Wie überrascht Eintracht die Viktoria?

Braunschweig.  Trainer Antwerpen konnte die Pause nutzen, um an der Taktik zu feilen. Zuvor seien die „körperlichen Defizite“ zu gravierend gewesen, sagt er.

Doppelsechs oder Dreierreihe? Bernd Nehrig (rechts, beim Training in Barsinghausen) und Patrick Kammerbauer könnten in mehreren Varianten zusammen in Eintrachts Mittelfeld spielen.

Doppelsechs oder Dreierreihe? Bernd Nehrig (rechts, beim Training in Barsinghausen) und Patrick Kammerbauer könnten in mehreren Varianten zusammen in Eintrachts Mittelfeld spielen.

Foto: sp / Sielski / Sielski-Press

Das Rätselraten ist vor diesem Spieltag in der 3. Fußball-Liga besonders groß. Fast drei Monate standen sich die Mannschaften nicht mehr im Wettbewerb gegenüber, es gab keine Testspiele, und auch die Beobachtung der Trainingseinheiten durch Journalisten oder andere „Spione“ fiel komplett aus. Deshalb hat ein Festlegen auf die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen im Moment auch vieles von dem berühmten Blick in die Glaskugel. Wirklich verlässlich sind die Voraussagen nicht.

Auf die Mannschaft von Eintracht Braunschweig trifft das vor dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Viktoria Köln besonders zu. Vor der Pause war die Eintracht auf der Suche nach Konstanz – sowohl was Personal und Taktik betraf, als auch mit Blick auf die Ergebnisse . Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Eintracht-Elf auf etlichen Positionen anders aussehen wird als jene, die im letzten Spiel am 9. März in Rostock kläglich mit 0:3 verlor. Allein schon deshalb, weil damals die Routiniers Benjamin Kessel, Bernd Nehrig und Stephan Fürstner fehlten. Sie alle stehen nun aber zur Verfügung, wie auch der Rest des Kaders. „Wir haben sehr auf die Dosierung im Training geachtet und sind zum Glück von Verletzungen fast komplett verschont geblieben“, sagt Cheftrainer Marco Antwerpen. Er steht nun vor der schwierigen Aufgabe aus einem Aufgebot von 29 Spielern, die richtigen Akteure für die Aufgabe gegen Köln zu benennen. „Man kann sich auf Überraschungen einstellen“, kündigt der Coach bereits an.

Wie die aussehen, will er natürlich nicht verraten. Allein schon deshalb, um die Gäste aus Köln etwas im Unklaren zu lassen. Möglich scheint aber Folgendes: Kevin Goden könnte ein Comeback als Rechtsverteidiger feiern. Dafür würde Kessel in die Innenverteidigung wechseln. Das ist eine Variante, die bei Antwerpen schon länger hoch im Kurs steht. Jetzt gab es Zeit genug, sie einzustudieren.

Im Mittelfeld deutet vieles auf eine Rückkehr von Nehrig in der Schaltzentrale hin . Der Kapitän hat die vergangenen Monate nutzen können, um sich wieder in Form zu bringen, nachdem ihn zuvor immer wieder Verletzungen gestoppt hatten. Nun soll er wieder den Taktstock schwingen. Die große Frage ist aber, in welcher taktischen Formation er das tut. Auch da hält sich Antwerpen bedeckt. „Wir wollen offensiv ausgerichtet agieren“, sagt der Coach nur. 4-3-3 gilt als sein Lieblingssystem. In Braunschweig ließ er aber auch schon andere Varianten spielen.

Grundsätzlich ist er froh, dass er mit seiner Mannschaft zuletzt sehr intensiv an Taktik und Abläufen feilen konnte. Das sei nach der Übernahme des Trainerpostens bei der Eintracht so noch nicht möglich gewesen. „Die körperliche Defizite in der Mannschaft waren doch ziemlich gravierend. Das haben wir auch bei einem Laktat-Test im Januar festgestellt“, sagt Antwerpen. Deshalb sei es in der Winterpause vor allem darum gegangen, diese Defizite aufzuarbeiten. „Das ist überhaupt die Voraussetzung, um über einen längeren Zeitraum, eine hohe Intensität im Spiel zu gewährleisten“, sagt Antwerpen.

Nun könne das Team auch den Fußball spielen, den er sich vorgestellt. Antwerpen weiß aber auch, dass damit seine Schonfrist abgelaufen ist. „Ich will ja nicht immer nach Ausreden suchen“, sagt er. Die verbleibenden elf Saisonspiele sind auch für den Coach, dessen Vertrag ausläuft, ein Prüfstein.

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