Krieg in der Ukraine

Klitschko: Hälfte der Haushalte in Kiew noch ohne Strom

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Spaziergang im Dunkeln: Ein junges Paar im Stadtzentrum von Kiew.

Spaziergang im Dunkeln: Ein junges Paar im Stadtzentrum von Kiew.

Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Zwei Tage nach den schweren russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Strom- und Wasserversorgung hatte die Hälfte der Verbraucher in der Hauptstadt Kiew nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko am Morgen noch keinen Strom. Ein Drittel der Kiewer Häuser sei aber bereits wieder beheizt, teilte Klitschko im Nachrichtenkanal Telegram mit.

Nach Angaben der Militärverwaltung der Hauptstadt war die Wasserversorgung in Kiew inzwischen vollständig wiederhergestellt. Bei einigen Verbrauchern könne es noch zu niedrigem Wasserdruck kommen, hieß es. Die Wärmeversorgung in der Stadt werde ebenfalls wiederhergestellt. Notfallteams seien im Reparatureinsatz. Sobald sich das Stromnetz stabilisiert habe, werde auch das Mobilfunknetz in allen Bezirken Kiews wieder funktionieren.

Am Mittwoch war nach massiven russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur landesweit die Stromversorgung ausgefallen. Techniker reparierten rund um die Uhr zerstörte Netze.

Am Donnerstagabend konnte nach Angaben des Netzbetreibers Ukrenerho die Hälfte des Strombedarfs wieder gedeckt werden. Die meisten Wärme- und Wasserkraftwerke produzierten wieder Strom. Russland führt seit neun Monaten einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland und greift gezielt die Energieinfrastruktur an.

Stoltenberg: Schrecklicher Winterbeginn für die Ukraine

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigt sich sich erschüttert über die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine und übt scharfe Kritik am Kurs von Kremlchef Wladimir Putin geübt. „Präsident Putin scheitert in der Ukraine - und er reagiert mit noch mehr Brutalität“, sagte der Norweger bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Wellen gezielter Raketenangriffe auf Städte und die zivile Infrastruktur nähmen den Ukrainern nun Wärme, Licht und Nahrung. „Das ist ein schrecklicher Beginn des Winters für die Ukraine“, sagte er.

Deutschland und die anderen 29 Bündnisstaaten forderte Stoltenberg erneut zu weiterer Hilfe für die Ukraine auf. „Es wird keinen dauerhaften Frieden geben, wenn der Aggressor gewinnt“, sagte er. Die Chancen für eine friedliche Lösung könnten am besten dadurch erhöht werden, dass die Ukraine unterstützt werde. „Die meisten Kriege enden mit Verhandlungen - aber was am Verhandlungstisch geschieht, hängt davon ab, was auf dem Schlachtfeld passiert“, erklärte er.