Lions gewinnen knallhartes Halbfinale

Braunschweig.  Die Braunschweiger Footballer verlieren beim 36:18 gegen Frankfurt mehrere Topspieler nach Verletzungen.

Spielmacher Brandon Connette liebt es, selbst mit dem Ball voranzugehen. Doch im Duell mit Frankfurt verletzte sich der Amerikaner dabei schwer.

Spielmacher Brandon Connette liebt es, selbst mit dem Ball voranzugehen. Doch im Duell mit Frankfurt verletzte sich der Amerikaner dabei schwer.

Foto: Karsten Reißner

Es war hart, vielleicht manchmal sogar brutal, hochklassig über weite Strecken, aber nie wirklich übermäßig spannend. Das Halbfinale um die deutsche Football-Meisterschaft zwischen den Lions und den Frankfurt Universe hatte am Sonntagnachmittag im Eintracht-Stadion einiges zu bieten. Und das Schönste aus Sicht der meisten Zuschauer der 3648 Besucher: Die Braunschweiger setzten sich durch, siegten mit 36:18 und stehen zum 18. Mal in ihrer Vereinsgeschichte im German Bowl, im Finale der deutschen Meisterschaft.

Diese Partie steigt in zwei Wochen in Frankfurt. Gegner sind die Schwäbisch Hall Unicorns. Und damit ist das Traum-Endspiel perfekt. Der Südmeister, der am Samstag den Nordzweiten Dresden mit 30:13 bezwang, trifft auf den Nordmeister, den deutschen Rekord-Champion, eben auf die Lions.

Den Sieg teuer bezahlt

„Ich bin zufrieden, dass wir das Spiel gewonnen haben. Und ich bin glücklich, dass wir im German Bowl stehen. Aber es wird sich erst noch zeigen, welchen Preis wir dafür bezahlen“, sagte Lions-Cheftrainer Troy Tomlin. Denn gleich mehrere Topspieler mussten am Sonntag verletzt vorzeitig das Spielfeld verlassen.

Allen voran Spielmacher Brandon Connette, der in der ersten Minute des zweiten Viertels während eines Laufs mit den Ball derart hart gestoppt wurde, dass er erst auf dem Feld behandelt werden musste, dann nur ganz langsam, gestützt von zwei Betreuern, offensichtlich benommen den Platz zu Fuß verließ und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Verdacht auf Beinbruch

Ebenfalls noch in der ersten Spielhälfte ging Ballfänger Christian Bollmann mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Platz, und wenig später erwischte es Defense-Ass Samuel Kargel aus der ersten Abwehrreihe schwer. Erster Verdacht: Beinbruch.

Für Connette musste Sonny Weishaupt als Regisseur ran – und machte seine Sache ganz ausgezeichnet. Gleich mit seinen ersten Spielzügen, quasi kalt, bereitete er mit feinen Pässen den ersten Braunschweiger Touchdown vor. „Ich hätte gern noch mehr geworfen im weiteren Spielverlauf. Aber die Frankfurter hatte so große Probleme mit unserem Laufspiel, dass es gar nicht nötig war“, meinte Weishaupt.

McClendon nicht zu stoppen

Und in der Tat war es in Christopher McClendon der beste Ballträger der Liga, der auch im Halbfinale die entscheidenden Meter mit dem Leder zurücklegte, um die Braunschweiger mit einem satten Vorsprung nach vorn zu bringen. Das wiederum setzte die Frankfurter unter Druck, mehr zu riskieren, um in Schlagweite zu bleiben. „Wir wussten, dass sie nun vornehmlich werfen müssen. Und das hat uns richtig in die Karten gespielt“, sagte Passverteidiger Lars Steffen, der spektakulär einen Wurf der Gäste abfing und das Lederei zum Interception-Return-Touchdown über fast 60 Meter zurücktrug.

Aber auch sonst war die Passverteidigung der Lions hellwach. Benjamin Barnes etwa gelang ebenfalls eine Interception, und Nebenmann Tissi Robinson entschärfte mehrfach starke Pässe von Frankfurts Spielmacher Steven Cluley in letzter Sekunde. „Wenn man weiß, dass im eigenen Angriff der wichtigste Mann verletzt raus ist, gibt das der ganzen Abwehr einen Ruck. Da weiß jeder, dass er doppelt so konzentriert, so gut und so effektiv sein muss, um der Mannschaft zu helfen“, meinte Barnes.

„Braunschweig hat verdient gewonnen“

Frankfurts Cheftrainer Thomas Kösling fand das Ergebnis ein bisschen zu hoch, gab aber zu: „Braunschweig hat verdient gewonnen. Uns sind ein paar Fehler mehr unterlaufen. Und das wurde bestraft.“ Zu den Verletzungen meinte er: „Ich gehe erstmal davon aus, dass kein Spieler einen anderen absichtlich verletzen will. Aber du musst schon hart spielen, um in Braunschweig nicht unterzugehen und 60 Punkte zu kassieren. Da kann dann sowas passieren. So ist Football.“ So reisen nun die Frankfurter mit leeren Händen nach Hause und zwei Wochen später die Lions hinterher in die Main-Metropole. „Wir fahren dahin, um deutsche Meister zu werden“, betonte Patrick Finke, auch so ein Abwehr-Ass der Braunschweiger und maßgeblich beteiligt am Halbfinal-Erfolg.

Für dien Lions-Punkte sorgten Tobias Goebel (10), Christopher McClendon (18), Lars Steffen (6), Benjamin Barnes (2).

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