Salzgitter-Bad: Duo X überzeugt mit Blockflöten & Schlagzeug

Salzgitter-Bad.  Die Künstlerinnen haben in der Kniestedter Kirche musikalische Originalliteratur und Bearbeitungen aus fünf Jahrhunderten aufgeführt.

Elisabeth Wirth spielt an der Flöte und Vanessa Porter am Mirambaphon.

Elisabeth Wirth spielt an der Flöte und Vanessa Porter am Mirambaphon.

Foto: Stefanie Hiller

Mit einem ganz besonderen Programm beendete der Kulturkreis am Sonntag seine Konzertsaison: Unter dem Motto „Points of Contact“ (Berührungspunkte) präsentierte das „Duo X“ mit Elisabeth Wirth an Blockflöten und Vanessa Porter am Schlagzeug in der Kniestedter Kirche Originalliteratur und Bearbeitungen aus fünf Jahrhunderten für diese exotische Instrumenten-Kombination.

Unter Schlagzeug ist sich aber nicht ein Drum-Set vorzustellen, sondern Vanessa Porter bediente verschiedene Schlagzeuge: ein Marimbaphon, ein Vibraphon, eine Rahmentrommel sowie eine iranische Zarbtrommel. In Kombination mit Blockflöte sorgten diese Instrumente für ein ganz besonderes Klangerlebnis.

Die beiden Musikerinnen spannten den Bogen vom Mittelalter, über den Barock bis zur Neuzeit. Mit einem englischen Stück aus dem 14. Jahrhundert für Blockflöte und Rahmentrommel begannen die Frauen ihr Programm vor der Bühne und stimmten so schon mal auf das ungewöhnliche Konzert ein. Auf der Bühne ging es dann weiter mit einem italienischen Stück aus dem Jahr 1620, im Original für Violine und ein Tasten- oder Zupfinstrument geschrieben, bearbeitet von dem Duo.

Es folgte ein modernes Stück: „Austro“ von Giorgio Tedde aus dem Jahr 1991 für Altblockflöte Solo. Hierbei zeigte Elisabeth Wirth ihr virtuoses Können und vor allem viel Freude am Spielen der modernen Musik. Auch Vanessa Porter präsentierte solo und mit viel Elan ein neueres Stück: „Le corps à corps“ für Zarb und Stimme von dem griechischen Komponisten Georghes Aperghis (geboren 1945). Hier arbeitete Porter mit Silben und französischen Wortfetzen zur Trommelmusik.

Mit Variationen über das Thema von „La Folia“ von Barockkomponist Arcangelo Corelli (1653-1713) schloss der erste Teil des Konzertes.

Nach der Pause versetzten die Frauen ihr Publikum zunächst ins Mittelalter und spielten ein Stück von Guillaume Machaut (ca. 1300-1377) für Blockflöte und Zarb. Vom Mittelalter ging es zum Barock zu Johann Sebastian Bach und einer Bearbeitung seiner Triosonate für Orgel.

Ganz modern wurde es dann mit „Points of contact“ für Flöte und Marimbaphon von dem 2004 verstorbenen niederländischen Komponisten Joep Straesser. Das Publikum lauschte andächtig den ungewohnten Klängen der Originalkomposition und ließ sich ganz auf die neuere Musik ein, die viele Überraschungen bereithielt.

Mit Olivier Truans (geboren 1959) „The Chase“ (die Jagd), ursprünglich für Klarinette und Akkordeon geschrieben, beendeten die Musikerinnen ihr Programm, das an keiner Stelle Längen hatte, sondern für gute Laune sorgte. Mit ihrem sympathischen Auftritt ohne Starallüren hatten sie schnell die Herzen der Zuschauer erobert, die kräftig klatschten.

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