Felix Kroos und Eintracht brauchen noch Zeit

Heidenheim.  Der Neuzugang gibt bei der Niederlage in Heidenheim sein Pflichtspieldebüt – mit Luft nach oben.

Felix Kroos war nach seinem Debüt für Eintracht Braunschweig ein begehrter Interviewpartner.

Felix Kroos war nach seinem Debüt für Eintracht Braunschweig ein begehrter Interviewpartner.

Foto: imago images/Eibner

Seine zweifellos vorhandene Qualität hatte Felix Kroos am Sonntagnachmittag nur bedingt gezeigt. Aber es war ja auch eine undankbare Aufgabe, als Einwechselspieler bei der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim ins Spiel zu kommen, als sich Eintracht Braunschweig in einer lethargischen Phase befand.

Auch der 29-Jährige, der von Union Berlin zu den Löwen gewechselt war, konnte den Ausgang des Spiels nicht mehr entscheidend beeinflussen. Kurz nach seiner Hereinnahme fiel das zweite Gegentor – dann war die Luft auf dem Spiel endgültig heraus. Dementsprechend unzufrieden war der gebürtige Greifswalder, der vorige Woche beim 3:1-Testspielsieg gegen Halle 70 Minuten im blau-gelben Trikot agierte, nun über seine Pflichtspielpremiere für die Eintracht. „Wenn man nicht gewinnt, ist das immer enttäuschend“, erklärte der Mann mit der Rückennummer 18.

Mehr Klarheit und Struktur versprochen

23 Minuten Einsatzzeit gewährte Eintrachts Cheftrainer Daniel Meyer dem Neuzugang. „Wir haben uns von seiner Hereinnahme mehr Struktur und mehr Klarheit und Tiefe im Spiel versprochen“, erklärte der 41-Jährige die Beweggründe für die Einwechslung Kroos‘.

Die Abläufe stimmen noch nicht

Doch es war zu sehen, dass dem erst- und zweitligaerfahrenen Mittelfeldspieler nach erst zwei Wochen ein wenig die Bindung zum Spiel fehlte – das bestätigten er und sein Trainer unisono. Er verfügt momentan kaum über Spielpraxis nach zwei Monaten ohne Mannschaftstraining. „Die Abläufe stimmten noch nicht“, analysierte auch Meyer, der aber befand, dass sein bislang letzter Transfer in diesem Sommer die Sache ordentlich gemacht habe.

Kroos: Die Spritzigkeit fehlt noch

Kroos selbst sagt: „Ich sehe mich noch nicht bei 100 Prozent. Man hat gesehen, dass mir noch ein bisschen die Spritzigkeit fehlt.“ Diese Erkenntnis kommt nach so wenigen Einheiten mit der Mannschaft nicht unbedingt überraschend. Der Rechtsfuß wusste aber auch, worauf es jetzt ankommt: Geduld. „Das ist manchmal schwer im Fußball, aber ich habe sie, um irgendwann bei 100 Prozent zu sein“, meinte der ehemalige Bremer.

Eintracht braucht noch Zeit

Das gelte für ihn aber auch für die Mannschaft nach der Auftakt-Niederlage beim Bundesliga-Relegationsteilnehmer aus der vergangenen Spielzeit, der in Eintrachts Druckphase eiskalt zuschlug und den Deckel auf eine Partie mit wenigen Höhepunkten machte. Aber Kroos lobte: „Wir haben gesehen, dass wir auf Augenhöhe mitspielen können. Der letzte Pass, die letzte Aktion hat gefehlt. Da müssen wir uns verbessern. Wir haben viele Neuzugänge, das braucht eben seine Zeit.“

Die ersten Schritte wurden gemacht

Nicht nur dem Mittelfeldmann mit Führungsqualitäten tut jede gemeinsame Einheit mit der Mannschaft gut – aufgrund der Kürze der Zeit, die er in der Löwenstadt ist, aber wohl ihm im Speziellen. „Für uns geht es jetzt darum, ihm im laufenden Betrieb Spielpraxis zu geben und ihn auf Topniveau zu befördern, damit er uns helfen kann“, erklärte auch Meyer. Erste Schritte dafür wurden gemacht. „Auch was die Kondition betrifft“, sagte Kroos.

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