Tschechischer Nationalcenter Peterka verstärkt die Löwen

Braunschweig.  Schon lange hat kein so international erfahrener Top-Ausländer mehr in Braunschweig gespielt - er kommt auf Empfehlung von Ex-Coach Ken Scalabroni.

Mit 25 Jahren schon riesige internationale Erfahrung: Neu-Löwe Martin Peterka (links) zieht im WM-Spiel um Platz fünf am serbischen NBA-Star Nikola Jokic von den Denver Nuggets vorbei.

Mit 25 Jahren schon riesige internationale Erfahrung: Neu-Löwe Martin Peterka (links) zieht im WM-Spiel um Platz fünf am serbischen NBA-Star Nikola Jokic von den Denver Nuggets vorbei.

Foto: imago images / VCG

Der beste Weg, etwas über einen potenziellen neuen Spieler herauszufinden, ist ein Anruf bei einem Trainer, der ihn gut kennt. Wenn der denn eine Vertrauensperson ist. Und dies war gegeben, als sich Löwen-Geschäftsführer Oliver Braun über Martin Peterka erkundigte. Denn der frühere Braunschweiger Erfolgstrainer Ken Scalabroni hat den Werdegang des tschechischen Nationalcenters aus der Nähe verfolgt und hat Braun unbedingt zugeraten. Und so ist Peterka nun ein Löwe, zunächst mal für ein Jahr.

Es ist die nächste hochkarätige Verpflichtung nach dem deutschen Trio Lukas Meisner, Gavin Schilling und Luc van Slooten, für die Braun sich feiern lassen darf. Schon seit Jahren hat kein derart international erfahrener Top-Ausländer mehr in Braunschweig gespielt. Peterka ist erst 25 Jahre alt, hat aber bereits 10 Nationalmannschaftssaisons in den Beinen.

Bei der WM auf Platz sechs

Von 2010 bis 2015 spielte er jedes Jahr eine EM oder WM mit den Junioren, seither zählt er zum Stamm des Männerteams, das 2017 bei der Europameisterschaft nur 20. wurde, aber 2019 bei der Weltmeisterschaft in China eine der positiven Überraschungen war. Wo Löwen-Gesellschafter Dennis Schröder mit den anderen deutschen NBA-Stars so gnadenlos Schiffbruch erlitt, erreichte Peterka mit den Tschechen das Spiel um Platz fünf gegen Serbien. Die Partie ging 81:90 verloren, aber der Neu-Löwe schenkte den Stars des Mitfavoriten in 19 Minuten 14 Punkte ein und traf dabei vier von fünf Dreiern.

Peterka weiß, wie man Titel holt

Womit eine seiner großen Stärken genannt wäre, seine Treffsicherheit und Gefährlichkeit von außen. Die spielte der 2,05 Meter große Center in den vergangenen Jahren auch im Vereinsteam aus. Mit dem tschechischen Serienmeister Nymburk holte er acht nationale Titel, weiß also wie man Meisterschaften gewinnt, und mischte im Fiba Europe Cup und in der Champions League mit. In seinem besten Jahr 2018/19 erzielte er dort im Schnitt 8,6 Punkte und holte 4,6 Rebounds in 21 Minuten.

„Ich wollte mehr Minuten spielen“

Doch in der jüngst beendeten Saison sank seine Spielzeit, weshalb er sich für einen Tapetenwechsel entschied. „Der Grund sind nicht die Finanzen, wie viele denken“, begründete er in einem Facebook-Post den Abschied aus Nymburk. „Ich habe hier fünf Jahre gespielt, leider hat sich meine Position nicht geändert, und ich wollte mehr Minuten spielen. Deshalb habe ich beschlossen zu wechseln und eine neue Herausforderung zu suchen.“

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Neunter Profi bei den Löwen

Hier kam Scalabroni ins Spiel. Denn der ehemalige Trainer des USK Prag, bei dem auch Peterka ein Jahr später spielte, wollte den Center im Frühsommer zum Erstligarivalen Pardubice locken, den er trainiert. „Aber Martin wollte unbedingt ins Ausland“, erzählt er.

Und so ist der Blondschopf nun als neunter Profi bei Scalabronis altem Herzensklub Braunschweig gelandet. „Es wird mein erstes Jahr außerhalb meines Heimatlandes sein“, sagt Peterka erwartungsvoll. „Die BBL ist für mich eine neue und große Herausforderung.“

Center-Partner von Gavin Schilling

Bei den Löwen soll der Tscheche auf der Centerposition mit seinem europäisch geprägten Basketballverständnis der Komplementärspieler zu Abräumer und Sprungwunder Gavin Schilling sein. „Er ist ein sehr gut ausgebildeter Big Man, der über starke Wurfqualitäten von außen verfügt“, sagt Trainer Pete Strobl. „Wir glauben, dass er uns in Kombination mit Gavin dazu verhelfen wird, eine gute Präsenz unter den Körben aufzubauen.“

„Ein Teamplayer, kein Superstar“

Und was hat Scalabroni nun gesagt? „Martin ist ein moderner Spieler, extrem gefährlich von außen im Pick and Roll“, verrät er unserer Zeitung. „Er liest die Defense sehr gut, trifft gute Entscheidungen und hat schon viel Erfahrung auf hohem Niveau gegen Spitzengegner.“ Auch menschlich sei Peterka ein Gewinn für seinen Ex-Klub, glaubt der 63-Jährige Wahl-Prager: „Er ist überhaupt nicht eigensinnig, kein Superstar, sondern ein Teamplayer. Er setzt das um, was vom Trainer erwartet wird. Eine gute Person und ein guter Spieler für Braunschweig.“

Der Löwen-Kader: Karim Jallow, Lukas Meisner, Lukas Wank, Gavin Schilling, Luc van Slooten, Garai Zeeb, Jannik Göttsche, Martin Peterka, Trevor Releford.

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