Kaupert, Bollonia, Wiese, Chandra – Evers (72. Neudorf), Franke (81. Elibol).

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder