2:5 in Krefeld – Grizzlys kassieren fünfte Pleite in Folge

Wolfsburg.  Spannender als das Match sind jedoch die Antworten, die der Manager des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten zum Fall Brent Aubin gibt.

Dieses war sein vierter Streich: Jacob Berglund (in Schwarz) erzielte einen Viererpack für Krefeld und demütigte Grizzlys-Torwart David Leggio.

Dieses war sein vierter Streich: Jacob Berglund (in Schwarz) erzielte einen Viererpack für Krefeld und demütigte Grizzlys-Torwart David Leggio.

Foto: osnapix / Duckwitz / imago/osnapix

Fünfte Schlappe in Folge! Trotz einer 2:0-Führung verloren die Grizzlys Wolfsburg am Donnerstagabend bei den Krefeld Pinguinen mit 2:5 (2:1, 0:3, 0:1). Der überragende Jacob Berglund (4) und Kirill Kabanov trafen für die Gastgeber. Spencer Machacek und Brent Aubin hatten mit ihren Treffern kurzzeitig für Hoffnung gesorgt. Spannender als die Partie waren die Aussagen von Grizzlys-Manager Charly Fliegauf zum Fall Aubin.

Der in dieser Saison schwächelnde Stürmer, dessen noch bis 2020 laufenden Vertrag Manager Charly Fliegauf unbedingt auflösen will und das über die Medien kommuniziert hatte, hatte sich über „mangelnden Respekt“ beklagt (wir berichteten) . Seit sechs Jahren spiele er in Wolfsburg, aber ein persönliches Gespräch zwischen Fliegauf und ihm habe es nicht gegeben.

Das folgte am Donnerstag, nachdem der Manager von einem zweiwöchigen Nordamerika-Trip zurückgekehrt war. „Ich hatte mit Brent ein gutes Gespräch. Es gibt kein Problem. Wir werden uns nach der Saison zusammensetzen und schauen, was wir in der Zukunft machen“, sagte Fliegauf im TV-Interview bei Magenta Sport. Auf die Nachfrage, ob Aubin die Grizzlys auf jeden Fall verlassen muss am Saisonende, erklärte Fliegauf: „Nein, das heißt es nicht.“

Aber zum Spiel: Zwei Veränderungen hatte es im Kader der Grizzlys gegeben im Vergleich zum 5:7 gegen Ingolstadt vor der Länderspielpause. Eigengewächs Steven Raabe kehrte zurück in den Kader als siebter Verteidiger. Und nach Jerry Kuhns Weggang nach Kassel Anfang der Woche feierte der im Gegenzug vom Zweitligisten nach Wolfsburg gekommene Marcel Melichercik seine Kaderpremiere, saß auf der Bank.

Das zuvor spielfreie Wochenende hatte der Mannschaft von Trainer Hans Kossmann offenbar gutgetan. Die Grizzlys wirkten anfangs spritzig und motiviert. Die erste Großchance des Matches hatten zwar die Pinguine durch Berglund (4. Minute). Aber Torwart David Leggio war zur Stelle, und die Gäste starteten sofort den Gegenzug über Jeremy Dehner. Dessen Pass leitete Daniel Sparre direkt weiter zu Machacek – Schuss und drin!

Vier Minuten später vergab Machacek in Unterzahl – Leggio hatte eine Strafzeit verursacht – die Chance zum 2:0. Doch nur wenig später erhöhte der von der Strafbank kommende Aubin. Das Tor dürfte ihm Selbstvertrauen gegeben haben. Anschließend verpassten Jeremy Welsh (17.) und mit einem Lattenschuss Cole Cassels (18.) nach Aubin-Pass das 3:0. 1:08 Minuten vor der ersten Pause rächte sich das. Berglund verkürzte auf 1:2, nachdem Wolfsburgs Sparre einen Pass abgefangen, aber überhastet gleich wieder einen Turnover produziert hatte. Sehr ärgerlich.

Binnen 101 Sekunden zu Beginn des zweiten Abschnitts drehten die die Krefelder das Match. Erst fälschte Berglund (23.) einen Schuss unhaltbar ab. Dann zirkelte Kabanov (25.) die Scheibe aus spitzem Winkel in den Giebel – 3:2 für die Pinguine. Eine Minute später handeln sich Wade Bergman und Sparre innerhalb von nur vier Sekunden Strafen ein. Fast zwei Minuten 5:3-Überzahl nutzte Berglund kurz vor Ablauf der Strafen zum 4:2 (28.).

Und die Grizzlys? Sie hatten ihren Anfangselan samt Souveränität wieder verloren. Sie traten so auf wie häufig in dieser Saison: inkonstant und nicht als geschlossene Einheit. Zu viele individuelle Fehler kosteten bereits zu viele Punkte. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle können die obligatorische Saisonabschlussparty terminieren und die Planungen dafür forcieren. 30 Sekunden nach Start des letzten Drittels traf – na klar – Berglund zum 5:2-Endstand für Krefeld. Aubins zweites Tor des Tages fiel erst Zehntelsekunden nach der Sirene, zählte nicht mehr.

Am Sonntag (16.30 Uhr) folgt vielleicht schon der letzte Wolfsburger Höhepunkt in dieser Spielzeit. Spitzenreiter Mannheim mit dem früheren Grizzlys-Cheftrainer Pavel Gross hinter der Bande gastiert in der Eis-Arena und bringt mehr als 900 Fans mit. 3500 Zuschauer werden insgesamt erwartet.

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