Eintrachts Kaufmann: Wir müssen uns schnell finden

Braunschweig.  Fabio Kaufmann sieht Eintracht in der 2. Liga auf einem guten Weg, mahnt aber kritisch zu bleiben

Fabio Kaufmann (links) im Zweikampf mit Herthas Niklas Stark. Mit der Eintracht erwartet der Stürmer am Samstag Kiel.

Fabio Kaufmann (links) im Zweikampf mit Herthas Niklas Stark. Mit der Eintracht erwartet der Stürmer am Samstag Kiel.

Foto: Darius Simka / regios24

Das erste Heimspiel der Zweitliga-Saison hat Fabio Kaufmann eigentlich schon hinter sich. Am vergangenen Sonntag beim Liga-Auftakt der Eintracht-Fußballer wusste der Braunschweiger Neuzugang jedenfalls einen kleinen Fanklub hinter sich. „Zehn Leute von mir waren bestimmt da – meine Eltern, meine Freundin, ihre Eltern und noch ein paar mehr“, sagt der 28-Jährige. Sie alle hatten eine kurze Anreise. Aalen, Kaufmanns Heimstadt, und Heidenheim liegen nur eine Autobahnabfahrt voneinander entfernt.

Fabio Kaufmann ist zuversichtlich

Geholfen hat die Unterstützung leider nicht. Kaufmann und die Eintracht zeigten im ersten Saisonspiel zwar eine gute Leistung, mussten die Heimreise aber mit einer 0:2-Niederlage im Gepäck antreten. „Es war ein ordentliches Spiel und ein Auftakt, mit dem wir zufrieden sein können. Trotzdem müssen wir kritisch damit umgehen, dass wir verloren haben“, sagt Kaufmann. Gerade er als Offensivmann sieht sich da in der Verantwortung. „Uns hat vorne im letzten Drittel die Durchschlagskraft und der finale Pass gefehlt“, gibt der gelernte Rechtsaußen zu. Er macht sich allerdings keine Sorgen, dass das zu einem dauerhaften Problem der Löwen werden könnte. „Ich bin zuversichtlich, und auch unser Umfeld ist nach meinem Empfinden positiv gestimmt, weil es sieht, dass sich bei uns etwas entwickelt“, meint er.

Zentraler als in Würzburg

Bei elf Neuzugängen ist es ja auch nicht verwunderlich, dass bei den Blau-Gelben noch nicht alles rund läuft. Kaufmann zum Beispiel spielt in Braunschweig zentraler als er es in Würzburg tat, interpretiert seine Rolle im Zweier-Sturm aber flexibel. Er machte in der vergangenen Saison mit Würzburg schon einmal die Erfahrung, dass es nach einem Umbruch etwas Zeit braucht, bis sich eine Mannschaft gefunden hat. „Am Ende haben wir das Feld von hinten aufgerollt und sind aufgestiegen“, erinnert er.

Klassenerhalt bleibt das Ziel

So große Ambitionen will er mit der Eintracht in diesem Jahr gar nicht hegen. Die Braunschweiger haben den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Das wird schwer genug. Zumal wenn der Findungsprozess der neuen Löwen-Elf noch etwas andauert. Deshalb sagt Kaufmann: „Wir müssen uns so schnell wie möglich finden und punkten. Wenn wir damit erst nach ein paar Spieltagen anfangen, laufen wir dauerhaft einem Rückstand hinterher.“

Kiel ist für Kaufmann eine Top-Mannschaft

Perfekt wäre es, wenn die Blau-Gelben am Samstag (13 Uhr) gegen Holstein Kiel das erste Erfolgserlebnis in der Liga feiern. Die Vorfreude bei Kaufmann auf die Partie ist groß, obwohl weiterhin nur eine begrenzte Anzahl an Zuschauern zugelassen ist. „Ich kenne das Eintracht-Stadion als gegnerischer Spieler mit 22.000 oder 23.000 Zuschauern. Ich denke schon, dass uns durch die aktuelle Situation ein kleiner Vorteil verloren geht.“ Für ihn ist das trotzdem keine Ausrede für eine schlechte Leistung. Er weiß, dass er und seine Kollegen gegen Kiel alles abrufen müssen. „Das ist eine Topmannschaft, die sehr gefestigt ist“, sagt er.

Papa Kaufmann hat sich angekündigt

Ohne familiäre Unterstützung von außen muss er die Partie aber wahrscheinlich auch diesmal nicht bestreiten. Sein Vater hat sich angekündigt, will die 500 Kilometer auf der Autobahn gerne auf sich nehmen. Vielleicht können Kaufmann Senior und Junior anschließend in der Wohnung des Eintracht-Profis auf einen Sieg anstoßen. Dort hat sich Offensivspieler ebenfalls gut eingelebt. Nur eines fehlt noch. „Meine Couch sollte eigentlich schon am 18. September geliefert werden. Wenn die endlich da ist, ist alles perfekt“, sagt er lachend. Manche Dinge brauchen eben Zeit.

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