Grizzlys Wolfsburg „auf besserem Niveau als im Sommer 2019“

Wolfsburg.  Hier spricht der Trainer der Grizzlys Wolfsburg. Pat Cortina zieht ein Zwischenfazit der ersten Eis-Trainingswochen und äußert sich zur DEL-Lage.

Grizzlys-Trainer Pat Cortina und sein Team haben die Kurzarbeit längst hinter sich gelassen und trainieren intensiv.

Grizzlys-Trainer Pat Cortina und sein Team haben die Kurzarbeit längst hinter sich gelassen und trainieren intensiv.

Foto: City-Press GmbH/Grizzlys/oh

Pat Cortina blendet bei seiner Arbeit die Spekulationen um die Rückkehr in den Spielbetrieb weitgehend aus. Der Trainer des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg konzentriert sich stattdessen auf die Vorbereitung der Mannschaft auf dem Eis. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht er ein erfreuliches Zwischenfazit – und äußert sich auf Nachfrage dann doch zur schwierigen Lage der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), die am Montag vor einer spannenden und vielleicht richtungsweisenden Gesellschafterversammlung steht.

Pat Cortina über ...

… die sieben Neuzugänge Matti Järvinen, Jordan Boucher, Dustin Strahlmeier, Phillip Bruggisser, Janik Möser, Max Görtz und Phil Hungerecker: „Der Eindruck von unseren neuen Spielern ist annähernd so, wie wir es erwartet hatten. Sie sind clever und vielseitig. Boucher ist ein großartiger Skater, hat viel Energie. Görtz deckt viel Eisfläche ab, hat einen tollen Schuss. Järvinen besitzt viel Erfahrung, kann in verschiedenen Situationen spielen. Strahlmeier kenne ich eh schon aus unserer gemeinsamen Schwenninger Vergangenheit. Hungerecker ist voller guter Vorsätze und arbeitet sehr hart. Und Möser kam gut vorbereitet ins Camp und ist willens. Ich betrachte das Team insgesamt aber als eine neue Gruppe.“

… seine Eindrücke von den bereits im vergangenen Jahr zum Kader zählenden Spieler: „Viele haben sich gut entwickelt. Auch, weil sie eine längere Vorbereitungszeit als in anderen Jahren hatten. Für einige waren die Trainingsbedingungen aufgrund von Corona jedoch nicht optimal. Generell fehlt den meisten Spielern deshalb in dem einen oder anderen Bereich noch etwas bis zur Bestform. Daran arbeiten wir. Sehr beeindruckt war ich vom Konditionslevel, mit dem Sebastian Furchner die Vorbereitung begonnen hat. Unglaublich, wie hart er im Sommer gearbeitet hat. Aber auch alle anderen hinterlassen einen guten Eindruck. Insgesamt befinden sich alle Spieler des Vorjahreskaders auf einem besseren Niveau als 2019. Nicht nur körperlich, sondern auch vom Selbstvertrauen und von der Einstellung her.“

… die Stärke der Mannschaft im Vergleich zur vergangenen Saison: „Es ist sehr schwer für mich, das aktuelle Team mit dem aus der vergangenen Saison zu vergleichen. Wir haben auch noch kein Spiel bestritten. Unser Wettkampfgesicht haben wir deshalb noch nicht zeigen können, bisher ist nur unser Trainingsgesicht zu sehen. Die Ausgangslagen sind auch nicht vergleichbar. Derzeit herrscht viel Unsicherheit. Ich möchte aber glauben, dass unser Niveau gestiegen ist. Die jüngeren Spieler sind wieder ein Jahr erfahrener. Als Team sind wir zudem viel vertrauter als noch vor einem Jahr. Aber für einen echten Vergleich ist es noch zu früh.“

… das Duell auf der Torhüterposition zwischen Chet Pickard und Neuzugang Dustin Strahlmeier: „Beide leisten gute Arbeit. Unser Torwarttrainer Ilari Näckel macht auch einen exzellenten Job. Ich bin überzeugt davon, dass wir zwei gute Torhüter haben und dass das ein Gewinn für uns ist während einer sehr intensiven Saison mit vielen Spielen in kurzer Zeit. Beide Torhüter zeigen im Training, dass sie sich weiter verbessern wollen. Im Moment ist das das Wichtigste.“

… über seine Vorstellungen von der künftigen Zusammensetzung der Reihen: „Wir haben einen interessanten und vielseitigen Kader. Es gibt eine Vielzahl von Kombinationen, die funktionieren können. Das ist ein hohes Gut. Wenn man auf einige Ligen schaut, die schon begonnen haben, sieht man auch, wie die Teams aufgrund von Corona-Fällen immer wieder von Ausfällen betroffen sind. Damit müssen wir auch rechnen. Um uns bei der Reihen-Zusammensetzung schon festzulegen, haben wir bislang noch zu wenig im Taktikbereich gearbeitet. Das folgt in den nächsten Wochen.“

… seinen Eindruck vom Trainingsstart: „Ich bin sehr zufrieden, wie die Spieler trainieren. Wir hatten in den Einheiten richtig gute Quantität und Qualität. Es scheint, dass die Spieler mögen, was sie tun. Die Einstellung stimmt, das zeigt mir, dass sie fokussiert sind und nicht zu viel darüber nachdenken, was passieren wird. Es waren bislang drei Wochen, die allen Spaß gemacht haben. Ich muss dafür sorgen, dass es so weitergeht.

… die aktuelle Personallage: „Wir haben, Gott sei Dank, keine Verletzungen.“

… seine Erwartungen zur am Montag stattfindenden Gesellschafterversammlung der Deutschen Eishockey-Liga: „Ich versuche, meinen Fokus auf das zu richten, was ich kontrollieren kann. Ich erwarte aber, dass die Dinge weiter in dieselbe Richtung gehen. Mein Eindruck ist, dass seit dem Corona-Ausbruch die Leute, die die Entscheidungen treffen, nach Lösungen suchen, wie wir wieder spielen können. Das ist auch der Ansatz, den die Klubs am Montag haben werden. Wir müssen bereit sein, uns an jede Situation anzupassen. Ich bin es, und ich bin zuversichtlich, dass wir es als Team und Organisation auch sind. Ich erwarte von der Gesellschafterversammlung, dass der Weg, der uns zurück in den Spielbetrieb führen soll, weiter beschritten wird. Wir in Wolfsburg müssen uns wie alle anderen Klubs da anpassen.“

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