Neue Gewitter am Mittwoch in der Region erwartet

Braunschweig.  Der Deutsche Wetterdienst kündigt erneut Starkregen an. Am Montag sorgten Wassermassen bereits für mehr als 100 Einsätze in Braunschweig und Peine.

Besonders stark betroffen werde am Mittwoch voraussichtlich der südöstliche Teil des Landes sein, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg (Symbolbild).

Besonders stark betroffen werde am Mittwoch voraussichtlich der südöstliche Teil des Landes sein, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg (Symbolbild).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Starke Regenschauer haben am Montagabend vor allem in Braunschweig und im Kreis Peine ganze Straßen überflutet. Umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller waren die Folge.

Ein Motorradfahrer verunglückte aufgrund von Aquaplaning auf der Autobahn 2 und wurde schwer verletzt. Der 19-Jährige war mit seinem Motorrad bei Peine unterwegs, als er stürzte und von einem Auto überrollt wurde. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus in Hannover. Nach Angaben der Polizei vom Dienstagabend schwebt er in Lebensgefahr. Der 57 Jahre alte Fahrer des Wagens erlitt einen Schock. Laut der Feuerwehr gestaltete sich wegen des starken Regens gerade der Hubschraubereinsatz als schwierig.

Außerdem musste die Feuerwehr Peine zu weiteren 82 Einsätzen – hauptsächlich, um vollgelaufene Keller leer zu pumpen und umgestürzte Bäume zu beseitigen. In Braunschweig kam es zu rund
30 Einsätzen. Unter anderem war die Hamburger Straße auf Höhe des Real-Marktes überflutet.

Bis zu 34,5 Liter pro Quadratmeter sollen laut der Webseite wetterkontor.de in Braunschweig herunter gekommen sein. Damit war der Montag der regenreichste Tag des Jahres. Normalerweise freuen sich die Bauern über jeden Regentropfen, verrät Ulrich Löhr, Vorsitzender vom Niedersächsischen Landvolk Braunschweiger Land. Dennoch seien die Landwirte zwiegespalten: „Unbepflanzter Boden kann so große Mengen nicht auf einmal aufnehmen“, so Löhr, „das Wasser versickert nicht. Stattdessen nimmt es den Boden mit und fließt in Gräben“. Beispielsweise seien gepflügte Felder, auf denen Gerste angebaut, wurde von der Erosion betroffen.

Zudem sei der Regen für die Getreideernte von Nachteil, auch wenn laut Löhr bereits 80 bis 85 Prozent geerntet sind. Denn: „Der Regen feuchtet das Getreide noch mal an“. Das könne im schlimmsten Fall zum Verderb führen. Für Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais sei hingegen jeder Tropfen wichtig. Hier sieht Löhr allerdings ein Problem in der unterschiedlichen Regenverteilung der Region: „Während in Braunschweig sehr viel Regen auf einmal herunterkam, waren es in Groß Denkte nur 10 Liter pro Quadratmeter.“ Dabei gebe es in der gesamten Region ein Wasserdefizit in den tieferen Schichten des Bodens, das auf den heißen Sommer im vergangenen Jahr zurückzuführen sei.

Für die kommenden Tage kündigt der Deutsche Wetterdienst eine wechselhafte Wetterlage an. Am Mittwochabend kann es laut Sprecher Stefan Zimmer nochmals zu Starkregen kommen, der für weitere Überschwemmungen sorgen könnte. „Ab Donnerstag sind noch vereinzelt Schauer zu erwarten. Allerdings frischt auch der Wind auf. Es sind Windböen der Stärke sieben möglich“, so der Wetterdienstsprecher. Die Temperaturen lägen bei 20 bis
25 Grad.

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