Kapitän Furchner ist zurück an Bord bei den Grizzlys

Wolfsburg.  Wolfsburgs Eishockey-Erstligist hat zwar seinen Führungsspieler zurück, braucht aber Lösungen für seine Heim- und seine Startschwäche.

Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner könnte bald schon wieder so jubeln wie hier.

Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner könnte bald schon wieder so jubeln wie hier.

Foto: Darius Simka / regios 24

Der Kapitän kehrt nach siebenwöchiger Verletzungspause zurück an Bord beim Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg! „Ich denke schon“, antwortet Sebastian Furchner nach dem Dienstag-Training auf die Frage, ob er Freitag in Straubing spielen kann. „Das entscheidet aber der Trainer.“ Der ist froh, seinen Führungsspieler zurückzubekommen. „,Furchi’ ist sehr wichtig für die Mannschaft“, erklärt Pat Cortina und meint das nicht nur aus sportlicher Sicht.

Furchner ist jedoch nicht in Plauderlaune. Er klingt kurz angebunden, will lieber Taten als Worte sprechen lassen. „Ich war schon am ersten Tag nach der Verletzung heiß zu spielen.“ Aber eine Oberkörperverletzung verhinderte das. Seit kurzem kann er wieder das komplette Mannschaftstraining mitmachen. Ob ihn der Coach in einer vorderen oder einer hinteren Reihe bringt, wie es nach Verletzungen oft üblich ist, interessiert Furchner erst einmal nicht. „Ich stelle keine Ansprüche“, sagt er.

Angesichts des engen Kampfs um die Play-off-Plätze kann Cortina Furchners geballte Erfahrung gut gebrauchen. Der Tabellenneunte hat nur drei Punkte Vorsprung vor den Verfolgern Augsburg und Nürnberg, die jedoch beide ein Spiel weniger absolviert haben als die Grizzlys. Deren Problem ist nicht nur der fehlende Heimvorteil (8 Siege, 11 Niederlagen/Platz 12 in der Heimtabelle) im Vergleich zur Auswärtsbilanz (10 Siege, 8 Niederlagen/Platz 6 in der Auswärtstabelle), sondern auch eine zuletzt ärgerliche Startschwäche. Die lässt das Cortina-Team regelmäßig in Rückstand geraten. In den vergangenen sechs Partien kassierten die Grizzlys fünfmal das 0:1. Am vergangenen Wochenende beim 1:7 gegen Ingolstadt und 2:3 in Mannheim sogar schon in der dritten Minute beziehungsweise nach nur 13 Sekunden.

Cortina möchte jedoch nicht von einem Heimkomplex sprechen. „Die Erwartungen an uns selbst sind zu Hause höher als auswärts, wo wir vielleicht deshalb besser in unseren Prozess kommen“, sagt der Trainer zum ersten Grizzlys-Problem. An unterschiedlichen Taktiken liege es nicht, dass sein Team auf fremdem Eis erfolgreicher ist als daheim.

Problem 2 ist dem Trainer nicht verborgen geblieben. Das jüngste Blitztor der Mannheimer nutzt er jedoch lieber, um auf einen aus Wolfsburger Sicht positiven Aspekt aufmerksam zu machen. „Das 0:1 war ein schwerer Schlag für uns. Überhaupt waren die ersten fünf, sechs Minuten schwer. Aber die Mannschaft hat weder den Kopf noch den Glauben an sich verloren“, lobt er. Nach der turbulenten Anfangsphase und mit Ausnahme der letzten Spielminuten, in denen die Adler das Siegtor schossen, sei es eine gute Reaktion auf die peinliche 1:7-Klatsche gegen Ingolstadt gewesen.

Doch ein weiteres Null-Punkte-Wochenende können sich die Grizzlys nicht erlauben. Nur gut, dass es personell auch dank Furchners Rückkehr gut aussieht. Am Dienstag stand zwar Ryan Button, der gegen Mannheim einen harten Check hatte einstecken müssen, nicht auf dem Eis. „Nur eine Vorsichtsmaßnahme“, erklärt Cortina das Fehlen des Verteidigers aber. Der zuletzt überzählige Stürmer Eric Valentin weilte nach wie vor in Kassel. Ansonsten fehlten nur weiter Armin Wurm (Handverletzung) und Lucas Lessio krank. „Wir müssen gut sein, jedes Spiel ist wichtig“, fordert Cortina.

Straubing Tigers – Grizzlys Wolfsburg, Freitag, 19.30 Uhr.

Grizzlys Wolfsburg – Bremerhaven, Sonntag, 14 Uhr, Eis-Arena.

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