Eintracht Braunschweig

Peter Vollmann betrachtet die Lage „mit Sorge und Sorgfalt“

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Eintracht Braunschweig: Fünf Fakten über den Fußballverein aus Niedersachsen

Eintracht Braunschweig- Fünf Fakten über den Fußballverein aus Niedersachsen

Das ist der Fußballverein Eintracht Braunschweig.

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Braunschweig.  Der Geschäftsführer Sport von Eintracht Braunschweig glaubt an Trainer Michael Schiele und an die Mannschaft, die aber verstärkt werden soll.

Peter Vollmann lebt und arbeitet nach einem konstruktiven Motto: „Wir können nicht negativ denken und dann ein positives Ergebnis erwarten“, sagt der 64 Jahre alte Sport-Geschäftsführer. Und so strahlt er auch nach vier tor- und punktlosen Fußball-Zweitliga-Partien der Braunschweiger Eintracht unerschütterliche Zuversicht aus. Natürlich, das stellt Vollmann klar, will auch er über den missratenen Saisonstart gar nicht hinwegsehen. „Wir betrachten die Situation mit Sorge, und doch zugleich mit Vernunft und Sorgfalt“, sagt er.

Das bedeutet: Die Lage wird kritisch miteinander analysiert – auf allen Ebenen des Klubs. Im Team, darüber wurde schon häufig geschrieben, herrsche eine gute Stimmung, bestätigt Vollmann. Doch auch in den höheren Gremien würden die kleinen Schritte zusammen Hand in Hand gegangen. „Wir arbeiten alle miteinander, nicht nebeneinander.“ Wann immer möglich wird auf Geschäftsführer- und Aufsichtsratsebene konferiert, um „keine Zwischenräume“ entstehen zu lassen. Vollmann: „Das ist die Grundlage, um Dinge zu meistern.“

Daher lässt der Manager überhaupt keine Luft an den Posten des Trainers. Während Arminia Bielefeld am Mittwochvormittag Coach Uli Forte entließ (nach ebenfalls vier Pleiten aus vier Spielen), droht Michael Schiele Ähnliches nicht. „Wir verlieren nicht den Glauben an unseren Trainer, und wir verlieren nicht den Glauben an unsere Mannschaft“, stellt Vollmann klar.

Ein neuer Abwehrspieler soll noch zu Eintracht Braunschweig kommen

Wobei die Intensität des Glaubens an Zweitgenannte noch erhöht werden soll – durch einen Neuzugang. „Wir haben gemerkt, dass wir uns in der Defensive verstärken müssen“, sagt Vollmann. Konkret: Ein Innenverteidiger, der die Abwehr neben dem erprobten Brian Behrendt stabilisieren kann, soll kommen. Dass der Geschäftsführer auf der Position noch zum Handeln gezwungen wird, sei zunächst nicht zu erwarten gewesen.

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Denn Saulo Decarli, den Vollmann vom VfL Bochum zurück in die Löwenstadt geholt hatte, kam zunächst nur schwer in Tritt und laboriert nun noch an einer Muskelverletzung, die ihn einige Wochen vom Kader fernhalten könnte.

Der Hamburger Verteidiger Stephan Ambrosius war ein Kandidat bei Eintracht

Ein Kandidat war der Hamburger Verteidiger Stephan Ambrosius, der sich aber für ein Leih-Jahr dem Karlsruher SC, einem direkten Eintracht-Konkurrenten um den Klassenerhalt, anschloss. Er habe jedoch, versichert Vollmann, weitere interessante Transfermöglichkeiten im Blick. Nur: Die Zeit läuft gegen die Braunschweiger. In zwei Wochen schließt das Transferfenster. Für den erfahrenen Vollmann aber ist das „noch genug Zeit“.

Gut, dass er zu Wochenbeginn eineinhalb Tage in Dortmund weilte, um mit den Managern aller 36 Klubs aus erster und zweiter Liga an der DFL-Versammlung teilzunehmen. Da wurde zwischen Ehrungen und Wahlen auch mal abgeklopft, ob bei dem einen oder anderen Verein noch eine Chance auf einen Transfer besteht.

Peter Vollmann: Wir müssen uns personell verbessern

Vollmanns Essenz: Viele Vereine aus Liga 2 suchen noch nach einem zentralen Verteidiger, was den Teich, in dem ohnehin nicht allzu viele Fische schwimmen, umkämpfter macht. Und wenn ein Klub – wie die Eintracht – nicht mit den ganz dicken Schecks wedeln kann, sinkt die Chance auf einen Transfer noch etwas weiter. Aber: Auch in dem Thema greift Vollmanns Motto mit der Kraft der positiven Gedanken. „Wir müssen uns personell verbessern und das Team verstärken, dann kann der Trainer auch wieder besser arbeiten.“

Zuletzt konnte Schiele nicht auf den erkrankten Robin Krauße zurückgreifen, dessen Rückkehr ins Training erst zum Wochenende hin geplant ist. Daher spielt der Vize-Kapitän in den Planungen für die nächste Partie gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag (20.30 Uhr) erst einmal nur eine Nebenrolle. Auf Decarli muss Schiele ebenfalls verzichten.

Anthony Ujah ist ein Kandidat für die Startelf

Fitter und fitter hingegen wird Anthony Ujah. Der 31 Jahre alte Angreifer hat zwar noch nicht die Luft für 90 Minuten, aber die muss er womöglich auch noch gar nicht haben. Sollte der bundesligaerfahrene Nigerianer nur 60 Minuten durchhalten, aber in denen das erste blau-gelbe Tor der Saison erzielen, wäre das ein absolut ausreichender Arbeitsnachweis – fürs Erste. Längerfristig plant die Eintracht natürlich mit einem gänzlich fitten Ujah, der über die vollen 90 Minuten ackern kann. Aber: Auch in kleinen Schritten geht es vorwärts.

Einen besonders erhöhten Druck verspürt Vollmann vor dem Düsseldorf-Spiel und nach vier Niederlagen in Serie nicht. „Wir wussten doch alle, dass es schwierig werden würde für uns. Wir waren nicht blauäugig. Daher ist der Druck nun nicht höher als vor dem 1. Spieltag“, sagt er.

Es geht ums Erwartungsmanagement und eine realistische Einordnung der Braunschweiger Situation, die natürlich nicht gut, aber eben auch nicht hoffnungslos ist. „Das war ein schlechter Saisonstart, aber“, sagt Vollmann, „wir sind noch nicht abgestiegen.“

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