Eintracht Braunschweig: Daniel Meyer ärgert unnötige Niederlage

Heidenheim.  Beim 0:2 in Heidenheim sieht Eintracht Braunschweigs Trainer Daniel Meyer nicht nur schlechte Dinge. Dennoch war er maximal enttäuscht.

Eintrachts Offensive um Fabio Kaufmann (links, im Duell mit Oliver Steurer) entwickelte in Heidenheim zu wenig Durchschlagskraft

Eintrachts Offensive um Fabio Kaufmann (links, im Duell mit Oliver Steurer) entwickelte in Heidenheim zu wenig Durchschlagskraft

Foto: Eduard Martin via www.imago-images.de / imago images/Jan Huebner

59 Prozent Ballbesitz, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe – und dennoch setzte es vor 2052 Zuschauern eine 0:2 (0:1)-Niederlage für die Fußballer von Eintracht Braunschweig beim 1. FC Heidenheim. Die Statistik dieser Zweitliga-Partie stellte einmal wieder eindrucksvoll unter Beweis: Man kann die spielbestimmende Mannschaft sein und trotzdem als Verlierer vom Platz gehen.

Daniel Meyer nach Eintracht Braunschweigs Spiel: Im Fußball zählen nur Tore

Dementsprechend fiel auch die Analyse des neuen Cheftrainers Daniel Meyer aus, der mit dem Aufsteiger am 1. Spieltag ohne Punkte die knapp 500 Kilometer lange Heimreise antrat. „Im Fußball zählt es, etwas auf die Anzeigetafel zu bringen. Da waren wir nicht gut“, sagte der 41-Jährige ruhig, aber dennoch etwas angefressen. Denn er wusste genau: „Aus meiner Sicht war es überhaupt nicht nötig, hier mit leeren Händen nach Hause zu fahren.“

In der Tat gefielen die Löwen nach kurzer Anpassungsphase mit überlegtem Kombinationsfußball und einem guten Zweikampfverhalten. Sie ließen wenig zu, doch als Heidenheim einmal durchkam, war das Unglück geschehen.

Einen Schuss von Konstantin Kerschbaumer bekam Robin Ziegele beim Klärungsversuch an die Hand. Und nach Einschreiten des Video-Schiedsrichters gab es folgerichtig Strafstoß, den Patrick Schmidt ohne mit der Wimper zu zucken ins rechte Eck schweißte. „Durch den Spielverlauf waren wir quasi das gesamte Spiel über unter Zugzwang“, haderte Meyer, dessen Trainerkollege Frank Schmidt den Elfmeter-Verursacher Ziegele als Schwachpunkt bei der Eintracht ausgemacht hatte. „Pressingopfer“, nannte Meyer in seiner Analyse seinen Verteidiger, der nach einer guten Partie im DFB-Pokal gegen Hertha (5:4) an der Brenz einen gebrauchten Tag erwischt hatte. Immer wieder liefen die Aktionen des 1. FCH über seine Seite. Auch bei Stefan Schimmers Chance zum 0:2 aus Eintracht-Sicht sah der Abwehrspieler nicht gut aus. Doch damit war er an diesem Tage nicht allein.

Dem Heimteam gelang es weitestgehend, die Stürmer Suleiman Abdullahi und Fabio Kaufmann sowie Spielgestalter Martin Kobylanski aus der gefährlichen Zone fernzuhalten. Und wenn das Trio einmal durchbrach, verhinderten überhastete und ungenaue Abschlüsse ein Erfolgserlebnis, das die Braunschweiger gegen den diesjährigen Teilnehmer der Bundesliga-Relegation durchaus verdient gehabt hätte.

Eintracht Braunschweig: Meyer hadert mit Verhalten im Angriff

Strafraumbesetzung, Mut, der Zug zum Tor – all das fehlte der Eintracht, monierte Meyer. Der erneut starke Yassin Ben Balla hätte beim Stand von 0:1 einen Elfmeter herausholen können, der Kontakt war da, doch der Franzose entschied sich fairerweise dafür, weiterzuspielen.

Ansonsten tat sich lange nichts. Vor allem in Durchgang zwei kam zu wenig von den Blau-Gelben. Erst mit den Einwechslungen von Debütant Felix Kroos und Marcel Bär kam Schwung zurück ins Eintracht-Spiel, den der junge Kevin Sessa jäh bremste. In der 75. Minute stand der Einwechselspieler goldrichtig, als sich der wenig später verletzt ausgewechselte Michael Schultz und der für Jasmin Fejzic ins Tor rotierte Felix Dornebusch nicht einig schienen.

Erst nach dem zweiten Gegentreffer hatten die Braunschweiger ihre einzige echte Torchance. Ein Kopfball von Nick Proschwitz. „Das steht in keinem Verhältnis zu dem Aufwand, den wir hier betrieben haben“, ärgerte sich Eintrachts Cheftrainer, der das Auftaktspiel seiner Mannschaft treffend zusammenfasste. „Wir haben aus dieser Scheinüberlegenheit am Ende zu wenig gemacht“, kritisierte der gebürtige Hallenser.

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