Salzgitters Krankenhäuser kommen bislang durch Corona-Krise

Salzgitter.   Laut Geschäftsführern gab es im Helios-Klinikum wie auch St.-Elisabeth-Krankenhaus bisher „keine Ausschläge“ bei den Covid-19-Patientenzahlen.

Im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter-Bad werden laut Geschäftsführung aktuell drei Covid-19-Patienten behandelt, davon einer auf der Intensivstation.

Im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter-Bad werden laut Geschäftsführung aktuell drei Covid-19-Patienten behandelt, davon einer auf der Intensivstation.

Foto: Bernward Comes / Archiv

15 Neuansteckungen mit Covid-19 hat Salzgitters Gesundheitsamt am Donnerstag gemeldet, insgesamt sind es seit Ausbruch im vergangenen Jahr 1987 Fälle. 42 Personen sind im Stadtgebiet außerdem in Zusammenhang mit dem Virus verstorben - zuletzt ein über 70-Jähriger, der laut Mitteilung „im Krankenhaus“ starb.

Helios-Klinikum Salzgitter: „Stabiler Verlauf“ bei Corona-Patientenzahlen

„Natürlich gab und gibt es auch in unserem Haus Covid-19-bedingte Todesfälle unter den Patienten“, sagt Alice Börgel vom Helios-Klinikum Salzgitter nun, ohne konkreter zu werden. Die Altersverteilung unter den Betroffenen, so die Geschäftsführerin im Gespräch mit unserer Zeitung, sei dabei bislang „statistisch erwartbar“.

„Stabil“ verlaufe derweil die Entwicklung der Covid-19-Patientenzahlen in der Klinik - zwei davon liegen hier aktuell auf der Normalstation, ein weiterer auf der Intensivstation, wie aus den Online-Angaben der Helios-Gruppe hervorgeht. „Besorgniserregende Ausschläge nach oben haben wir bisher nicht erlebt“, berichtet Börgel. Die Betten- und auch Behandlungskapazitäten hätten vor Ort bislang zu jeder Zeit ausgereicht.

St.-Elisabeth-Krankenhaus kann Corona-Kapazitäten „deutlich“ anheben

„Aktuell drei“ Covid-19-Patienten, davon einen maschinell beatmet auf der Intensivstation, versorgt das St. Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter-Bad, teilt Geschäftsführer Lutz Blume mit. In der bisherigen Spitze, heißt es weiter, „haben wir um die 20 Personen in Zusammenhang mit dem Virus in unserem Haus behandelt“. Über die bis dato Verstorbenen schweigt aber auch Blume: „Das ist kein schönes Thema.“

Salzgitter: Neubau für Krankenhaus muss kleiner ausfallen

Im vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ausgearbeiteten Stufensystem für Notfallstrukturen befindet sich das St.-Elisabeth-Krankenhaus aktuell auf Stufe 1, also der Basisnotfallversorgung. „Aktuell halten wir, ein Bett auf der Intensivstation sowie zwei weitere auf der Allgemeinstation für die Covid-Versorgung frei“, erklärt Blume. Mit einem Vorlauf von 24 Stunden könne man zudem die Kapazität in der allgemeinen Pflege anheben und „deutlich mehr“ Covid-19-Infizierte versorgen. „Auch auf der Intensivstation ist das mit entsprechendem Vorlauf möglich.“

Krankenhäuser in Salzgitter: Corona-Tests bei allen Patienten

Sämtliche vor Ort behandelte Patienten, so Blume weiter, würden bereits bei der Aufnahme auf das Virus getestet: „Es werden PCR-Tests wie auch Antigen-Schnelltests vorgenommen.“ Letztere würden im hauseigenen Labor ausgewertet - und ermöglichten so „eine gezielte Steuerung der Bettenbelegung bis zum abschließenden Ergebnis der PCR-Tests“. Bei einem positiven „Schnell-Ergebnis“ würde zunächst Isolierung verordnet.

Helios-Klinikum Salzgitter wird zehn Jahre alt

Alice Börgel weist darauf ihn, dass im Helios-Klinikum „bereits seit Sommer“ bei jedem Patient ein Abstrich genommen würde. „Und solange das Ergebnis nicht vorliegt, werden alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor einer potenziellen Infektion ergriffen.“ Klar sei dabei, dass auch PCR-Tests stets nur eine Momentaufnahme abbilden könnten. Grundsätzlich arbeite das Haus nach einem Zehn-Punkte-Sicherheitsplan, unter anderem mit Corona-Risikoampel.

Besuche in Helios-Klinik nur in Ausnahmen - St. Elisabeth hat 30-Minuten-Regel

Besuche sind in den Klinik-Räumen in Lebenstedt derzeit untersagt, Ausnahmen gelten für Angehörige von Palliativpatienten, Eltern oder Erziehungsberechtigte von Kindern sowie werdende Väter im Kreißsaal und nach der Geburt. In jedem Fall muss aber ein „Covid-Check“ in Form eines Anamnesebogens ausgefüllt werden. Börgel verweist generell auf das kostenlose W-Lan im Haus: „So kann auch auf anderem Weg Kontakt gehalten werden.“

Im St.-Elisabeth-Krankenhaus sind 30-minütige Besuche für zuvor festgelegte Personen möglich. „Zur Förderung der Gesundheit gehören soziale Bindungen und Kontakte“, findet Geschäftsführer Lutz Blume. Selbstredend müsse aber die Entwicklung der regionalen Covid-19-Inzidenz im Auge behalten und etwaige Veränderungen davon abhängig gemacht werden.

Salzgitter: Gesundheit der Mitarbeiter wird in Krankenhäusern groß geschrieben

Gleichermaßen wichtig, das heben Blume wie auch Amtskollegin Börgel hervor, sei der Gesundheitsschutz der eigenen Mitarbeiterschaft. 2020 sei man auch hier „insgesamt gut durchgekommen“, resümiert Börgel. St.-Elisabeth-Chef Blume berichtet, dass es in seiner Belegschaft Covid-19-Fälle gegeben habe, „nach meiner Kenntnis waren aber keine schweren Krankheitsverläufe dabei.“ Die Krankenhausmitarbeiter hätten die Vor-Ort-Hygieneregeln „sehr schnell, umsichtig und in aller Konsequenz angenommen“.

Nicht zu verneinen, so die beiden Geschäftsführer, seien aber die Covid-bedingten Mehrbelastungen für sämtliche Beteiligten. „Für 2021 ist wohl leider so schnell keine Entspannung zu erwarten“, befürchtet Alice Börgel. „Noch mehr Eigeninitiative der Menschen in der gesellschaftlichen Zurückhaltung“ wünscht sich derweil Lutz Blume - und hofft, „dass wir die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte beherrschen und Ende 2021 weitestgehend hinter uns lassen können“.

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