Lansdowne reißt die Löwen mit zum Derby-Sieg

Braunschweig.   Braunschweigs Basketballer lösen ihre erste Play-off-Hausaufgabe beim 90:76 (37:44) gegen Göttingen dank einer starken zweiten Hälfte mit Bravour.

Er war auch von drei Gegenspielern kaum zu stoppen: DeAndre Lansdowne erzielte gegen Göttingen 31 Punkte, traf fünf Dreier, gab fünf Vorlagen und klaute dem Gegner noch zweimal den Ball.

Er war auch von drei Gegenspielern kaum zu stoppen: DeAndre Lansdowne erzielte gegen Göttingen 31 Punkte, traf fünf Dreier, gab fünf Vorlagen und klaute dem Gegner noch zweimal den Ball.

Foto: Peter Sierigk

Auch wenn es ein klares Ergebnis und kein Gerade-So-Happy-End war, auch wenn Braunschweigs Basketballer am Mittwochabend ihre erste Play-off-Hausaufgabe letztlich mit Bravour lösten – das Derby war durchaus wieder ein echter Derbykrimi. „Der Sieg ist zu hoch ausgefallen“, räumte Löwen-Trainer Steven Clauss dann auch ein, erleichtert, dass seine Mannschaft nach dem 90:76 (37:44) gegen die BG Göttingen ihre gute Ausgangsposition für die Play-offs verteidigt hatte.

Doch erst in den letzten fünf Minuten konnten sich die Braunschweiger absetzen, gegen ein Gästeteam, das ihm ganz schön zu schaffen gemacht hatte. „Ich hätte mir gewünscht, dass unserer Mannschaft in der ersten Hälfte so verteidigt hätte wie Göttingen – das war Basketball“, zollte er dem Gegner Respekt.

Die Löwen hingegen leisteten sich wie schon gegen Gießen und in München ein ganz schwaches zweites Viertel. Nachdem sie mit viel Offensivschwung gestartet waren und sich eine Sieben-Punkte-Führung herausgespielt hatten (22:15, 8. Minute), war es im zweiten Abschnitt vorbei mit dem Play-off-Biss.

Die Göttinger wirkten nun viel entschlossener und packten in der Verteidigung deutlich härter zu. Die Schiedsrichter ließen sie gewähren, pfiffen aber auf der anderen Seite deutlich kleinlicher. Die Folge: Der herausragende Löwen-Topscorer DeAndre Lansdowne kassierte schon in der 17. Minute sein drittes Foul und musste erstmal auf die Bank.

Statt sich aufzubäumen und mal ein paar Dominanzsignale auszusenden, ließen die Braunschweiger die Schultern hängen und lamentierten. Eine ganz schwache Körpersprache. Und auch von der Bank kam nicht die gewohnte Energie.

Nach 15 Minuten gingen die Göttinger erstmals in Führung und bauten sie bis zur Halbzeit aus. Sie hatten sich durch ihre starke Verteidigung auch offensiv gepusht, kombinierten toll, trafen hochprozentig und waren nun beim Rebound ebenbürtig. Zum Glück gerieten die Löwen nur mit neun Punkten ins Hintertreffen (37:46, 21.) und nicht wieder mit 22 wie gegen Gießen.

Das ließ sich wettmachen nach dem Seitentausch. Nun trotzten sie der Göttinger Härte, brachten das Publikum hinter sich, das die Gäste und die Schiedsrichter nach kompromisslosen, ungeahndeten Aktionen auspfiff. „Endlich haben wir den Kampf angenommen, wie wir es schon in der ersten Hälfte hätten tun sollen“, sagte Kapitän Thomas Klepeisz.

Zur Wende trugen wesentlich Shaquille Hines und Brayon Blake bei, die nach schwacher erster Hälfte nun defensiv wie offensiv groß aufspielten. Das war die Unterstützung, die das Löwen-Kraftzentrum aus DeAndre Lansdowne, Scott Eatherton und Thomas Klepeisz gebraucht hatte. Im dritten Viertel hatten die Löwen nach sieben Minuten den Rückstand wettgemacht und sich bis zur letzten Pause schon wieder um acht Punkte auf 65:57 abgesetzt.

Lansdowne war im Angriff überhaupt nicht mehr zu bremsen, wurde allerdings von den Kollegen auch exzellent in Szene gesetzt und freigeblockt. „Sie haben mir heute den Ball immer im richtigen Moment an der richtigen Position gegeben“, kommentierte er seine grandiose Leistung. „Wir wollen unbedingt in die Play-offs, und ich habe versucht , das zu tun, was mein Team gebraucht hat.“

Doch die kampfstarken Göttinger hatten ja noch zehn Minuten. Und sie ließen sich erst im Endspurt wirklich abschütteln, als sich die Defensivschlinge der Löwen immer weiter zuzog und gefühlt auch jeder Rebound in ihren Fängen landete.

Unter dem Strich ging die Strategie der Göttinger nicht auf, Braunschweigs Beste Lansdowne und Etaherton mit vereinten Kräften klein zu halten. Das Duo ist einfach zu gut und sorgte nach heiß umkämpften Minuten auch für die Entscheidung: Ein Dreier von Lansdowne auf Vorarbeit Eathertons und Eatherton mit einem wuchtigen Solo führten die Löwen vier Minuten vor Schluss mit 79:65 in Führung. Das reichte. „Es war eine echte Schlacht heute“, resümierte Blake, der die Aufholjagd in Hälfte zwei mit zwei Dreiern eingeläutet hatte. „Ich denke, wir haben die Leute gut unterhalten.“

Löwen: Lansdowne 31 (48%, 6/6 Freiwürfe, 5/9 Dreier, 5 Vorlagen, 2 Ballgewinne), Eatherton 18 (55%, 16 Rebounds, 5 Vorlagen), Hines 14 (83%), Klepeisz 11 (50%, 3/6 Dreier, 4 Vorlagen), Blake 10 (9 Rebounds, 3 Vorlagen), Sengfelder 6, Figge, Kovacevic, Rahon (5 Vorlagen), Lagerpusch.

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