Grizzlys-Versöhnung: Fliegauf entschuldigt sich bei Aubin

Wolfsburg.  Der Manager des Eishockey-Erstligisten zeigt Größe. Trotzdem ist das Thema Vertragsauflösung nicht vom Tisch. Abgänge sind es indes schon.

Grizzlys-Manager Charly Fliegauf (unser Bild) sprach sich mit Stürmer Brent Aubin aus und entschuldigte sich.

Grizzlys-Manager Charly Fliegauf (unser Bild) sprach sich mit Stürmer Brent Aubin aus und entschuldigte sich.

Foto: Archiv

Charly Fliegaufs erste Amtshandlung nach seiner Rückkehr nach Deutschland: Er sprach sich mit Stürmer Brent Aubin aus. „Ich habe mich für die Art und Weise entschuldigt. Von Seiten seines Agenten ist zwar nicht alles so gelaufen, wie es abgesprochen war. Das nehme ich aber auf meine Kappe“, sagte der Manager des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg und bewies damit Größe.

Vielleicht auch ermutigt dadurch zeigte Aubin (1 Tor) als einer von wenigen in Orange eine ordentliche Leistung beim 2:5 in Krefeld am Donnerstag. Zur Erinnerung: Fliegauf hatte in einem Medieninterview vor gut zwei Wochen eine Vertragsauflösung im Fall Aubin angekündigt, weil der Spieler in dieser Saison weit unter seinen Möglichkeiten geblieben war, aber ein Topverdiener ist. „Wir haben alles ausgeräumt und uns in der Angelegenheit auf ein Gespräch nach Saisonende verständigt.“ Das Thema Aufhebung des bis 2020 laufenden Kontrakts sei damit aber nicht vom Tisch. „Das weiß ,Aubi’ auch.“

Vom Tisch sind aber weitere kurzfristige Abgänge. Am Freitag endete die Wechselfrist. „Wir werden die Saison mit diesem Kader beenden“, sagte der Manager, denn offenbar kamen keine unablehnbaren Angebote mehr rein.

Noch einmal bestätigte Fliegauf auch das Saisonaus für die verletzten Kris Foucault und Jason Jaspers. Letzterer hat, wie sein kanadischer Landsmann, eine Gehirnerschütterung, verriet der Manager nun. „Die hat er sich im Heimspiel gegen Berlin zugezogen gehabt.“ Möglich, dass der im April 38 Jahre alt werdende Profi seine Karriere beendet.

Enden wird laut Fliegauf auch die Zusammenarbeit mit Foucault. Der verletzungsanfällige Ausnahmekönner muss gehen. „Kris ist ein hochpreisiger Spieler. Das Risiko, dass er ausfällt, ist zu groß. Das können wir uns nicht erlauben.“

Mit einem Gerücht räumte der Manager nach seiner Rückkehr aus Nordamerika auch auf. Verteidiger Jens Baxmann, dessen Vertrag bei den Eisbären ausläuft, ist kein Kandidat in Wolfsburg. Die Zeitung BZ aus Berlin hatte den 34-Jährigen bei den Grizzlys ins Gespräch gebracht (wir berichteten).

Als anstrengend, aber erfolgreich bezeichnete Fliegauf seinen Scouting-Trip durch die USA und Kanada. „Ich habe elf Spiele in zwölf Tagen gesehen, habe mit dem Auto 3500 Kilometer zurückgelegt. 16 von 30 Mannschaften aus der AHL habe ich mir angeschaut“, berichtete er. Auch ein zweitägiges Treffen mit Tyler Haskins stand auf dem Programm. Der frühere Grizzlys-Kapitän, der im vergangenen Frühjahr seine Karriere wegen Gehirnerschütterungen hatte beenden müssen, arbeitet mittlerweile als Nordamerika-Scout für die Wolfsburger. „Wir haben zusammen viele Anforderungsprofile erstellt. Nun hat er Hausaufgaben zu erledigen.“

Eine Spielerverpflichtung sei noch nicht zustande gekommen, aber so viel ließ Fliegauf durchblicken: „Es gibt recht viele Kandidaten, mit einem gab es ein Treffen.“

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