Football-Talent Hugo Klages schuftet für Wiederbeginn in USA

Braunschweig.  Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Braunschweiger für die Dauer der Zwangspause in die Löwenstadt zurückgekehrt.

In den USA absolvierte Hugo Klages schon vor dem Frühstück Einheiten im Kraftraum seiner Universität – in Deutschland muss er sich individuell fit halten.

In den USA absolvierte Hugo Klages schon vor dem Frühstück Einheiten im Kraftraum seiner Universität – in Deutschland muss er sich individuell fit halten.

Foto: University of Massachusetts

Seit etwa einer Woche ist Hugo Klages zurück in Braunschweig. Das Football-Talent, das zu Beginn des Jahres ein Sportstipendium an der University of Massachusetts antrat, wurde wie alle anderen Studenten wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nach Hause geschickt.

Die Strapazen des langen Fluges hat er bereits abgeschüttelt. Nun befindet sich der Abwehr-Riese in der obligatorischen zweiwöchigen Quarantäne. Grund für ihn, eine Pause einzulegen, ist das jedoch nicht. Er trainiert weiter für seinen großen Traum – einen Platz in einem Team der NFL, der nordamerikanischen Profiliga, die als die beste der Welt gilt.

Zunächst hatte Klages gar nicht geplant, zurück nach Deutschland zu reisen. Für einen Monat kam der einstige Jugendspieler der Lions bei einem Freund und Mitspieler in Kanada unter. „Ich durfte die Gastfreundschaft dort genießen und habe die Krise in den USA deshalb nicht so stark miterlebt. Trotzdem habe mich entschieden, nach Hause zu fliegen, um bei meiner Familie und meinen Freunden zu sein“, erklärt er.

Sobald sich die Situation entspannt hat, will der auf der Position des Defensive End spielende Braunschweiger in die USA zurückkehren. „Die College-Saison ist nach meinem Kenntnisstand nicht abgesagt“, erklärt der talentierte Footballer, der die Football-Zwangspause während seiner gerade begonnen College-Zeit nicht als Rückschlag empfindet. „Alles Negative hat auch seine positiven Seiten – auch wenn man diese nicht direkt sieht.“

Klages nutzt die Zeit. Derzeit übt er für sich zu Hause. Er macht Stabilitätstraining, stemmt Gewichte und geht alleine laufen. Künftig will er sich mit David McCants, dem ehemaligen Spitzen-Ballträger der Braunschweiger Erstliga-Mannschaft, auf den Wiederbeginn der Saisonvorbereitung in Massachusetts vorbereiten.

Gewiss wird das Arbeiten daraufhin anstrengend, doch am College wird noch einmal ein anderes Pensum gefahren. Klages‘ Tag ist durchgetaktet. Dort steht er um halb fünf Uhr früh auf. Umgehend beginnt dann die erste Einheit des Tages im Fitnessstudio. Von sechs Uhr an frühstückt das Team gemeinsam, ehe die Vorlesungen starten. Anschließend halten die Spezialtrainer mit den Spielern der jeweiligen Mannschaftsteile ihre Sitzungen ab, besprechen Einzelheiten, Taktik, Trainingsziele.

Es folgt die zweite Einheit des Tages. Football ohne Helm und Schutzausrüstung – das erlaubt der Dachverband für den US-Collegesport, die NCAA, nur zu gewissen Zeiten in der Saison. Danach geht es zur Regeneration in den Whirlpool oder ins Eisbad. Doch damit nicht genug: In der Zwischenzeit müssten die Studenten auch immer wieder ihre Universität repräsentieren: Öffentliche Termine, gemeinnützige Arbeit oder Teamtreffen stehen für Klages dann an.

Vor dem Zubettgehen gegen neun Uhr wird nur noch das Abendessen eingenommen. Viel Zeit für Erholung bleibt nicht – doch dafür ist der Nachwuchs-Footballer auch nicht dort. Er ist eine Kämpfernatur, investiert alles für sein großes Ziel, einmal Profi zu sein. Dafür steht er auch einmal pro Woche ein hartes Konditionstraining durch. „Jeden Freitag absolvieren wir es als Team 30 Minuten ohne Pause bei hundertprozentiger Intensität“, berichtet der Enkel von Jürgen Moll, der 1967 mit Eintracht Braunschweig deutscher Fußball-Meister wurde.

Doch statt mit seinen Teamkollegen auf den Saisonstart im Spätsommer hinarbeiten zu können, ist er nun erst einmal zu Hause und freut sich, bei seiner Familie zu sein. Auch weil die Situation in den Staaten undurchsichtiger erscheint. Dort seien, so Klages, Geschäfte erst sehr spät geschlossen worden, weil die Lage als nicht so gravierend eingeschätzt worden sei. Und es ist nicht absehbar, wann alles wieder in geordneten Bahnen verläuft.

Deshalb hat das Braunschweiger Football-Talent auch keinen genauen Plan geschmiedet, wann er wieder in die USA fliegen will. „Erst wenn die Situation unter Kontrolle ist, kann ich zurück“, erklärt Klages, der nun wieder in der Löwenstadt für den nächsten Schritt in seiner Karriere schuftet.

Coronavirus in der Region – hier finden Sie alle Informationen

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder